Dinamo Minsk - Das Team der verlorenen National League-Söldner

In Lugano kam Ryan Spooner nicht zum Zuge und wechselte deshalb vor einer Woche zu Dinamo Minsk. Aus den Augen aus dem Sinn? Nein, denn dort ist er nicht der einzige ehemalige Spieler aus der Schweizer National League.

Mittlerweile hat Ryan Spooner sein Debüt in der KHL gegeben. Wie auch in Lugano befindet sich nach zwei Spielen ein Assist auf seinem Konto. Eine mehr oder weniger gelungene Debüt-Woche also.

In der Schweiz wird es wohl wenige Fans geben, die Dinamo Minsk in Zukunft noch regelmässig verfolgen werden. Doch es gibt eigentlich erstaunlich viele Gründe dafür. Denn es spielt ein altbekannter aus der National League gemeinsam in der Linie mit Spooner: Shane Prince. Der Amerikaner stiess im Sommer 2018 zum HC Davos, wollte diesen aber mitten in der Saison Hals über Kopf in Richtung NHL verlassen und landete schliesslich in der KHL. Im Sommer hat er nun einen Zweijahres-Vertrag bei den Weissrussen unterzeichnet. 

Es würde nicht überraschen, wenn Spooner und Prince noch zu richtig dicken Freunden zusammenwachsen werden würden. Denn nun haben sie in Weissrussland genügend Zeit, sich über die öde Schweizer National League auszulassen. 

Es sind aber nicht die einzigen bekannten Spieler in Minsk. Um die Schweizer Liga zu verteidigen, stehen auch noch zwei Spieler mit durchaus positiven Erfahrungen im Kader der auf dem letzten Platz ihrer Division liegenden Weissrussen. Marc-André Gragnani spielte eine ganze Saison lang für den SC Bern. Dabei sammelte der Verteidiger 42 Punkte in 60 Spielen und erhielt noch einmal eine Chance in der NHL. Er dürfte sich weniger über die Schweizer beklagen.

Der Kanadier Francis Paré war ebenfalls schon einmal in der Schweiz beschäftigt. Zum Saisonende stiess er 2017 von Zagreb zu Genf-Servette und sammelte in zehn Einsätzen stolze 12 Punkte. Trotz Bemühungen seitens der Genfer um einen Verbleib in der National League wechselte der Stürmer zurück in die KHL. In diesem Sommer sollten die Genfer erneut mit Paré Kontakt aufgenommen haben, dieser entschied sich jedoch für den Wechsel zu Minsk.

Einer der in der Diskussion um die National League zwischen den Stühlen steht ist Drew Shore. Der Amerikaner spielte eine hervorragende Saison beim EHC Kloten und durfte die Saison dann gar noch in der NHL beenden. Danach kehrte er in die Schweiz zu den ZSC Lions zurück, wo es ihm allerdings weniger nach Wunsch lief und die er nach eineinhalb Jahren während der Saison in Richtung KHL verliess. Nun ist er Topskorer von Minsk. 

Und natürlich darf einer nicht fehlen: Craig Woodcroft. Der ehemalige Trainer von Genf-Servette wurde nach nur einer Saison wieder abgesetzt. Nun führt er die ehemaligen National League-Söldner an und versucht ihnen in der KHL sein in der Schweiz gescheitertes Spielsystem beizubringen. 

Für Eishockeyfans, die kaum über die National League hinausblicken, dürfte Minsk nun eines der bekanntesten Teams Europas sein. 


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