Die Swiss League ist wieder in der Normalität angelangt

Nach wenigen Spieltagen stand die Liga noch auf dem Kopf: Farmteams lagen an der Spitze, sichere Playoff-Teilnehmer auf dem letzten Platz. Nach über einem Drittel der Regular Season ist die Swiss League wieder in der Normalität angelangt.

Besonders auffällig war in dieser Saison der Start der vermeintlich schwächsten Teams der Liga. Der HC Biasca Ticino Rockets hatte nach sechs Spielen bereits mehr als die Hälfte der Punkte der vergangenen Saison auf dem Konto, während der EHC Winterthur nach vier Spielen noch von der Tabellenspitze grüsste. Hingegen der letztjährige Sieger der Regular Season, der HC La Chaux-de-Fonds musste bis zum vierten Spiel auf Punkte warten. Nun hat sich die Tabelle wieder gedreht.

Fünf Teams kämpfen um den achten Playoff-Platz

Mittlerweile sind die Ticino Rockets und Winterthur wieder unter dem Strich angekommen. Die Tessiner haben wie so oft die rote Laterne übernommen, sind aber definitiv stärker einzuschätzen als noch in der vergangenen Saison. So triumphierten sie vor der Nati-Pause überraschend gegen den Leader Ajoie. Es fehlt ihnen nur noch einen Punkt, um die Ausbeute in der vergangenen Saison zu egalisieren (14 Punkte).

Winterthur steht auf dem neunten Platz. Dabei profitieren die Winterthurer - wie praktisch alle Mannschaften der Swiss League - von zwei starken Ausländern. Ausgezahlt hat sich auch der Zuzug vom jahrelangen National League-Spieler Thibaut Monnet, der mit 14 Punkten drittbester Skorer ist.

Den achten und letzten Playoff-Platz belegen momentan mit 19 Punkten die GCK Lions. Allerdings ist ihr Vorsprung auf die Konkurrenz äusserts gering. Neben Winterthur sind der HC Sierre (18 Punkte) und die EVZ Academy (17 Punkte) in Lauerstellung. Die Ticino Rockets sind mit sechs Punkten Rückstand ebenfalls noch nicht vollends abzuschreiben.

Der Kampf um den letzten Playoff-Platz wird vermutlich zwischen diesen fünf Mannschaften ausgetragen. Der HC La Chaux-de-Fonds liegt momentan mit 24 Punkten noch in Reichweite, davor gibt es aber doch eine grosse Lücke.

Ausgeglichene Tabellenspitze

Nach 18 Spielrunden belegt der HC Ajoie den ersten Tabellenplatz. Die Jurassier haben dank den Ausländern Michael-Philip Devos und Jonathan Hazen die mit Abstand gefährlichste Offensive. Alleine die beiden Kanadier haben 38 Tore erzielt. Insgesamt weisen sie zusammen 88 Skorerpunkte auf und führen die Skorerliste souverän an. 

Aber auch der EHC Kloten, der punktgleich auf dem zweiten Platz liegt, darf sich nicht über mangelnde Beteiligung der Importspieler beklagen. Eric Faille spielt mit 28 Torbeteiligungen in der Skorerliste ebenfalls oben mit. Von Robin Figren, der aus der höchsten schwedischen Liga mit ansprechenden Statistiken nach Kloten wechselte, hätte man doch etwas mehr erwartet, bei elf Punkte aus elf Spielen kann man allerdings noch nicht von einem Flop sprechen. 

Die Klotener haben mehr zu jubeln als noch vor einem Jahr. (JustPictures)

Eher überraschend sind die guten Auftritte des EHC Visp und des HC Thurgau. Die beiden Teams sind mit nur drei Punkten weniger die ersten Verfolger des Spitzenduos und liegen auf Platz 3 und 4. Die Walliser haben die zweitbeste Offensive der Liga und eine der produktivsten Sturmlinien der Liga. Der 34-jährige Tomas Dolana blüht im Herbst seiner Karriere noch einmal richtig auf und ist eine perfekte Ergänzung zum Ausländerduo Mark Van Guilder und Troy Josephs. Dolana ist neben Jordann Bougro von der EVZ Academy der einzige Topskorer mit Schweizer Lizenz.

Die zehn besten Skorer in der Swiss League: Einzig Tomas Dolana und Devin Muller sind im Besitz einer Schweizer Lizenz, profitieren aber sichtlich auch von den zwei Importspielern in ihrer Linie.

Spielt der HC Thurgau, darf man sich meist auf enge Spiele gefasst machen. Zwölf von 18 Partien gingen mit nur einem Tor Unterschied aus, oftmals zu Gunsten der Ostschweizer (Empty-Netter wurden nicht beachtet). Deshalb darf daran gezweifelt werden, ob sich Thurgau in der Tabelle so weit oben halten kann.

Nur auf dem fünften Platz steht der ambitionierte EHC Olten. Zu Leader Ajoie fehlen allerdings nur vier Punkte. Die letzten sieben Spiele konnten die Oltener Mäuse alle für sich entscheiden. Ob sich die Ausbootung von Marco Truttmann, der bei dieser Siegesserie nicht mehr im Kader stand, tatsächlich gelohnt hat? 

Mit einem Spiel weniger, aber doch 32 Punkten liegt der SC Langenthal auf Platz 6 und schliesst die Spitzengruppe ab. Trotz der zurückgeschraubten Erwartungen (in den nächsten drei Jahren ist kein Aufstieg möglich) ist der aktuelle Swiss League-Meister immer noch imstande, jeden Gegner zu schlagen. Zudem haben die Langenthaler von allen Torhütern mit mindestens zehn Einsätzen denjenigen mit der besten Fangquote in ihren Reihen. Philip Wüthrich wehrt knapp 92 % aller Schüsse ab. 

Wie bereits erwähnt gibt es zwischen Langenthal und dem siebtplatzierten La Chaux-de-Fonds einen grösseren Abstand. Acht Punkte liegen zwischen den diesjährigen Playoff-Finalisten. Die bisherigen Saisonleistungen von La Chaux-de-Fonds deuten nicht darauf hin, dass sie ganz vorne mitspielen können. Jedoch gibt es nach hinten auch kein Besorgnis, weshalb sie wohl als einziges Team den Kontakt zwischen der Tabellenspitze und dem Tabellenende stehen herstellen können.

GP W L P
1 HC Ajoie 22 16 6 47
2 EHC Kloten 22 17 5 46
3 EHC Visp 22 14 8 44
4 EHC Olten 22 15 7 43
5 HC Thurgau 22 14 8 41
6 SC Langenthal 21 14 7 40
7 HC La Chaux-de-Fonds 22 10 12 31
8 GCK Lions 22 8 14 26
10 EHC Winterthur 22 7 15 21
11 EVZ Academy 21 5 16 17
12 HC Biasca Ticino Rockets 22 3 19 13

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