Die Lakers sind bereits «rot» - Trotzdem sind die Sorgenfalten (noch) klein

Die Rapperswil-Jona Lakers sind bereits nach dem 39. Spieltag «rot» geworden und müssen sich nun definitiv mit den Playouts befassen. Obwohl man in der Tabelle vom Rest abgeschlagen ist, steht der Abstieg noch gar nicht zur Diskussion.

In Rapperswil müssten sich die Sorgenfalten eigentlich häufen. Obwohl noch elf Spiele anstehen, hat man keinerlei Chancen mehr auf eine Playoff-Platzierung. Einzig Davos ist mit zehn Punkten Vorsprung (und zwei Spielen weniger) noch einigermassen in Reichweite. Auf die anderen zehn Teams fehlen mindestens 30 Punkte, umgerechnet zehn Siege.

Rapperswil hatte als Aufsteiger noch keine allzu grossen Ambitionen. Man wusste, dass es eine schwierige Saison werden würde. Dass man allerdings vom restlichen Feld so distanziert werden würde, damit hatte niemand gerechnet. Nach drei Jahren hatte man gehofft, nicht mehr den Blick auf die Tabelle der Swiss League zu werfen. Doch mittlerweile wäre es schon fast fahrlässig, es nicht zu tun.

GP W L P
1 EV Zug 42 28 14 87
2 SC Bern 41 29 12 86
3 SCL Tigers 42 24 18 70
4 Lausanne HC 42 22 20 68
5 EHC Biel-Bienne 42 22 20 68
6 HC Ambri-Piotta 41 22 19 64
7 ZSC Lions 42 21 21 62
8 Fribourg-Gottéron 42 21 21 62
9 Genève-Servette HC 43 21 22 62
10 HC Lugano 41 20 21 61
11 HC Davos 42 12 30 34
12 Rapperswil-Jona Lakers 42 9 33 29

 

Der Vergleich mit Absteiger Kloten

Der Absteiger Kloten hatte in der letzten Saison um einiges mehr Punkte geholt als Rapperswil dieses Jahr. Durchschnittlich waren es bei Kloten 0.94 Punkte pro Spiel, bei Rapperswil sind es 0.59. Kloten hatte damals mehr Tore pro Spiel erzielt (2.4 Tore pro Spiel) und weniger Gegentore erhalten (3.14 Gegentore pro Spiel) als die Lakers. Diese schiessen in dieser Saison am wenigsten Tore (1.58) und erhalten hat am meisten Gegentreffer (3.25). Allein dies müsste Grund zur Sorge sein, ist Kloten doch mit wesentlich besseren Statistiken am Ende abgestiegen.

Trotzdem ist in Rapperswil alles ruhig und das wird vermutlich bis Saisonende auch so bleiben. In Kloten hatte man zum jetzigen Zeitpunkt längst schon Trainer Pekka Tirkkonen durch Kevin Schläpfer ersetzt. Noch während des Playout-Finals wurde dieser dann durch André Rötheli ersetzt. In Rapperswil wird Jeff Tomlinson ziemlich sicher bis zum Saisonende an der Bande stehen, egal was kommt.

Jeff Tomlinson sitzt in Rapperswil fest im Sattel. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

Der grösste Unterschied zwischen dem Schlusslicht dieser Saison und demjenigen der vergangenen Spielzeit ist eigentlich ganz simpel: Kloten wollte sich lange nicht eingestehen, dass sie um den Ligaerhalt kämpfen müssen. Den Lakers ist dies seit Saisonstart bewusst. Sie haben keine Nationalspieler wie Denis Hollenstein oder Vincent Praplan im Kader, die den Unterschied ausmachen und das Team alleine vor einem Abstieg bewahren könnten. Sie waren von Beginn an der kleine Aufsteiger, der 37-Jährige Timo Helbling darf gut und gerne als grösster Name im Team bezeichnet werden. In Rapperswil geht es um das Kollektiv.

Erst zwei Transfermeldungen, davon aber keinen Abgang

Ob mit einem neuen oder einem alten Trainer, in Rapperswil ziehen alle am gleichen Strick. Für jeden Spieler geht es nicht nur um den Ligaerhalt der Lakers, sondern auch um den persönlichen Verbleib in der höchsten Schweizer Liga. Praktisch alle Stammkräfte der Lakers haben noch einen Vertrag für die kommende Saison. Steve Mason ist der einzige regelmässig eingesetzte Spieler, der noch ohne Vertrag dasteht und möglicherweise bei einem anderen Klub eine Zukunftsperspektive hätte. Die routinierten Antonio Rizzello (34), Timo Helbling (37) und Sven Lindemann (41) werden es ohnehin schwierig haben, noch einmal einen Vertrag zu erhalten. Kay Schweri (22), Nico Gurtner (22), Josh Primeau (28) und Jan Vogel (23) sind alle an Thurgau in die Swiss League ausgeliehen worden, Thomas Büsser spielt für Basel in der MySports League.

In Rapperswil haben sie nicht viel zu jubeln in dieser Saison. (TOPPictures Dominic Richter)

In Kloten war zu diesem Zeitpunkt schon die halbe Mannschaft weg: Luca Boltshauser und Robin Leone waren sich mit Lausanne einig, Daniele Grassi einigte sich mit Bern, Denis Hollenstein mit dem ZSC usw. Die Spieler haben sich mit dem Abstieg zwar auf negative Weise in die Geschichtsbücher eingetragen, der sportlichen Karriere tat dies allerdings wenig bis gar nicht weh.

Bei den Lakers sind die Strukturen besser geordnet und die sportliche Führung hat andere bzw. deutlichere Ziele. In Kloten wusste niemand, wohin es genau gehen sollte. In Rapperswil geht man es Schritt für Schritt an. Deshalb könnten die Verantwortlichen wohl erst ins Schwitzen gebracht werden, wenn es in der Ligaqualifikation ins siebte Spiel gehen würde, zuvor kaum.

Die Gefahr die Ligaqualifikation zu verlieren ist also nicht so gross wie bei Kloten vor einem Jahr und trotzdem kann sie nie ausgeschlossen werden. Auch wenn es in der Swiss League momentan keine so dominierende Mannschaft gibt wie vor einem Jahr die Lakers, hatte kürzlich folgender Satz die Runde gemacht: «Zumindest während der Qualifikation.» In den Playoffs bzw. in der Ligaquali fängt also alles wieder bei Null an.


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