Das WM-Kader steht: Frauen-Nati reist Richtung Kanada ab

Nach der kurzfristigen Absage im April steht die verschobene A-Weltmeisterschaft der Frauen (20. – 31. August in Calgary) kurz bevor. Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft von Headcoach Colin Muller hat eine ungewöhnliche WM-Vorbereitung hinter sich und reist nun am Dienstag Richtung Kanada ab. Im Vergleich zum ursprünglichen WM-Kader gab es zwei Änderungen.

Am Dienstag, 10. August, ist es soweit: Die Schweizer Frauen Eishockey-Nationalmannschaft tritt die Reise nach Kanada an. Das Team von Headcoach Colin Muller verlässt am Vormittag die Schweiz in Richtung Calgary. Dort startet am Freitag, 20. August, die A-Weltmeisterschaft der Frauen. Nach Ankunft in Kanada verbringen Spielerinnen und Staff fünf Tage in Isolation im Hotelzimmer, ehe dann vor Ort die letzten Trainings und ein Vorbereitungsspiel gegen Tschechien vor WM-Beginn absolviert werden.

Ursprünglich hätte die Frauen-WM bereits im vergangenen Mai in Halifax und Truro in Nova Scotia stattfinden sollen. Aufgrund der Pandemie musste das Turnier kurzfristig abgesagt werden – der Entscheid fiel am Vorabend der geplanten Abreise des Schweizer Teams nach Kanada. «Das war im ersten Moment ein harter Schlag für alle Spielerinnen und den ganzen Staff», sagt Daniela Diaz, Managerin Women’s National Teams. Doch die Enttäuschung wich schon bald der erneuten Vorfreude: Rund einen Monat nach der Absage stand fest, dass die WM auf Ende August 2021 verschoben wird.

So verlief die neuerliche WM-Vorbereitung der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft entsprechend ungewöhnlich. Als grosser Glücksfall und Mehrwert erwies sich hier die Swiss Women’s Hockey Academy, die zu Beginn der Saison 2020/21 ins Leben gerufen worden war. Dank der SWH Academy boten sich der Frauen-Nationalmannschaft mehrmals wöchentlich Trainingsmöglichkeiten mit optimaler Infrastruktur im OYM in Cham.

Darüber hinaus fanden mehrere Intensiv-Trainingswochenenden statt, in welchen sich das Team nebst dem taktischen, spielerischen und athletischen Fokus auch im mentalen Bereich weiterentwickelte.

Nicht zuletzt hatten in diesem Jahr mit Noemi Ryhner und Nicole Vallario zwei Spielerinnen die Möglichkeit, die Spitzensport-Rekrutenschule der Schweizer Armee in Magglingen zu absolvieren und sich so den Sommer hindurch voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren. «Dank all diesen Möglichkeiten konnten wir aus dieser speziellen und herausfordernden Situation in der WM-Vorbereitung das Optimum herausholen», ist Daniela Diaz überzeugt.

Im Vergleich zum ursprünglichen Aufgebot vom Frühling gab es im definitiven WM-Kader von Colin Muller zwei Änderungen. Torhüterin Vanessa Bolinger kann aus beruflichen Gründen nicht an der WM teilnehmen, zusammen mit Andrea Brändli und Saskia Maurer komplettiert neu Caroline Spies das Torhüterinnen-Trio. Verteidigerin und Routinier Nicole Bullo muss aus gesundheitlichen Gründen Forfait geben für die WM. Zu ihrem WM-Debüt kommt dafür Stürmerin Emma Ingold, die neu im Aufgebot steht.

Die Schweiz spielt die WM in der leistungsstärkeren Gruppe A mit Weltmeister USA, Vize-Weltmeister Finnland, Kanada und Russland – die Gruppen werden jeweils anhand der Rangliste der vorangehenden WM eingeteilt, die Schweiz belegte 2019 in Finnland Platz 5. Die Nationen der Gruppe A sind automatisch für die Viertelfinals qualifiziert, die Mannschaften der Gruppe B kämpfen um die verbleibenden drei Plätze in der K.O.-Runde. Jene Teams, die in den Viertelfinals ausscheiden, bestreiten eine Platzierungsrunde. Das WM-Ziel bleibt aufgrund der automatischen Viertelfinalqualifikation trotz der speziellen Vorbereitung unverändert: «Der Fokus liegt auf dem Viertelfinal, wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen und uns auch künftig weiterhin in den Top 5 der Welt etablieren», sagt Daniela Diaz. Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft startet am Freitag, 20. August, mit dem Startspiel gegen Weltmeister USA ins WM-Turnier.

Das WM-Aufgebot der Frauen-Nati

Torhüterinnen (3): Andrea Brändli (Ohio State University/USA), Saskia Maurer (University of Saint Thomas/USA), Caroline Spies (EHC Basel Nachwuchs).

Verteidigerinnen (8): Lara Christen (GCK/ZSC Lions), Sarah Forster (AIK Hockey/SWE), Janine Hauser (GCK/ZSC Lions), Nadine Hofstetter (SC Reinach), Sinja Leemann (GCK/ZSC Lions), Shannon Sigrist (Linköping HC/SWE), Nicole Vallario (University of Saint Thomas/USA), Stefanie Wetli (Thurgau Indien Ladies).

Stürmerinnen (14): Rahel Enzler (University of Maine/USA), Mara Frey (SC Reinach), Emma Ingold (Neuchâtel Hockey Academy), Lena Marie Lutz (Thurgau Indien Ladies), Alina Marti (GCK/ZSC Lions), Alina Müller (Northeastern University/USA), Evelina Raselli (HC Ladies Lugano), Lisa Rüedi (GCK/ZSC Lions), Dominique Rüegg (GCK/ZSC Lions), Noemi Ryhner (HC Ladies Lugano), Phoebe Staenz (Leksands IF/SWE), Lara Stalder (Brynäs IF/SWE), Kaleigh Quennec (University of Montreal/CAN), Laura Zimmermann (EV Bomo Thun).
 

Der WM-Spielplan der Frauen-Nati

Gruppenphase
20. August, 19.30h Ortszeit: Schweiz – USA
21. August, 16.00h Ortszeit: Schweiz – ROC (Russian Olympic Committee)
24. August, 16.00h Ortszeit: Schweiz – Kanada
26. August, 12.00h Ortszeit: Schweiz – Finnland

K.O.-Phase
28. August: Viertelfinal
29. August: Halbfinal
31. August: Final und Platzierungsspiele




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