Der enorme Grössen- und Gewichtsunterschied zwischen NHL und der National League und welche Auswirkungen dies auf die Checks hat

Harte Checks gehören zum Eishockey dazu wie die Luft zum Atmen. In Amerika werden diese auch noch im Jahr 2018 teilweise mehr gefeiert als Tore. Die Checks in der NHL sehen meist noch härter aus als diejenigen in der National League. Kein Wunder sollte man in der NHL eine gewisse Grösse haben. Spieler unter 180 cm haben es meist schwer, sich durchzusetzen.

Davos hat in der National League die grösste Mannschaft vor Genf. Die Davoser sind durchschnittlich 184.63 cm gross, während es die Genfer als zweitgrösste Mannschaft noch knapp auf 184.00 cm bringen. Genfs Trainer Chris McSorley ist dafür bekannt, einen harten Spielstil zu spielen und vor allem auf grossgewachsene Spieler mit viel Wasserverdrängung zu setzen.

Eliot Antonietti ist mit seinen 196 cm der grösste Feldspieler der National League. (TOPpictures/Andy Buettiker)

Man stelle sich vor, McSorley käme nun auf die Idee, sein Team in eine amerikanische Stadt zu versetzen und ein weiteres Franchise zu gründen. Trotz der stark nordamerikanisch geprägten Transferpolitik McSorleys wäre das exportierte Schweizer Team klar das kleinste im Vergleich zu den 31 anderen Teams der NHL. Würden sie beispielsweise auf die Dallas Stars treffen, das mit 187.84 cm derzeit “grösste” Team, wären die Genfer Spieler im Schnitt knapp vier Zentimeter kleiner. Mit dem kleinsten Team der NHL, den Montréal Canadiens könnten es die Genfer grössenmässig sicherlich aufnehmen. Die Canadiens sind im Schnitt nur 0.04 cm grösser.

Das kleinste Team der National League sind überraschenderweise die Bieler. Sie müssten ganze sieben Zentimeter zu ihren Gegenspielern aus Dallas hinaufschauen.

Das gleiche Beispiel lässt sich auch aufs Gewicht anwenden. Zug hat mit durchschnittlich 88 kg die schwerste Mannschaft der National League, in der NHL wäre sie aber schon fast wieder ein Fliegengewicht. Die New York Islanders (94.92 kg) würden die Zuger mit ihren durchschnittlich sieben Kilogramm mehr nur so wegdrücken an der Bande. Der EHC Biel hätte ebenfalls wieder sehr schlechte Karten. Sie sind mit 83.48 kg mit Abstand die leichteste Mannschaft der National League und sind über elf Kilogramm leichter als die Islanders. Doch dass die Bieler derzeit die Tabelle in der Schweiz anführen, zeigt, dass die grösse und das Gewicht eben doch nicht alles ausmachen.

Julian Schmutz (173 cm) ist einer der kleinsten Spieler der Liga. (OPpictures/Andy Buettiker)

Aber zurück zum Körperspiel im Eishockey. Kein Wunder also, sehen die Checks in Amerika meist noch brutaler aus als in der Schweiz. Sieben Zentimeter pro Spieler scheinen auf den ersten Blick wenig, doch wenn plötzlich ein Zdeno Chara mit seinen 205 cm gegen einen Lino Martschini mit 168 cm an der Bande um den Puck kämpfen müsste, sieht es sehr schlecht aus für den Schweizer. Man stelle sich sogar vor, Martschini käme mit viel Speed aus der eigenen Zone aufs gegnerische Tor zu und plötzlich steht eine regelrechte Wand vor ihm.

Wenn Chara vor dir steht, wird es definitiv ein bisschen dunkler. (Jerome Davis/Icon Sportswire)

Für die Amerikaner gilt es also nicht nur viele Tore zu schiessen, sondern auch viel Wasserverdrängung aufs Eis zu bringen und die Gegner mit knallharten Checks einzuschüchtern. In der Schweiz ist das anders. Spieler, die sehr körperbetont spielen und auch mal den einen oder anderen Check austeilen, werden schnell als dreckige Spieler und Bösewichte verurteilt. Doch Eishockey ist und soll auch immer ein Körpersport bleiben. Zum Vergleich: Die Frauen dürfen im Eishockey keine Checks austeilen. Das Spiel ist zwar einigermassen schön anzusehen, doch irgendwie fehlt halt die Action.

Das nachfolgende Video zeigt die spektakulärsten Checks der ersten NHL-Woche. Manche tun schon beim Zuschauen weh, aber Eishockeyspieler sind ja bekanntlich hart im Nehmen.


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