Ein Überblick - Wie sieht die nähere Zukunft der U20-Natispieler aus?

Die Schweiz verliert sowohl den Halbfinal gegen Finnland als auch das Spiel um Platz 3 gegen Russland. Mit Ausnahme der 1:6 Klatsche gegen die Finnen hielt die Mannschaft von Christian Wohlwend mit allen Teams ausgezeichnet mit. Welche Schweizer dürfen wir in Zukunft wo verfolgen?

Die Enttäuschung war riesig nach dem verlorenen Spiel um Platz 3 gegen Russland. Trotz einem hervorragendem Turnier ging die Schweizer U20-Nationalmannschaft leer aus. Mit Nichts dastehen kann man allerdings doch nicht ganz sagen. Denn einerseits werden die persönlichen Erfahrungen für immer in den Köpfen der Spieler verankert sein und andererseits hat man sich definitiv für eine spätere, grosse Karriere empfohlen.

Bis ins All-Star Team - Einer fiel besonders auf

In diesem breiten Schweizer Kader, dem ausgeglichensten seit Jahren, muss ein Name doch noch besonders erwähnt werden: Philipp Kurashev. Der Schweizer mit russischen Wurzeln war Topskorer des Teams und mit sechs Toren der beste Torschütze des Turniers. Auch deshalb wurde der 19-Jährige neben den beiden Stürmern und Erstrundendrafts Ryan Poehling und Grigori Denisenko ins All-Star Team gewählt.

Kurashev selbst wurde dieses Jahr gegen Ende der vierten Runde an 120. Stelle gezogen und könnte somit zum Glücksgriff der Chicago Blackhawks werden. In dieser Saison spielt er bekanntlich noch in der Juniorenliga QMJHL und absolviert dort in einem mittelmässigen Team eine starke Saison. Im Sommer dürfte er einen Entry-Level Vertrag bei den Blackhawks unterschreiben. Wann Kurashev sein Debüt in der NHL geben wird, steht in den Sternen. Doch er hat auf jeden Fall das Potential für eine wichtige Rolle in der besten Liga der Welt.

Kaum zu glauben, dass Kurashev erst in der vierten Runde gedraftet wurde. (bild: SwissHabs)

Die Schweizer in Amerika - Der NHL Draft 2019 rückt näher

Nur David Aebischer und Valentin Nussbaumer werden im kommenden Sommer erstmals für den NHL Draft verfügbar sein. Beide konnten ihren Wert sicherlich steigern. Aber auch die 99er-Jahrgänge haben nochmals die Chance für eine (spätere) Ziehung, allen voran Nando Eggenberger. Der Churer hatte sich schon im vergangenen Sommer eine Ziehung gewünscht, wurde aber nicht berücksichtigt. Klappt es nach einer guten WM? Dafür müsste er aber in der OHL noch etwas zulegen und beweisen, dass er auch mit Spielern anderer Nationalitäten gut Eishockey spielen kann.

Da in Nordamerika alles etwas schneller und unberechenbarer abläuft, ist die Zukunft kaum vorhersehbar. Nico Gross dürfte ebenfalls einen Entry-Level Vertrag bei den New York Rangers unterschreiben, während Akira Schmid eventuell die Chance bei den New Jersey Devils bzw. in deren Farmteam in der AHL erhält. Matthew Verboon steht ab nächster Saison in der NCAA im Einsatz.

Simon LeCoultre muss sich nun leider einer Operation unterziehen. Für ihn ist die Saison damit vorbei. Der Vertrag in der QMJHL wurde ebenfalls schon aufgelöst. Wie es für ihn weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Der Alltag in den Schweizer Ligen geht weiter

Für die in der National League beschäftigten Talente wird es wohl weitergehen wie zuvor. Luca Hollenstein wird nächste Saison vermutlich der Backup von Leonardo Genoni in Zug sein. Die Verteidiger Tim Berni (Zürich), Davyd Barandun (Davos) und Janis Moser (Biel) werden in ihren Klubs weiterhin Erfahrungen sammeln können. Jeremi Gerber hat einen Vertrag bis 2021/22 bei Bern und Sven Leuenberger bis 20/21 bei Zug unterschrieben. Beide werden vermutlich sporadisch zu Einsätzen kommen. Marco Lehmann steht noch ein Jahr bei Kloten und Gianluca Burger zwei Jahre bei den GCK Lions unter Vertrag.

Mehr Verantwortung wird das Ziel von Tim Berni in diesem Jahr sein. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

Die Zukunft von Dreifachtorschütze Yannick Brüschweiler und Justin Sigrist ist noch nicht geregelt. Es wäre aber erstaunlich, würden die Urzürcher ihre Verträge bei ihrem Stammklub nicht verlängern. Denn beide sind in dieser Saison schon zu Einsätzen in der National League gekommen.

Ebenfalls noch auf dem Markt sind Ramon Tanner, der sich nicht wie gewünscht in Biel durchsetzen konnte und mittlerweile an La Chaux-de-Fonds ausgeliehen ist, und Luca Wyss, der 2:0 Torschütze gegen Schweden. Wyss ist diese Saison bei Langenthal im Einsatz.

Schweden-Söldner: Rückkehr in die Schweiz?

Was ist mit den beiden in Schweden beschäftigten Junioren Sandro Schmid und Nicholas Müller? Sandro Schmid wird in die Schweiz zurückkehren zu Fribourg und hat dort einen Vertrag bis 2020/21. Die Zukunft von Müller dagegen ist offen. Müllers Ursprung liegt beim EHC Basel. Dass er nach Basel in die MySports League wechseln wird, ist nach dieser starken WM unwahrscheinlich. Als 15-Jähriger bestritt er einige Spiele bei der U17 der ZSC Lions, doch dort ist die Konkurrenz gross.

Wohin also zieht es Nicholas Müller? Wie wäre es mit einem Wechsel ins Tessin zu Ambri-Piotta? Eine Überlegung ist es auf jeden Fall Wert. Die Leventiner haben für die nächste Saison erst sieben Schweizer Stürmer unter Vertrag, darunter Dario Rohrbach, mit welchem er die letzte U20-WM bestritten hatte. Unter der Leitung von Luca Cereda hätte Müller auf jeden Fall die Chance, sich zu beweisen und sich einen Platz im Team zu erkämpfen. Falls ihm das nicht gelingen sollte, hätte er immer noch die Möglichkeit, sich in der Swiss League bei den Ticino Rockets zu entwickeln.

Nicholas Müller ala Dominic Zwerger in Ambri? Patrick Fischer dürfte sich freuen.


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