Für die Playoff-Qualifikation fehlen Fribourg die Tore der Verteidiger

Der HC Fribourg-Gottéron ist momentan unter dem Strich platziert. Im September hätte man das Team von Mark French deutlich stärker eingeschätzt. HockeyInfo hat eine wichtige Statistik entdeckt, die zeigt, woran es liegt.

Vor dem Saisonstart 2018/19 zählte Fribourg-Gottéron zu den Transfersiegern des vergangenen Sommers. Mit einem Jahr Verspätung hat Christian Dubé doch noch Reto Berra an Land gezogen und die Goalie-Situation verbessert. Von Philippe Furrer und Noah Schneeberger hat man sich ebenfalls viel erhofft. Vor allem die Defensive sollte dadurch verstärkt werden, aber von beiden kennt man auch ihre offensiven Fähigkeiten.

Schaut man sich die Anzahl Gegentore pro Spiel in dieser Saison an, hat sich die Verteidigung im Vergleich zur letzten Saison doch etwas gesteigert: Fribourg kassiert 2,57 Gegentreffer pro Spiel, gegenüber 2,78 in der Vorsaison. Trotzdem sieht die Tabelle weniger gemütlich aus als noch in der vergangenen Saison, die man auf Rang 5 abgeschlossen hat. Fribourg liegt nur auf dem zehnten Platz, mindestens fünf Punkte fehlen für eine Playoff-Platzierung. Das Torverhältnis ist knapp negativ, gegenüber 97 erzielten stehen 98 erhaltene Tore.

Reto Berra (91.68 %) hat momentan eine schlechtere Fangquote als sein Vorgänger Barry Brust (92.61 %). (TOPpictures/Andy Buettiker)

In der Sparte «Goal Against» liegen die Fribourger auf dem guten fünften Platz. Demnach muss die unbefriedigende Platzierung eher an der Offensive liegen. Alleine den Stürmern die Schuld in die Schuhe schieben, dass sie zu wenig Tore schiessen, kann man allerdings nicht. Es liegt nämlich eher an den Verteidigern. Bei keinem anderen Team haben die Defensivleute so wenig Tore erzielt wie in Fribourg. Mit Jonas Holos (2), Benjamin Chavaillaz (2) und Sebastian Schilt (1) haben erst drei Verteidiger in dieser Saison getroffen und zusammen gerade einmal fünf Tore erzielt. Einzig bei den am Tabellenende liegenden Lakers haben die Verteidiger ansatzweise so wenig Tore erzielt und zwar sechs. Alle anderen Teams haben mindesten zehn Treffer durch die Verteidiger erzielt.

Noah Schneeberger ist zwar öfters an vorderster Front, hat aber neben zehn Assists noch keinen Treffer auf seinem Konto. (TOPPictures Dominic Richter)

Insgesamt waren Fribourgs Verteidiger an 54 Toren direkt beteiligt. Davon sind wie erwähnt fünf Tore erzielt worden. Nun könnte es sein, dass die Stürmer oftmals die Schüsse der Verteidiger ins Tor lenken. Doch gerade einmal 15 der 49 Vorlagen sind erste Assists. Nur noch die Verteidiger der Lakers haben weniger erste Assists gesammelt (11). Diese haben aber auch deutlich weniger Tore erzielt.

Drei spürbare Abgänge in der Verteidigung im Sommer

Vor allem der Abgang von Yannick Rathgeb ist in Fribourg mehr zu spüren als gedacht. Der 23-Jährige hatte letztes Jahr noch das Powerplay angekurbelt, wechselte aber im Sommer nach Amerika und unterschrieb bei den New York Islanders einen Vertrag bis 19/20. Doch bisher kam er nur in der AHL zum Einsatz.

Aber auch die Wechsel von Lorenz Kienzle, der in Ambri zwar öfters auf der Tribüne sitzt, und Andrea Glauser machen sich bemerkbar. Glauser ist in Langnau auf bestem Weg, sich in den erweiterten Kreis der Nati zu spielen und hat diese Saison ein Tor und zwölf Assists gesammelt. Mit dem Ausfall von Philippe Furrer hat sich die ganze Situation nicht verbessert.

Fribourg muss in dieser Saison hart um einen Platz in den ersten Acht kämpfen. Julien Sprunger und Co. sind gefordert.


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