Gregory Hofmann auf dem Weg die 40-Tore-Marke zu knacken

Der Transfer ging neben demjenigen von Leonardo Genoni und dem Tschechen Jan Kovar fast unter. Der beste Torschütze der letzten Saison wechselte im Sommer ebenfalls zum EV Zug. Nachdem Gregory Hofmann in Lugano 30 Tore erzielt hatte, scheint nun bei seinem neuen Arbeitgeber noch mehr möglich zu sein.

Während andere Sportler nach einem Klubwechsel teilweise mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen haben, legte Gregory Hofmann beim EV Zug von Anfang richtig los und brauchte keine Anpassungszeit. Bereits in den ersten Testspielen skorte der 26-jährige Stürmer wie am Laufmeter. 

Nach zwölf Spielen trägt Hofmann bereits das Topskorer-Shirt des EVZ und führt die Skorerliste der gesamten Liga an. Mit 20 Punkten liegt er einen Punkt vor Garrett Roe (Zürich) und vier vor Harri Pesonen (Langnau) und Tommy Wingels (Genf). Während seine Konkurrenten vermehrt durch Assists aufgefallen sind, hat Hofmann fast doppelt so viele Tore als Vorlagen auf seinem Konto. Mit seinen 13 Treffern schoss er im Schnitt mehr als ein Tor pro Spiel. Damit ist er souverän der beste Torschütze der Liga. Einzig Pius Suter (Zürich) mit zehn Toren kommt einigermassen an den Flügel heran. Dahinter folgen mit nur acht Toren Simon Bodenmann (Zürich) und Luca Fazzini (Lugano).

Überragender Teamkollege

In der vergangenen Saison war Hofmann beim HC Lugano praktisch alleiniger Leistungsträger. Viele seiner Mitspieler blieben in der letzten Saison, in der es für die Tessiner nur knapp für die Playoffs reichte, unter ihrem Potential. In Zug sieht die Situation ganz anders aus. Vier weitere Spieler haben mindestens elf Punkte gesammelt. Viele davon waren mehrheitlich Assists, die schliesslich Hofmann verwandelt hatte.

Der wichtigste Spieler für Hofmann ist der Tscheche Jan Kovar. Der 29-jährige Center ist einer der besten Spieler ausserhalb der NHL und sammelte in fast 400 KHL-Spielen über einen Punkt pro Spiel. Nun spielt Kovar erstmals in der Schweiz und legt seine Tore für Gregory Hofmann auf. Bei acht der 13 Tore von Hofmann wurde Kovar ein Assist gut geschrieben. Als dritter Stürmer neben Hofmann und Kovar wechselten sich zuletzt Carl Klingberg und Dario Simion ab. So wirklich spielt es aber gar keine Rolle, wer neben den beiden eingesetzt wird. Ihre Tore schiessen sie so oder so. 

Gregory Hofmann und Jan Kovar wie so oft beim gemeinsamen Jubeln. (JustPictures)

Brandgefährliches Duo im Powerplay

Knapp die Hälfte der Tore erzielte Hofmann im Powerplay. Mit Lino Martschini auf rechts und Gregory Hofmann auf links hat die erste Zuger Überzahl-Formation zwei brandgefährliche Scharfschützen auf den Seiten, welche kaum zu verteidigen sind. Der Ex-NHL-Spieler Raphael Diaz als Blueliner weiss die beiden zudem hervorragend einzusetzen. So erzielen die Zuger bisher am meisten Powerplay-Tore pro Spiel (1.08). Grösstenteils war dafür die Hofmann-Formation, in der logischerweise auch Kovar vertreten ist, verantwortlich. 

Gregory Hofmann ist auf dem besten Weg, einen neuen Rekord in der Neuzeit aufzustellen. Michel Riesen kam in der Saison 2006/07 mit 37 Treffern zuletzt an die unfassbare 40-Tore-Marke heran. Knacken konnte diese seit über 20 Jahren keiner mehr. Und unter den 25 Spielern, die einst 40 Tore in einer Saison erzielen konnten, war kein Schweizer. 

Wenn Hofmann (und sein kongenialer Partner Kovar) so weiterspielen, dann wird der Schweizer von den 40 Toren mehr als nur träumen dürfen. Klar ist, seine Schusseffizienz von 26 % ist normalerweise kaum zu halten. Doch wenn die Mitspieler Kovar, Diaz und Martschini heissen und man übertrieben gesagt, den Stock nur auf dem Eis halten muss, dann wird selbst eine solche Effizienz möglich sein.


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