Erstaunlich - Mehr National League als NHL im Aufgebot von Finnland

Der finnische Eishockeyverband hat das Aufgebot für die WM 2019 bekannt gegeben. Mit Petteri Lindbohm, Toni Rajala und Harri Pesonen sind drei National League-Söldner dabei. Aus der NHL reisen hingegen nur zwei Spieler an.

Auf den ersten Blick sieht das diesjährige WM-Aufgebot von Finnland nicht sehr angsteinflössend aus. Denn darin befinden sich nur zwei Spieler, die in dieser Saison in der NHL eingesetzt worden sind. Es handelt sich dabei um den Verteidiger Henri Jokiharju (19) und den Stürmer Juho Lammikko (23). Beide verbrachten allerdings nur die Hälfte der Saison in der besten Liga der Welt und wurden zwischendurch immer wieder in die AHL abgeschoben.

Mit dem Torhüter Kevin Lankinen (24) und dem Verteidiger Niko Mikkola (23) befinden sich zwar noch zwei weitere Spieler aus Nordamerika im Kader, die allerdings nur in der AHL bzw. sogar in der ECHL (dritthöchste Liga) eingesetzt wurden.

Aus der Schweizer National League sind hingegen gleich drei Akteure vertreten. Der Lausanner Verteidiger Petteri Lindbohm sowie die Stürmer Harri Pesonen (Langnau) und Toni Rajala (Biel) reisen an die Weltmeisterschaft. Damit befindet sich tatsächlich mehr National League als NHL im Kader der Finnen, die in diesem Jahr besonders auf Spieler der heimischen Liga setzen (müssen). Knapp die Hälfte des aus 25 Köpfen bestehende Team spielen in der finnischen «Liiga» (12). Vier Akteure aus der KHL und zwei aus der SHL ergänzen das Aufgebot.

Viele namhafte Finnen sind noch im Rennen um den Stanley Cup. Die starken Teamkollegen von Nino Niederreiter, Sebastian Aho und Teuvo Teräväinen, stehen im Conference Final. Die finnische Fraktion um Miro Heiskanen, Esa Lindell, Julius Honka und Roope Hintz von den überraschend starken Dallas Stars kämpft ebenfalls noch um den Finaleinzug wie der Star der Colorado Avalanche, Mikko Rantanen, Timo Meiers Teamkollege, Joonas Donskoi, und Dean Kukans Teamkollege, Markus Nutivaara.

Aleksander Barkov, Captain der Florida Panthers und Autor von 96 Punkten in 82 Spielen, erhielt die Freigabe vom Klub aufgrund einer Verletzung nicht. Patrik Laine sowie der 36-jährige Routinier Mikko Koivu haben ebenfalls noch mit Verletzungen zu kämpfen. Der Teamkollege von Roman Josi, Mikael Granlund, wurde erst gerade Vater und Rasmus Ristolainen und Markus Granlund verzichten genauso freiwillig auf die WM.

Zudem haben so einige Finnen auslaufende Verträge (Valtteri Filppula, Kasperi Kapanen, Artturi Lehkonen) und wollen deshalb das Risiko einer Verletzung nicht eingehen. Dementsprechend haben die Finnen nominell kein übermächtiges Kader. Vorerst spielt das für die Schweizer aber keine Rolle, sie sind nämlich in der anderen Gruppe eingeteilt. Für Finnland könnte das WM-Abenteuer bereits früh enden, auch wenn die niemals aufgebenden Skandinavier nicht zu unterschätzen sind.

Das WM-Aufgebot von Finnland:

Torhüter (3)

  • Kevin Lankinen, AHL
  • Veini Vehviläinen, Liiga
  • Jussi Olkinuora, Liiga

Verteidiger (8)

  • Henri Jokiharju, NHL
  • Niko Mikkola, AHL
  • Miika Koivisto, KHL
  • Petteri Lindbohm, NLA
  • Mikko Lehtonen, SHL
  • Oliwer Kaski, Liiga
  • Atte Ohtamaa, Liiga
  • Jani Hakanpää, Liiga

Stürmer (14)

  • Juho Lammikko, NHL
  • Marko Anttila, KHL
  • Sakari Manninen, KHL
  • Veli-Matti Savinainen, KHL
  • Harri Pesonen, NLA
  • Toni Rajala, NLA
  • Jere Sallinen, SHL
  • Arttu Ilomäki, Liiga
  • Juhani Tyrväinen, Liiga
  • Kaapo Kakko, Liiga
  • Eetu Luostarinen, Liiga
  • Joel Kiviranta, Liiga
  • Kristian Kuusela, Liiga
  • Niko Ojamäki, Liiga

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