Jeffrey, Spooner und Co.: Von diesen Importspielern erwarten die Klubs noch etwas mehr

Drei Wochen nach dem Saisonstart sollte die Eingewöhnungszeit bei allen Spielern vorbei sein. Trotzdem haben noch nicht alle Importspieler ihre Klasse gezeigt und jagen ihrer Bestform hinterher. Diese fünf Ausländer müssen noch einen Zacken zulegen.

Ryan Spooner (2 Spiele, 1 Assist)

Zwar bestritt Ryan Spooner bisher erst zwei Spiele, doch genau dies ist das Enttäuschende beim Neuzugang aus der NHL. Bei den letzten fünf Spielen sass er jeweils überzählig als fünfter Ausländer auf der Tribüne. Das entspricht sicherlich nicht den Erwartungen des 27-jährigen Kanadier, der die letzten vier Jahre ausnahmslos in der NHL verbracht hatte.

Da Lugano momentan auf zwei ausländische Verteidiger zählt, gibt es in der Aufstellung nur Platz für zwei ausländische Angreifer. Und da stehen Linus Klasen und Jani Lajunen momentan vor ihm. Und obwohl mit Giovanni Morini bereits ein Center fehlt, zählt Trainer Sami Kapanen lieber auf Flügel Klasen und lässt mit Timo Haussener einen 22-Jährigen die vierte Linie anführen.

Aus der NHL ist sich Spooner den frühen Saisonstart nicht gewöhnt. Seit der Vertragsunterzeichnung Mitte Juli hätte der hoch angesehene Stürmer eigentlich genügend Zeit gehabt, sich auf den Saisonstart vorzubereiten. Allerdings ist er immer noch nicht in dem physischen Zustand, in dem ein Importspieler anfangs Oktober sein sollte. 

Robbie Earl (6 Spiele, 1 Assist)

Nach sieben Spielzeiten in Rapperswil, Zug und Biel kennt Robbie Earl das Schweizer Eishockey bestens. Ein Transfer eines Ausländers innerhalb der National League ist deshalb normalerweise kein allzu grosses Risiko. Doch nach sechs Einsätzen bei den SCL Tigers steht der 34-jährige Amerikaner erst bei einer Vorlage. 

Dabei hat Earl in seinen 342 Einsätzen in der Schweiz einen Schnitt von 0.83 Punkten pro Spiel. Bisher liegt er also deutlich unter seinem Durchschnitt. Ist Earl mit seinen 34 Jahren doch etwas in die Jahre gekommen? Seine Minus-4-Bilanz spricht zudem nicht für eine solide Defensivleistung, die von Trainer Heinz Ehlers erwartet wird, und ist der zweitschlechteste Wert der Mannschaft. 

Bei den SCL Tigers fiel Earl vor allem durch das unschöne Beinstellen an Julien Sprunger auf. Geniale Tore wie bei seinem alten Arbeitgeber Biel waren bisher noch keine zu sehen. Einzig bei den Faceoffs ist Earl aber weiterhin top. Er gewinnt knapp zwei Drittel seiner Bullys und ist damit ligaweit (bei mindestens 50 Faceoffs) an der Spitze.

Robert Sabolic (7 Spiele, 3 Assists)

Als Ersatz von Dominik Kubalik wurde Robert Sabolic nach Ambri gelockt und hatte somit von Anfang an eine schier unlösbare Aufgabe. Dank guten Skorerwerten in der KHL, wo er in den letzten drei Jahren immerhin 48 Tore erzielt hatte, und seiner internationalen Erfahrung mit Slowenien schien der 31-jährige zumindest halbwegs für die Aufgabe gewachsen zu sein. 

Nach sieben Meisterschaftsspielen (und vier Champions Hockey League-Partien) wartet der Slowene aber immer noch auf seinen ersten Pflichtspieltreffer. Zwar hat er mittlerweile drei Assists auf dem Konto, doch Sabolic wurde hauptsächlich fürs Toreschiessen ins Tessin geholt. Denn beim offensiv unterdurchschnittlich besetzten Ambri muss einer die letztjährigen 26 Saisontreffer von Kubalik annähernd kompensieren. 

Bisher wurde Sabolic aber auch etwas vom Pech verfolgt. Hinter Carl Klingberg hat er am meisten Metalltreffer der Liga aufzuweisen. Satte dreimal liess er die Torumrandung erklingen. Doch wie heisst es so schön: Knapp daneben ist auch vorbei.

Miika Koivisto (8 Spiele, 1 Assist)

Während Adam Almquist in der KHL fleissig am skoren ist, hat sein Nachfolger Miika Koivisto in der neuen Liga noch sichtlich Mühe. Auch wenn Almquist in der Schweiz ebenfalls nicht der Skorer vom Dienst war und die Berner nicht unbedingt auf einen produktiven ausländischen Verteidiger angewiesen sind, ist die Verpflichtung des finnischen Weltmeisters noch kein beflügelnder Erfolg. 

Der 29-Jährige ist ligaweit der deutlich am wenigsten eingesetzte ausländische Verteidiger. Jeweils etwas mehr als 15 Minuten stand Koivisto im Schnitt auf dem Eis. Die Konkurrenz in der Berner Defensive ist riesig, doch selbst sein Vorgänger erhielt knapp 20 Minuten Eiszeit pro Spiel.

Zudem spricht seine Plus-Minus-Bilanz offensichtlich nicht für ihn. Während Ramon Untersander und Eric Blum eine Plus-7-Bilanz aufweisen, hat der Finne mit Minus-5 die schlechteste Bilanz des Teams. Erstmals seit fünf Jahren weist er damit eine negative Bilanz auf und ist nicht ganz unschuldig am nur mässig gelungenen Saisonstart der Berner.

Dustin Jeffrey (7 Spiele, 1 Tor + 1 Assist)

Seit drei Jahren geht Dustin Jeffrey für den Lausanne HC auf Punktejagd. Und dreimal liess er sich unangefochten zum Topskorer der Waadtländer küren. In der Saison 2017/18 war der Kanadier gar Ligatopskorer. 

Doch den Start in die neue Saison hat Jeffrey bisher komplett verschlafen. Ein Tor und ein Assist aus sieben Spielen sind für den 31-jährigen Center eine geringe, kaum nennenswerte Ausbeute. Auch in der Champions Hockey League sammelte er in vier Einsätzen nur einen Assist. Um seinen Schnitt von einem Punkt pro Spiel in der National League halten zu können, muss der Kanadier wieder etwas mehr Gas geben.

Auch in Sachen Bullys läuft es Jeffrey in dieser Saison noch nicht wie gewünscht. Erstmals seit seinem Engagement in der Schweiz weist er eine negative Bullyquote auf. Zwar sind 48.8 Prozent der gewonnen Bullys noch keineswegs besorgniserregend, doch die Erwartungen an den mit Abstand am meisten eingesetzten Bullyspieler der letzten drei Jahre sind deutlich höher.


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