Der Schweden-Fluch ist gebrochen: Die Schweiz steht im Halbfinale der U20-WM!

Schweiz - Schweden? Da war doch was! 2018 verlor die Schweizer Nationalmannschaft gleich an drei wichtigen Events gegen Schweden. An der Eishockeywm im Finale, an der Fussballwm im Achtelfinale und an der Unihockeywm im Halbfinale scheiterte die Schweiz  in der K. o.-Phase am nördlichen Konkurrenten. Neues Jahr, neues Glück? So ist es!

Die Schweiz gewinnt an der U20-Weltmeisterschaft das Viertelfinale gegen den (Erz-)Rivalen aus Schweden verdient mit 2:0. Die Torschützen für die «Eisgenossen» waren Yannick Brüschweiler in der 16. und Luca Wyss in der 34. Minute. Luca Hollenstein im Tor der Schweizer glänzte mit einem Shutout. Aber alles der Reihe nach.

Die Steigerung im ersten Drittel

Die Schweizer starteten wenig vielversprechend in die Partie. Die Schweden kamen in der ersten Spielminute gleich zu zwei guten Abschlüssen, doch Hollenstein verhinderte den Fehlstart. Das Spiel glich sich je länger je mehr aus, auch dank einer Powerplay-Möglichkeit der Schweizer.

In der 16. Minute nahm dann Yannick Brüschweiler seinen ganzen Mut zusammen. Von der eigenen Zone aus nahm er die Scheibe an sich, fuhr bis ins gegnerische Drittel und versenkte den Puck mit einem wunderschönen Handgelenkschuss in den Maschen. Ein sichtlich umjubelter Führungstreffer, welcher den bis dahin immer besser spielenden Schweizern noch mehr Mut und Selbstvertrauen verleihte - und keineswegs unverdient war.

Viele Strafen im zweiten Drittel

Zu Beginn des Mitteldrittels holten sich die Schweizer gleich zwei vermeidbare Strafen. Nach einem unnötigen Scheibenverlust von Tim Berni und einer noch unnötigeren Bankstrafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis mussten die Schweizer gleich vier Minuten mit einem Mann weniger überstehen. Während der Gegner trotz viel Scheibenbesitz in der Schweizer Zone nur zu einer wirklich gefährlichen Chance kam, hatten Marco Lehmann und Valentin Nussbaumer, der von der Strafbank alleine aufs Tor losziehen konnte, die Möglichkeit zum 2:0 auf dem Stock.

Dass die Schweizer als Underdog sehr gut mitgehalten hatten, wurde wenig später von den Zuschauern mit einem Szenenapplaus gewürdigt, als Luca Wyss die nächste Grosschance vergab. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Rotweissen gut und gerne mit mehr als einem Tor führen können.

Gegen Ende des Mitteldrittels durften sich die Schweizer zweimal in Überzahl versuchen. Die zweite Strafe waren wie zuvor auf der anderen Seite eine Bankstrafe wegen zu vielen Spielern, welche zu einer 18 Sekunden langen, doppelten Überzahl führte. Trotz einem starken ersten Powerplay fiel das längst fällige 2:0 nicht. Noch nicht: Denn der bereits erwähnte Wisst stocherte auf die Sekunde genau bei Ablauf der zweiten Strafe die Scheibe zum 2:0 über die Linie. Für den 19-Jährigen Stürmer war es gleich das erste Tor im ersten Einsatz. In Langenthal sind ihm in 25 Spielen noch keine Treffer gelungen.

Anstatt nachzulassen spielten die Schweizer zum Glück genau gleich weiter. In der 38. Minute stand plötzlich Nussbaumer - auch wenn etwas glücklich - alleine vor dem Tor, vergab aber erneut und war mit sich und seinem Stock überhaupt nicht zufrieden. Als die Pausensirene zum zweiten Mal ertönte, war das Team von Christian Wohlwend doch froh, etwas Luft schnappen und sich auf den dritten Abschnitt vorbereiten zu können.

Trainer Wohlwend hatte es sicherlich nicht leicht, die Nerven zu bewahren. (bild: MySports TV)

Das Durchbeissen bis zum Ende

Der Start ins dritte Drittel war furios. Der Erste der Gruppe B setzte sich sogleich einmal in der Zone der Schweizer fest und erhielt dann eine Überzahl-Möglichkeit durch eine wiederum dumme Strafe wegen Spielverzögerung. Diese nahmen sich die Gelbblauen aber gleich selbst wieder. Gut für die Schweiz, denn die Minuten verstrichen und verstrichen.

Das Publikum war jedenfalls auf Seiten der Schweizer und zeigte dies ein weiteres Mal, als Hollenstein sechs Minuten vor Schluss gegen den von der Strafbank kommende Schwede parierte. Im Powerplay zuvor waren die Eidgenossen eher zum Verteidigen gezwungen als eine mögliche Entscheidung herbeizuführen. Kurz darauf hatten aber Sven Leuenberger und Lehmann gleich zweimal die Chance zum 3:0.

Nun begann sicherlich das Zittern. Doch die Schweden fanden gegen die sehr gut organisierten Schweizer kein Mittel. Auch als sie den Torhüter zwei Minuten vor Schluss durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, kamen sie zwar noch zu einigen gefährlichen Abschlüssen, aber Hollenstein liess an diesem Abend keinen Treffer zu. Leuenberger hatte bei einem Konter sogar noch das 3:0 auf dem Stock. Er getraute sich allerdings nicht zu schiessen und so blieb es beim 2:0.

Hervorragende Leistung aller Schweizer Beteiligten

Die Schweiz wirft sensationell den Gruppensieger der Gruppe B aus dem Turnier und gewinnt hochverdient mit 2:0. Einige Namen herauszupicken wäre dem Team nicht würdig. Die Mannschaft ist in den letzten Spielen hervorragend zusammengewachsen und wurde ausgezeichnet eingestellt. Von einem sicheren Torwart, über eine solide Verteidigung bis hin zu einem gefährlichen Angriff stimmt alles zusammen. 

Nun wartet das Halbfinale auf die Schweiz. Dort trifft man auf Kanada, Zweiter der Schweizer Gruppe, oder Finnland. Die Anspielzeit ist noch nicht bekannt. Egal, wer es wird, diese Schweizer Mannschaft kann jeden schlagen, auch das hochfavorisierte Kanada!


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