Deniss Smirnovs - Genfs 20-jähriger Rohdiamant

Bereits nach zwei Spieltagen haben sich die ersten Kandidaten für den «Youngster of the Year»-Award herauskristallisiert. Einer davon kommt aus dem Genfer Nachwuchs und hat gerade erfolgreich seine ersten zwei Meisterschaftsspiele auf Profi-Stufe bestritten.

Vielerorts wurde der HC Genf-Servette vor Saisonbeginn als Playout-Team eingeschätzt. Doch in den ersten zwei Meisterschaftsspielen traten die Genfer nicht wie ein solches auf. Zum Auftakt gab es einen 1:3 Auswärtssieg gegen die SCL Tigers. Die erste Heimpartie gegen den EHC Biel ging zwar verloren, nachdem man die Führung im dritten Abschnitt noch aus den Händen gab. Insgesamt war es aber erneut ein guter Auftritt.

Einer der Gründe für das überraschende Auftreten dürfte sicherlich auch der junge Deniss Smirnovs sein. Der 20-Jährige erzielte am Freitag in seinem ersten National League-Einsatz gleich sein erstes Tor (ab 1:29) und bereitete zudem den Treffer zum 1:3-Endstand (ab 2:17) wunderschön vor. 

 

Durch seine zwei Skorerpunkte am Vorabend trug Smirnovs am Samstag in seinem zweiten Spiel auf Profi-Niveau auch gleich das Topskorer-Trikot. Zudem erhielt er von seinem langjährigen Juniorentrainer Patrick Emond das zusätzliche Vertrauen, um nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Tanner Richard als Center der ersten Linie neben den beiden ausländischen Flügel Tommy Wingels und Daniel Winnik aufzulaufen. Auch im Powerplay durfte er gleich von Beginn weg ran. Und tatsächlich lieferte der 20-Jährige gegen Biel den wunderschönen Querpass in Überzahl zur 1:0 Führung.

 

Im Alter von 15 Jahren in die Schweiz gezogen

Wie es der Name erahnen lässt, stammt Smirnovs ursprünglich nicht aus der Schweiz. Im Alter von 15 Jahren zog er aus seinem Heimatland Lettland als einer der besten seines Jahrganges nach Genf, wo er für die U17 zum Einsatz kam. Gleich in seiner ersten Saison sammelte er fast zwei Punkte pro Spiel und wurde mit Abstand Topskorer seines Teams. Ligaweit hatte nur ein gewisser Nico Hischier mehr Punkte auf dem Konto. In seinem zweiten Jahr für die U17 klappte es dann doch noch als Topskorer der gesamten Division.

Die letzten drei Jahre verbrachte Smirnovs dann in Genfs U20-Mannschaft unter dem heutigen National League-Trainer Patrick Emond. In den letzten zwei Spielzeiten führte er die Genfer zweimal als Captain zum U20-Meistertitel. Dank den fünf Jahren im Schweizer Nachwuchs ist der Lette nun auch im Besitz einer Schweizer Lizenz. 

Nach zwei Spielen hat Smirnovs stolze drei Skorerpunkte auf seinem Konto. Wäre NHL-Veteran Eric Fehr beim 2:0 gegen Biel etwas langsamer beim Nachstochern gewesen, könnten es auch schon vier Punkte sein. Obwohl der Center nicht besonders gross gewachsen ist (177 cm) und auch nicht übermässig Gewicht auf die Waage bringt (80 kg), scheint der 20-Jährige bereits in seiner ersten Saison auf Profistufe eine tragende Rolle übernehmen zu können. Seine für einen Eishockeyspieler schmächtige Statur kann er mit einer ausserordentlichen Technik und einer überragenden Übersicht kompensieren. 

Die starken Auftritte machen sicherlich Lust auf mehr - und lassen die Genfer Fans Hoffen. Denn nach dem Abgang von Cody Almond und dem Rücktritt von Kevin Romy haben die Grenats einiges an Qualität auf der Mittelachse verloren. Smirnovs scheint gleich in seiner ersten Saison in deren Fussstapfen treten zu können und macht sich damit natürlich zu einem heissen Anwärter auf den «Youngster of the Year»-Award. Genfs Sportchef Chris McSorley ist dabei gut beraten, den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag mit Smirnovs schnellstmöglich zu verlängern.a


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