Gegen solche NHL-Stars haben unsere National League-Spieler einst gespielt

Einige National League-Grössen mit Schweizer Lizenz haben während ihrer Nachwuchszeit in den kanadischen Juniorenligen QMJHL, WHL oder OHL gespielt. Dort kam es teilweise zu spannenden Duellen mit heutigen Top-Stars der NHL.

Dominic Zwerger: Das Playoff-Duell gegen Mathew Barzal

Viele wissen gar nicht mehr, dass Dominic Zwerger vor zwei Jahren noch in der Juniorenliga WHL gespielt hat. Mittlerweile gehört er ohne Zweifel zu den besten Spielern unserer National League und hat die Fans schon mit einigen sehenswerten Aktionen begeistert.

Mit Ambri hat Zwerger nun die Playoffs erreicht, wo er in der Serie gegen Biel einer der Schlüsselspieler der Leventiner ist. Dies war der Österreicher auch bei den Everett Silvertips vor zwei Jahren. Dort war er der zweitbeste Skorer seines Teams und traf im Conference Halbfinale auf den späteren WHL Champion Mathew Barzal, der ebenfalls der zweitbeste Skorer seines Teams war. So wurde das Duell zwischen Zwerger und Barzal ausgesprochen. Das Team von Barzal gewann zwar die Serie deutlich mit 4:0, Zwerger hatte in den Playoffs aber einen besseren Punkteschnitt als sein Konkurrent.

Zwei Jahre später zählt Zwerger zu den besten Spielern der National League und Barzal zu den besten Spielern der NHL. In der vergangenen Saison wurden beide in ihren jeweiligen Ligen zum Rookie des Jahres ausgezeichnet. 146 Spiele hat der 21-jährige Barzal bisher in der besten Liga der Welt bestritten und dabei 136 Punkte gesammelt. Er zählt damit wie Zwerger zu den besten Skorern seiner Liga. Es würde nicht erstaunen, würden die Jugendkontrahenten in einigen Jahren wieder aufeinander treffen.

Dominic Zwerger wurde kürzlich zum österreichischen Hockeyspieler des Jahres gewählt. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

Die starke Generation von Denis Hollenstein - John Tavares / Taylor Hall / P. K. Subban

Das Nordamerika-Abenteuer von Denis Hollenstein zwischen 2007 und 2009 lief eigentlich ziemlich bescheiden. Im Schnitt sammelte der heutige WM-Silberheld nicht einmal einen halben Punkt pro Spiel. Trotzdem wird ihm diese Zeit vermutlich für immer in Erinnerung bleiben, denn kaum ein Spieler hat in seiner Jugend gegen so viele Topcracks spielen dürfen.

Allen voran natürlich John Tavares, der nach der Saison 08/09 von den New York Islanders als Nummer 1 gezogen wurde und mittlerweile (noch) der zweitbeste Verdiener der gesamten NHL ist. Zudem begegnete Hollenstein einem weiteren Nummer 1 Draft: Taylor Hall wurde 2010 an erster Stelle gezogen und zählte ebenfalls schon zu den besten Skorern. Hall ist nun Teamkollege von Nico Hischier und wurde in der vergangenen Saison zum MVP der Regular Season ausgezeichnet. Der Nummer 2 Pick von 2010, Tyler Seguin, war 2009 ebenfalls Teil der OHL und zeigte seine Klasse.

Das Hollenstein nicht so viele Punkte erzielt hatte, lag vielleicht auch an seinen Gegenspielern. Denn mit P. K. Subban und John Carlson traf er gleich auf zwei der weltbesten Verteidiger. Subban wurde 2013 mit der Norris Trophy zum besten Verteidiger der Liga ausgezeichnet. Carlson scheiterte in der vergangenen Saison nur knapp an der Auszeichnung, obwohl er am meisten Punkte aller Verteidiger gesammelt hatte.

Das ist allerdings nur der Anfang, denn Matt Duchene (an 3. Stelle gezogen), der bullystarke Center Ryan O’Reilly (33.), Roman Josis Verteidigungspartner Ryan Ellis und Timo Meiers Liniencenter Logan Couture gehörten ebenfalls zu den besten Skorern.

Denis Hollenstein ist mittlerweile WM-Silbermedaillen-Gewinner. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

Lino Martschini: Overtime WDeninner gegen Sean Monahan

Zwei Jahre verbrachte Lino Martschini in der OHL bei den Peterborough Petes und skorte dabei fast einen Punkt pro Spiel. Am 10. Februar 2012 traf der schmächtige Martschini (168 cm) auf den Turm namens Sean Monahan (191 cm). Das torreiche Spiel ging in die Verlängerung. Dort traf Martschini nach 40 Sekunden zum 5:4 Sieg über Monahans Ottawa 67’s.

Sieben Jahre später sieht das Bild nun ganz anders aus. Monahan macht in der NHL mit den Calgary Flames auf sich aufmerksam und ist ein Grund, weshalb die Flames in dieser Saison bisher am drittmeisten Punkte gesammelt haben. Er hat in 70 Partien 31 Tore erzielt und 45 vorbereitet und gehört damit in die Top 20 der Punktesammler.

Bei Martschini sehen die Skorerwerte zwar ähnlich aus, jedoch hat er es nie über die National League hinaus geschafft. Seine Grösse spielt ihm für die harte Gangart in der NHL leider einen Strich durch die Rechnung.

Lino Martschini skort in der National League meist über 40 Punkte pro Saison. (TOPpictures/Andy Buettiker)

Zur Freude der Fans sind diese Spieler heute in der Schweizer National League zu bestaunen. Ohne Zwerger, Hollenstein, Martschini und den vielen anderen Junioren, die einige Jahre in den kanadischen Juniorenligen verbracht haben, würde unsere Liga viel an Qualität verlieren. Da darf man von Glück sprechen, dass diese Spieler (noch) nicht die Chance in der NHL erhalten haben.


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