Hischier, Niederreiter, Fiala - Diese Linie dürfte in Zukunft noch viel Freude bereiten

Die Schweiz verliert das letzte Gruppenspiel gegen Tschechien knapp mit 5:4. Trotzdem gibt es viele Aspekte, die positiv für den Viertelfinal stimmen können. Einer davon ist die neue erste Sturmreihe.

Und da war er plötzlich, der 4:4 Ausgleich. Nino Niederreiter drückte die Scheibe im zweiten Anlauf über die Linie, nachdem Nico Hischier den Angriff eingeleitet und Roman Josi im gegnerischen Drittel seine Kreise gezogen hatte. Knapp vier Minuten blieben noch zu spielen, um mit einem Tor mindestens den dritten, mit zwei Toren möglicherweise sogar den zweiten Platz zu erringen. Mit einem sechsten Feldspieler und ohne Torhüter versuchten die Schweizer alles, doch am Ende trafen die Tschechen ins verlassene Gehäuse.

Trotz der Niederlage gab es viele gute Dinge zu sehen. Die Präsenz von Niederreiter, der erst gestern in Bratislava zum Team gestossen war, gab sicherlich etwas Auftrieb. Er integrierte sich nach nur einem Training sofort in die Mannschaft. Für ihn musste Vincent Praplan auf der Tribüne Platz nehmen.

Der Stürmer der Carolina Hurricanes kam, je länger das Spiel dauerte, besser in Fahrt. Dies hing vermutlich auch mit dem Linienwechsel zusammen, der etwa Mitte Spiel vollzogen wurde. Auf dem Matchblatt stand Niederreiter in der ersten Linie neben Sven Andrighetto und Gaetan Haas. Später tauschte er den Platz mit Gregory Hofmann und stürmte neben Kevin Fiala und Nico Hischier.

Dass die drei NHL-Stürmer zusammen spielen werden, hätte man eigentlich schon zu Beginn erwarten können. Denn Patrick Fischer probierte gegen Russland mit Simon Moser einen physisch starken Spieler neben Hischier und Fiala aus. Zwar klappte das (noch) nicht wie gewünscht, nur spielt Niederreiter eben in der NHL, Moser in der National League.

Nino Niederreiter und Kevin Fiala bearbeiten das tschechische Gehäuse. (Andre Ringuette/HHOF-IIHF Images)

Obwohl die drei noch nie miteinander in einer Linie gespielt haben, harmonierten sie ziemlich gut miteinander. Auch auf dem Papier scheint die Linie zusammenzupassen. Niederreiter ist ein Powerflügel, der viel Druck machen kann und gleichzeitig defensiv solide steht. Gemeinsam mit Hischier, der ebenfalls vorne und hinten ein hervorragendes Gesamtpaket besitzt, können sie die Defensivschwächen Fialas kompensieren. Dieser muss natürlich auch nach hinten arbeiten, hat aber zwei starke Partner, die ihm die Aufgaben etwas abnehmen.

Offensiv ergänzt sich der Dreizack ebenfalls ziemlich gut: Niederreiter als physische Komponente und Arbeiter vor dem Tor, Fiala als Künstler mit dem Puck und Hischier als unauffälliger Spielmacher, der für Fiala die Räume öffnet und selbst immer wieder für Geistesblitze sorgen kann. Dass Hischier und Fiala gut zusammenpassen, hat sich in den ersten Spielen bereits gezeigt. Niederreiter könnte das dritte Puzzlestück sein, dass diese Linie noch fataler machen würde. Gegen Tschechien hat es bereits ein erstes Mal geklingelt.

Was natürlich nicht vergessen werden darf, ist, dass das Durchschnittsalter dieser Linie knapp 23 Jahre ist. Noch gut zehn Jahre liegen vor dieser Linie. Sie könnte sich als die gefährlichste Sturmformation herausstellen, die die Schweiz jemals gesehen hat. Denn erstmals in der Geschichte ist auch die so wichtige Position auf der Mittelachse von einem NHL-Schützling besetzt, der in der besten Liga der Welt ohne Zweifel 60 Punkte pro Saison sammeln kann. Solche dominanten Center fehlten der Schweiz zuvor.

Es gibt also guten Grund, dass die Formation um Nico Hischier, Nino Niederreiter und Kevin Fiala die beste in der Schweizer Hockey-Geschichte werden kann. Auf wen die Schweiz im Viertelfinal trifft, wird erst heute Abend bekannt werden. Ob schliesslich Finnland, Kanada oder die USA der Gegner sein wird, das Prinzip ist klar: Ein Tor mehr schiessen als der Gegner. Und dazu werden Hischier, Niederreiter und Fiala sicherlich beitragen.


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