National League-Playoffs: 70 Punkte werden wohl reichen

In der vergangenen Saison reichten 74 Punkte nach 50 Spielen nicht, um sich einen Playoff-Platz zu sichern. In diesem Jahr können die Teams beruhigt sein: Es werden vermutlich nicht mehr so viele benötigt.

Es war eine unglaublich spannende Saison 2018/19. Zwischen Platz 3 und Platz 10 schien bis wenige Runden vor Schluss alles offen zu sein. Es zählte jeder Punkt, mit einer Niederlage konnte man bereits nach hinten geschleudert werden. Am Ende mussten sowohl die ZSC Lions als auch der HC Fribourg-Gottéron mit 74 Punkten den Gang in die Playouts antreten. Auf das achtplatzierte Genf fehlte lediglich ein Punkt. Für das Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals, also Rang 4, fehlten nur fünf Punkte. 

Auch in dieser Spielzeit dürfen wir uns nicht über fehlende Unterhaltung beschweren. Der SC Bern und der HC Lugano machen das Playoff-Rennen dank einer schlechten ersten Saisonhälfte spannend. Der EHC Biel hält die Spannung mit zwischenzeitlich acht Niederlagen in Serie aufrecht. Und auch Lausanne, das zwischen Sieges- und Niederlagenserien schwankt, scheint lieber noch etwas im Playoff-Kampf mitmischen zu wollen als sich deutlich abzusetzen.

Wie viele Punkte reichen in dieser Saison für die Playoffs? 

Wenn man nun den Trainer eines Strichteams fragen würde, wie er sein Team im Rennen um die Playoffs sieht, käme höchstwahrscheinlich eine Antwort in dieser Art: «Wir schauen nicht auf die Tabelle. Wir müssen Spiel für Spiel nehmen. Alles ist offen. Jeder Punkt ist wichtig.» 

Im Hinterkopf stellt sich mittlerweile aber doch die Frage: Wie viele Punkte brauchen wir noch? Lässt man die vergangene Saison ausser Betracht, dann war die goldene Grenze meistens bei den 70 Punkten. Seit der Spielzeit 2007/08 und der Einführung der sechs Zusatzrunden verpasste einzig der SC Bern in der Saison 2013/14 mit genau 70 Punkten die Playoffs. Ansonsten reichten diese in jedem Fall, in der Saison 2010/11 qualifizierte sich Fribourg zum Beispiel mit nur 64 Punkten für die Playoffs.

Schaut man sich die Gegenwart an, dann werden dieses Mal 70 Punkte möglicherweise gerade reichen. Nach Punkten pro Spiel liegt der HC Lugano auf dem achten und somit letzten Playoff-Platz. Die Tessiner haben einen Schnitt von 1.38 Punkten pro Spiel. Hochgerechnet auf 50 Spiele sind dies genau 69 Punkte. Dahinter würde Bern mit seinem aktuellen Punkteschnitt (1.37) auf 68.5 Punkte nach 50 Spielen kommen und die Playoffs verpassen.

Die Tabelle nach Punkten pro Spiel. (sihf.ch)

Weshalb genügen in dieser Saison möglicherweise wieder 70 Punkte und weshalb im Vorjahr nicht? Der simple Grund: Die Rapperswil-Jona Lakers sammeln in dieser Spielzeit fast doppelt so viele Punkte wie noch vor einem Jahr und das aktuell elftplatzierte Ambri hat jetzt fast schon gleich viele Punkte auf dem Konto wie der Vorjahreselfte Davos nach 50 Spielen. Die letzten beiden Teams klauen der Konkurrenz also deutlich mehr Punkte im Vergleich zur vergangenen Saison und senken deshalb die Grenze für die Playoffs.

Ein weiterer Grund ist, dass die vier besten Mannschaft mehr Punkte gesammelt haben als noch vor einem Jahr. Zwar ist der diesjährige Leader Zug nach Punkten pro Spiel nicht so dominant wie Bern vor einem Jahr, dafür sind Dritt- und Viertplatzierter deutlich stärker. Mit Zahlen unterlegt heisst dies: In dieser Saison sammeln Zug, Davos, Genf und Zürich addiert 7.26 Punkte pro Spiel, während Bern, Zug, Lausanne und Biel vergangene Saison nur auf einen Wert von 7.18 kamen. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Denn auf 50 Spiele hochgerechnet sind dies vier Punkte. Diese wären in der letzten Saison am Strich verteilt worden.

Obwohl die Tendenz in dieser Saison dahin weist, sind 70 Punkte keinerlei Garantie für einen Playoff-Platz. In den 73 verbleibenden Spielen kann noch vieles passieren. Umso spannender für die Zuschauer.




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