EHC Visp: Komplettes Zuschauerverbot im Kanton Wallis

Das Wallis ist derzeit der am meisten von der COVID-19-Pandemie betroffene Kanton der Schweiz, auch wenn die Lage auf nationaler Ebene ebenfalls sehr ernst ist. Angesichts der exponentiellen Zunahme von Fällen und Hospitalisierungen sieht sich der Staatsrat gezwungen, einschneidende Massnahmen zu ergreifen. Ziel ist es, die Ausbreitung der Ansteckungen einzudämmen und zugleich die Wirtschaft so weit wie möglich zu erhalten. Deshalb hat die Walliser Regierung beschlossen, ab Donnerstag, dem 22. Oktober, neue Einschränkungen einzuführen, wie beispielsweise die vollständige Schließung von Nachtbars oder Discotheken, die frühzeitige Schließung anderer öffentlicher Betriebe um 22.00 Uhr, die Schließung von Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen und die Beschränkung von öffentlichen und privaten Versammlungen und Veranstaltungen auf zehn Teilnehmer. (Medienmitteilung Kanton Wallis)

Für den Sport gelten die verstärkten Massnahmen ebenfalls. Kontaktsportarten sind bis auf weiteres verboten. Eine Ausnahme bildet dabei der Profisport. Allerdings darf dieser nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren und Spiele austragen. Somit dürfen der EHC Visp und der HC Sierre vorerst keine Spiele mehr mit Zuschauern bestreiten.

Stellungnahme des EHC Visp

Die EHC Visp Sport AG nimmt von den heutigen Staatsratsentscheide Kenntnis. Der Klub hat stets die epidemiologische Lage und die Gesundheit der Bevölkerung bzw. Mitarbeiter und Matchbesucher in den Mittelpunkt seiner Entscheide gesetzt. Die anfangs Oktober 2020 vom Kanton zugelassenen Schutzkonzepte konnten wie in allen Schweizer Fussball- und Eishockey-Stadien der obersten zwei Ligen konform und problemlos für die Matchbesucher umgesetzt werden. Dies dank überdurchschnittlich hohen Schutzmaßnahmen im Vergleich zum gesellschaftlichen Leben. Die kostspieligen Massnahmen zur Umsetzung der Schutzkonzepte wurden in einer wirtschaftlichen schwierigen Zeit von den Klubs in Kauf genommen.

Die EHC Visp Sport AG nimmt mit Befremden Kenntnis, dass man seitens Kanton nie neue Lösungsansätze mit den Klubs besprochen hat. Der wirtschaftliche, soziale und unternehmerische Schaden ist immens und bedroht den Klub in seiner Existenz. Insbesondere sind die 100 Arbeitsplätze der EHC Visp Sport AG, die regionale Wertschöpfung - ein Mehrfaches des Budget - und die Weiterführung der nationalen Meisterschaften gefährdet. Die EHC Visp Sport AG sieht sich als „Opfer“ einer Situation, welche ausser Kontrolle geriet und stellt sich die Frage der Relevanz des Spitzensportes im Kanton Wallis.




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