Damien Riat: Ein zukünftiger NHL-Spieler im Schatten der Topstars

Im Sommer unterschrieb Damien Riat seinen ersten NHL-Vertrag mit den Washington Capitals. Aufgrund der ungewissen Situation in Nordamerika begann er die Saison aber mit seinem Jugendklub Genf-Servette und zeigt dort sein NHL-Potential.

Der 23-jährige Stürmer ist mittlerweile der drittbeste Skorer der Genfer. Trotzdem erscheint sein Name kaum in den Medien. Im Vordergrund stehen vor allem Linus Omark oder Joël Vermin. Topskorer Omark hat dies durchaus verdient. Der 33-jährige Schwede ist ein Künstler und hat vor acht Jahren bereits beim EV Zug die Liga dominiert. Vermin wechselte erst im Spätsommer nach langen Diskussionen in einem Trade zu Genf. Der 28-jährige Stürmer gewann 2018 die Silbermedaille mit der Schweizer Nationalmannschaft.

Und dann ist da eben noch dieser Damien Riat: Auch er stiess erst im Sommer wieder zu den Genfern. Nach zwei Jahren beim EHC Biel wollte er eigentlich den Schritt in die NHL wagen und unterschrieb einen Entry-Level-Vertrag über zwei Jahre bei den Washington Capitals, die ihn einst in der vierten Runde gedraftet hatten. Aufgrund der aktuellen Situation musste Riat seinen Wechsel nach Nordamerika jedoch verschieben. Also nutzte er die Gunst der Stunde, um erneut im Trikot seines Jugendklubs aufzulaufen.

Das Eigengewächs trug natürlich viel dazu bei, dass die Genfer auf dem Papier extrem stark aussehen. Joël Vermin, Tanner Richard, Noah Rod und ebendieser Riat: alles gestandene Nationalspieler. Dazu kommen vier starke Ausländer und einige Nationalmannschafts-Prospects, die eines Tages womöglich auch eine A-Weltmeisterschaft bestreiten werden. Was damit gesagt werden soll: Würde man einen National League-Fan nach den drei besten Genfer Spieler befragen, Riat würde einem wohl kaum in den Sinn kommen.

Im Schatten zum NHL-Spieler

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, nicht im Fokus der Medien zu stehen. Der Druck, der auf Riat lastet, ist extrem klein. Es fiel nicht auf, dass er bis zum vierten Spieltag noch kein Treffer erzielt hatte, und er konnte weiterhin befreit aufspielen. Mittlerweile steht der 23-jährige Stürmer bei zwölf Skorerpunkten in zehn Spiele. Auch wenn sieben seiner acht Assists nur zweite Assists sind, ist dies eine ausgezeichnete Ausbeute. 

Sobald die NHL-Saison beginnt, wird Damien Riat wieder weg sein. Ob das den Genfern überhaupt auffallen wird? Man weiss es nicht. Vermutlich ja schon, denn Riat ist nicht nur ein guter Skorer, er kann das ganze Feld von hinten nach vorne dominieren. Er ist nicht der auffällige Künstler, der einem sofort ins Auge sticht, sondern mehr derjenige, der sich seine Chancen erkämpft, ganz nach dem Genfer Spielstil unter Chris McSorley. Genau deshalb könnte es ja auch in der NHL klappen.

Es ist zu hoffen, dass Riat auch in Nordamerika befreit aufspielen kann und dass er sich für eine Rolle in den Bottom-Six bei den Washington Capitals aufdrängen kann. Die Chancen sind intakt, dass er sich einen Stammplatz erkämpfen kann. Die Capitals haben erst elf Stürmer mit einem NHL-Vertrag ausgestattet. Mindestens ein Platz bleibt also noch offen. Und denn will sich Riat schnappen.




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