NHL-Saisonvorschau - Zehn Schweizer starten in der besten Liga der Welt

Zehn Schweizer werden ab heute, 12. Oktober, in der NHL zu sehen sein. Die meisten davon nehmen eine grössere Rolle in ihren Teams ein. 

Roman Josi - Nashville Predators

Sein Name ist mittlerweile überall bekannt. Roman Josi zählt seit mehreren Jahren zu den besten Verteidigern der Welt. 2020 wurde er mit der Norris Trophy sogar zum besten Verteidiger der NHL gekürt. Er wird die Nashville Predators als absoluter Captain und Leistungsträger aufs Eis führen, nachdem er in der vergangenen Saison mit 33 Punkten aus 48 Partien wie schon das Jahr zuvor Topskorer seines Teams wurde. Von ihm dürfen über 60 Punkte erwartet werden.

Nico Hischier - New Jersey Devils 

Neben Josi ist Nico Hischier der zweite Schweizer, der mit dem «C» auf der Brust sein Team anführen wird. In einer schwierigen Saison mit Quarantäne und Verletzungen verpasste der 22-jährige Center einen Grossteil der Saison und kam nur zu 21 Einsätzen, in denen er sechs Tore erzielt und fünf vorbereitet hatte. An der WM zeigte er dann, dass er zu den weltbesten Spielern gehört. Deshalb kann man von Hischier an die 60 Punkte erwarten.

Die New Jersey Devils haben viele junge Talente in der Mannschaft und in der Off-Season gut aufgerüstet. Deshalb sind sie, auch dank Nico Hischier, eines der interessantesten Teams der NHL. (Just Pictures)

Jonas Siegenthaler - New Jersey Devils

Mit Jonas Siegenthaler spielt ein zweiter Schweizer bei den New Jersey Devils. Ob der 24-jährige Schweizer allerdings einen Stammplatz im Lineup der Devils findet, ist noch nicht sicher. Mit den Zuzügen von Dougie Hamilton und Ryan Graves ist die Konkurrenz in der Defensive grösser geworden. Der Defensivverteidiger wird keine allzu grosse Rolle im Kader einnehmen und um einen Platz im dritten Verteidigerpaar kämpfen. Jeder Skorerpunkt, den Siegenthaler macht, ist ein gewonnener.

Nino Niederreiter - Carolina Hurricanes 

Es steht ein wichtiges Jahr vor Nino Niederreiter. Der Vertrag des Bündners läuft Ende Saison aus und mit 29 Jahren könnte er noch einmal einen saftigen Vertrag erhalten, wenn er eine gute Saison spielt. Die letzte war mit 20 Toren und 14 Assists in 56 Partien ganz ordentlich. Mit den Carolina Hurricanes zählt er nun zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. 50 Skorerpunkte sind auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Wenn er eine ganze Saison fit bleibt, ist auch seine Bestmarke von 57 Punkten in der Saison 2016/17 in Gefahr. 

Kevin Fiala - Minnesota Wild 

Lange haben die Minnesota Wild und Kevin Fiala über einen neuen Vertrag verhandelt. Schliesslich haben sie sich auf einen Einjahresvertrag mit einem Gehalt von 5.1 Millionen Dollar geeinigt. Der 25-jährige Stürmer muss in diesem Jahr beweisen, dass er zur Weltspitze gehört und einen langfristigen Vertrag mit einem satten Gehalt verdient hat. In der letzten Saison war er mit 20 Toren und genauso vielen Assists in 50 Partien zweitbester Skorer der Wild. Über eine vollständige Saison kann man zwischen 60 und 70 Punkte von Fiala erwarten.

Timo Meier - San Jose Sharks 

Timo Meier und die San Jose Sharks stehen vor einem ungewissen Jahr. Aufgrund der teuren Verträge der Verteidiger Brent Burns, Erik Karlsson und Marc-Edouard Vlasic, die zusammen über einen Drittel des gesamten Salary Caps einnehmen, fehlt das Geld für die Kaderbreite. Deshalb ist die Offensive deutlich schwächer besetzt als auch schon. Meiers Bestmarke von 66 Skorerpunkten wäre eine enorm hohe Zielmarke für das kommende Jahr. Wenn er über 50 Punkte machen kann, wäre das vermutlich schon ein persönlicher, aber auch ein Erfolg für die Sharks.

Pius Suter - Detroit Red Wings 

Nach einer erfolgreichen Rookie-Saison mit 27 Skorerpunkten in 55 Partien mit den Chicago Blackhawks zog es Pius Suter weiter zu den Detroit Red Wings. Dort wird er die zweite Sturmreihe als Center anführen. Die Red Wings befinden sich aktuell im Rebuild, weshalb die Ambitionen noch nicht so gross sind. Eine Playoff-Qualifikation käme für die junge Truppe vermutlich eher überraschend. Deshalb ist eine Prognose von Suter schwierig, allerdings wären über 40 Skorerpunkte sicherlich eine sehr starke Marke.

Philipp Kurashev - Chicago Blackhawks 

Nach dem Abgang von Suter ist Philipp Kurashev neu der einzige Schweizer in Chicago. Trotzdem wurde die Konkurrenz mit der Rückkehr von Jonathan Toews und dem Zuzug von Tyler Johnson grösser. Der 22-jährige Stürmer hat aber den Vorteil, dass er sowohl auf dem Flügel als auch als Center einsetzbar ist. Vorerst wird er wohl eher auf dem Flügel zum Einsatz kommen und hat dabei gute Chancen, sein Talent in den Top Six unter Beweis zu stellen. In seiner zweiten NHL-Saison darf man von Kurashev um die 30 Skorerpunkte erwarten, nachdem er in seinem Rookie-Jahr 16 Torbeteiligung aufzuweisen hatte. 

Dean Kukan - Columbus Blue Jackets 

Dean Kukan hat sich in den letzten zwei Jahren seinen Platz in der NHL erkämpft und wurde nicht mehr in der AHL eingesetzt. Trotzdem gab es in der vergangenen Saison eine Phase während etwa eines Monates, in der er zu keinen Einsätzen kam und überzählig war. Gegen Saisonende war er aber wieder gesetzt. Die Verteidigung der Blue Jackets ist weder qualitativ mit grossen Namen besetzt, noch quantitativ breit aufgestellt. Deshalb stehen die Chancen gut, dass der 28-jährige Schweizer die ganze Spielzeit als Stammkraft bestreiten kann. Dann könnte er erstmals über zehn Skorerpunkte in einer Spielzeit sammeln.

Gregory Hofmann - Columbus Blue Jackets 

Einziger neuer Name, der direkt in der NHL starten wird, ist derjenige von Gregory Hofmann. Der 28-jährige Flügelstürmer entwickelte sich in den letzten Jahren in der National League und auch im Nationalteam immer weiter, sodass ihm nun der direkte Sprung in die NHL zuzutrauen ist. Allerdings sind die Blue Jackets auf dem Flügel nicht allzu schlecht aufgestellt. Deshalb ist unklar, ob er gleich in den ersten Saisonspielen eingesetzt wird. Zieht man die Vergleiche zu Dominik Kubalik und Pius Suter, sind die Erwartungen aus Schweizer Sicht natürlich extrem hoch. Mit 20 oder mehr Skorerpunkten wäre Hofmann in seiner ersten NHL-Saison aber vermutlich zufrieden.




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