Diese sechs Statistiken belegen, dass die Tigers dorthin gehören, wo sie sind

Die SCL Tigers haben den besten Saisonstart seit Jahren hingelegt und liegen nach 16 Spielen sensationell auf dem dritten Tabellenrang. Wir haben Gründe für das hervorragende Abschneiden des Dorfklubs gesucht.

Die Special Teams

Ein Team wie die SCL Tigers, das kein unbeschränktes Budget zur Verfügung hat und somit nicht über das meiste Talent auf dem Eis verfügt, ist umso mehr auf die Special Teams angewiesen. Ein gutes Unterzahlspiel und ein funktionierendes Überzahlspiel sind Pflicht, um in der Tabelle vorne mitmischen zu können.

In beiden Statistiken gehört Langnau zur Ligaspitze. Im Powerplay haben die Tigers schon 12 Treffer erzielt. Mit einem Mann mehr auf dem Eis verwerten sie 21.05 % der Möglichkeiten. Es ist der drittbeste Wert der Liga hinter Ambri und Lausanne.

Aber auch in Unterzahl gehören die Emmentaler zu den führenden Teams. Mit 87.27 % überstandener Unterzahlsituationen liegen sie an zweiter Stelle hinter dem EV Zug. Erst sieben Gegentreffer mussten sie im Boxplay hinnehmen und schossen auch schon zwei Shorthander.

Die produktivsten Ausländer

Ein Grund für die starken Special Teams sind natürlich die Importspieler. Christopher DiDomenico und Elo Ero haben jeweils einen Shorthander erzielt. Doch nicht nur in den Special Teams sind Langnaus Ausländer dominierend, sondern auch bei Gleichstand auf dem Eis. So haben sie zusammen bereits 21 Tore erzielt.

Umgerechnet werden 43.75 % der Langnauer Tore von den Ausländern erzielt. Es ist die zweitbeste Ausbeute der Importspieler nach Ambri. Sie können aber nicht nur Tore schiessen, sondern bereiten sie auch immer wieder vor. Topscorer Harri Pesonen und DiDomenico haben je 10 Assists auf ihrem Konto. Pesonen stiess im Sommer neu ins Emmental, DiDomenico kehrte aus Übersee zurück.

Harri Pesonen war zwischenzeitlich der Ligatopskorer. Nun steht er bei acht Toren und zehn Assists. (TOPpictures/Alexander Raemy)

Die Ausgeglichenheit der Linien

Die Abhängigkeit von den Ausländern birgt natürlich auch eine gewisse Gefahr. In Langnau sieht dies aber anders aus. Die Linien sind bei fast keinem Team so ausgeglichen wie in Langnau. So haben die neun besten Skorer mindestens sieben Punkte gesammelt. Abgesehen von Mikael Johansson und Aaron Gagnon haben alle mindestens vier Tore erzielt.

Ebenfalls auffallend: Die Ausländer sind auch nicht nur auf zwei Linien verteilt, sondern spielen mindestens mit einem Schweizer zusammen. So ist meist in drei Linien ein Importspieler vorhanden, was die Unberechenbarkeit der Sturmlinien steigert. Läuft es der einen Linie an einem Abend nicht, so kann eine andere Linie in die Bresche springen.

Der Schwede mit Schweizer Lizenz Anton Gustafsson hat in dieser Saison schon je fünf Tore und Assists erzielt. (TOPpictures/Alexander Raemy)

Die Faceoffs in der Defensivzone

In der Bully-Statistik liegt Langnau mit 52.74 % gewonnener Anspiele auf dem vierten Platz. Besonders auffallend ist der Wert in der Defensivzone. Dort kann Langnau 55.91 % der Anspiele für sich entscheiden. Durch den Bullygewinn in der eigenen Zone können einerseits gefährliche Aktion des Gegners unterbunden werden, andererseits kann man eine neue Angriffsauslösung starten.

Den Gegner nicht zum Schuss kommen lassen

Dass Langnau mit Abstand am wenigsten Torschüsse zulässt, hängt ebenfalls mit dem Gewinn des Bullys in der eigenen Zone ab. Nur gerade 402 Schüsse oder 25.12 Schüsse pro Partie mussten die Torhüter abwehren. Es ist mit Abstand der beste Wert. Lausanne hat vergleichsweise 589 Schüsse zugelassen. Dank der soliden Abwehrarbeit gibt es weniger Abpraller vom Torhüter und somit werden auch weniger “dreckige” Tore zugelassen. Damiano Ciaccio und Ivars Punnenovs dürfen sich vor allem bei ihren Vorderleuten bedanken.

Yannick Blaser hat in der National League mit Abstand am meisten Schüsse geblockt (52). (TOPpictures/Alexander Raemy)

Die Fans im Rücken

Die SCL Tigers haben mit der Ilfishalle zwar kein besonders grosses Stadion, dafür ist diese umso besser besetzt. In acht Heimspielen war sie im Durchschnitt zu 93.41 % ausgelastet. Nach Zug, Bern und Lausanne ist es die vierthöchste Auslastung der National League. Auch wenn die Langnauer nicht das heimstärkste Team sind, - dafür sind sie das punktbeste Auswärtsteam - ist es von Vorteil zu wissen, dass das eigene Publikum hinter einem steht. So will man eine Niederlage schnellstmöglich wieder gut machen.

Viele dieser Statistiken zeigen, dass Langnau in dieser Saison bisher ein wahres Spitzenteam ist. Vieles hängt natürlich auch von Trainer Heinz Ehlers ab. Der Däne hat die Mannschaft innerhalb von zwei Jahren durch ein hervorragendes Coaching, eine grundsolide Defensivtaktik und wichtigen Transfers zu einer Einheit geformt, die jeden Gegner der National League besiegen kann. Aus neutraler Sicht ist dies auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung und zeigt die Ausgeglichenheit der Liga.


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