Haben die Toronto Maple Leafs mit Jake Muzzin das fehlende Puzzleteil für den grossen Coup gefunden?

Trotz sportlich weniger erfolgreichen Wochen herrscht in Toronto seit gestern grosse Freude. Die Leafs haben mit Jake Muzzin einen soliden Verteidiger getradet und somit möglicherweise das fehlende Puzzleteil für den Stanley Cup gefunden.

Die Toronto Maple Leafs haben schwierige Wochen hinter sich. Aus den letzten zehn Spielen haben sie nur vier Spiele gewonnen und mussten sechs Niederlagen in der regulären Spielzeit einstecken. Das Problem der Leafs liegt keineswegs in der Offensive: Dort haben sie mit Mitchell Marner (62 Skorerpunkte in dieser Saison), John Tavares (54) und Auston Matthews (43) drei hervorragende Einzelspieler, dazu kommen mit Nazem Kadri (32), Kasperi Kapanen (30), Patrick Marleau (22) und Andreas Johnsson (22) Spieler, die ebenfalls wissen, wo das Tor steht.

Die schlechte Form überträgt sich in Toronto besonders schnell auf das Publikum. So wurde Verteidiger Jake Gardiner vor zwei Wochen nach einem defensiven Fehler sogar ausgepfiffen. Gardiner ist zwar ein sehr starker Offensivverteidiger, hat aber doch oftmals Schwierigkeiten in der eigenen Zone. Und genau das zeigt die grösste Schwäche im Team der Maple Leafs. Die Verteidiger sind defensiv oftmals zu unsicher und verlieren sehr viele Zweikämpfe im eigenen Drittel. Grösstenteils sind die defensiven Fehler zwar mit der Offensivpower zu kompensieren, doch vielen Fans machte dieses Auftreten Sorgen im Hinblick auf die Playoffs.

Jake Muzzin hat in 546 NHL-Spielen 58 Tore erzielt und 175 vorbereitet. (Julian Avram/Icon Sportswire)

Nun hat Toronto gestern mit einem Trade reagiert. Sie bekommen Verteidiger Jake Muzzin von den Los Angeles Kings und geben dafür Stürmer Carl Grundström, die Rechte am Verteidiger Sean Durzi und den Erstrunden Pick im kommenden Draft 2019 ab. Der 21-Jährige Grundström spielt momentan in der AHL und weist dort gute Werte auf. Durzi ist ein Jahr jünger und spielt noch in der Juniorenliga OHL. Beide Spieler werden wohl erst in Zukunft ein Gewinn für die Kings sein.

Jake Muzzin allerdings wird den Leafs sofort den möglicherweise entscheidenden Input geben können. Der 29-Jährige ist defensiv sehr solide, hat aber auch offensive Fähigkeiten. Zudem macht er die Leafs auf dem Feld noch etwas «böser». Diese «bösen» Spieler sind dann meist in den Playoffs goldwert. Mit den Kings hat Muzzin bereits einen Stanley Cup feiern können, er weiss also wie man Titel gewinnt.

 

In Toronto wird Muzzin im ersten Verteidigungspaar neben Nummer 1 Verteidiger Morgan Rielly spielen. Somit ersetzt er den defensiv sehr anfälligen Gardiner. Dieser wird in die zweite Linie versetzt und kann sich dort mehr auf seine offensiven Fähigkeiten fokussieren. Neben Rielly musste er sich offensiv oftmals noch etwas zurückhalten.

Mit dem Trade von Muzzin wurden die letzten, sportlich weniger erfolgreichen Wochen gleich wieder vergessen. Dass General Manager Kyle Dubas den bisher unglücklichen Vertrag mit William Nylander abgeschlossen hatte, wurde ihm gleich wieder verziehen. Die Freuden in Toronto sind also verständlich gross, denn jeder hatte damit gerechnet, dass ein Spieler der jetzigen Mannschaft für einen soliden Verteidiger abgeben werden muss.

Die Leafs haben sich mit dem Trade sicherlich und vor allem auf der richtigen Position verstärkt. Ob der in der Nähe von Toronto aufgewachsene Muzzin dem Team zu einem langen Playoff-Run verhelfen kann, werden wir erst ab dem 6. April sehen. Dann finden nämlich die letzten Spiele der Regular Season statt.


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