National League Saison-Vorschau: HC Davos

In wenigen Tagen beginnt die neue Eishockey-Saison. Zeit einen Blick auf die 12 Teams der höchsten Schweizer Liga zu werfen. Heute im Fokus: Davos.

Ein Übergangsjahr

2021 wird der HC Davos sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Bis dann soll auch die Vaillant Arena in neuem Glanz erstrahlen. Die Gemeinde hat im Frühjahr nämlich einer Sanierung sowie einer neuen Trainingshalle zugestimmt. Bis dahin wird das Budget für den HCD reduziert. In den nächsten zwei Jahren müssen Arno del Curto und Co. kleinere Brötchen backen. Somit wurden vermehrt Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft nachgezogen - obwohl das unter Del Curto keine Seltenheit ist - und keine Kracher verpflichtet.

Verstecktes Talent

Bisher konnte das junge Goalieduo, namentlich Gilles Senn und Joren Van Pottelberghe, noch nicht vollends überzeugen. Es ist aber auch nicht verwunderlich, denn der 22-jährige Senn und der 21-jährige Van Pottelberghe stehen erst am Anfang ihrer Karriere. Beide wurden in den letzten Jahren gedraftet und stecken noch voller Talent. Jedoch wäre es langsam an der Zeit, dieses auszuschöpfen. Der um ein Jahr ältere Senn ist in seiner Entwicklung zurzeit noch ein kleines Stückchen voraus. Trotzdem wird der Walliser nicht als gesetzte Nummer 1 in die Saison starten, sondern sich voraussichtlich wie letztes Jahr mit Van Pottelberghe abwechseln.

Gilles Senn kämpft mit Joren van Pottelberghe um die Nummer 1. Enzo Corvi (rechts) wird nach einer starken Weltmeisterschaft immer noch in der Schweiz zu sehen sein. (TOPpictures/Andy Buettiker)

Spieler loswerden

Del Curto musste Spieler loswerden, um Gehälter zu sparen. Dies geschah dann vor allem in der Verteidigung, denn mit Davyd Barandun, Julian Payr und Dominic Buchli stehen drei vielversprechende Talente aus dem Nachwuchs vor der Türe, welche zudem weniger Kosten verursachen. Mit Lukas Stoop (Kloten) hat man sich zudem schon seit längerem geeinigt. Der 28-Jährige stand bereits zwischen 2007 und 2012 fünf Jahre im Kader der  Bündner.

Deshalb hat man Noah Schneeberger ohne Weiteres zu Fribourg ziehen lassen. Die jungen Simon Kindschi (Langnau) und Marco Forrer (Fribourg) mussten den Club ebenfalls verlassen.

Del Curtos Therapiekurs

Im Sturm wurden wiederum einige grössere Namen abgegeben. Samuel Walser und Dario Simion, welche in Davos beide nicht mehr so auf Touren kamen, wechseln nach Fribourg respektive Zug. Gregory Sciaroni, der in den letzten Jahren oftmals verletzt war, wechselt nach Bern und Mauro Jörg wurde an Lugano abgegeben. Nando Eggenberger, der im diesjährigen Draft überraschend nicht gedraftet worden war, versucht sein Glück nun trotzdem in der nordamerikanischen Juniorenliga OHL und Ken Jäger wechselt nach Schweden zu Rögle.

Mit Luca Hischier, Bruder von NHL-Crack Nico, und Dario Meyer (beide Bern) kamen zwei Spieler nach Davos, die unter der Führung von Arno Del Curto endlich aufblühen sollen. Ebenfalls in Del Curtos Therapiekurs hinzu kommt Inti Pestoni. Der Leventiner will nach zwei verlorenen Jahren in der Grossstadt Zürich wieder auf die Spur zurückfinden. Mit Thierry Bader stösst ein vierter junger Spieler zur Mannschaft, der sich nach seiner ersten kompletten Saison mit Kloten weiterentwickeln möchte.

Berns Nummer 96 Dario Meyer und Klotens Nummer 97 Thierry Bader spielen nächste Saison zusammen in Davos. (TOPpictures/Michael Walch)

Das lange Warten

Endlich ist er wieder zurück. Perttu Lindgren, MVP der Davoser Meistersaison 2015, kann nach fast einem Jahr Abstinenz zu Saisonbeginn sein Comeback feiern. Der 31-jährige Finne hat nach zwei Hüftoperationen praktisch die gesamte letzte Saison verpasst. Nun steht er Del Curto bereits am ersten Spieltag zur Verfügung.

Ebenfalls bekannt ist uns der schwedische Verteidiger Magnus Nygren. Mit ihm wurde der Vertrag um ein Jahr verlängert. Neu im Team der Bünder sind Sami Sandell, der nach einem Tryout fest unter Vertrag genommen wurde sowie Shane Prince, welcher sich gleich mit sechs Toren in den ersten zwei Testspielen bemerkbar machte.  

Magnus Nygren war vorübergehend sogar Topscorer. (TOPpictures/Andy Buettiker)


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