Playout-Final 2019 - Davos wird gegen Rapperswil ins kalte Wasser geworfen

Endlich ist die irrelevante Platzierungsrunde vorbei und es geht ans Eingemachte. Wer muss gegen den Meister der Swiss League antreten und gegen den Abstieg kämpfen?

Die monatelange Vorbereitung auf den Existenzkampf

Seit Monaten wissen der HC Davos und der SC Rapperswil-Jona Lakers, dass sie die letzten zwei Teams sein werden, die gegen den Abstieg kämpfen müssen. Heute ist es soweit: Die Best-of-Seven Serie und der sportliche Existenzkampf beginnen. Wer hat sich in der wochenlangen Vorbereitung besser auf die Situation und den Gegner eingestellt?

Für beide Teams ist der sportliche Existenzkampf eigentlich ein Novum. Für Rapperswil scheint der Abstiegskampf zum Alltag zu gehören. Doch der Aufsteiger hatte in den drei Jahren zuvor in der Swiss League genauso wenig mit dem Abstieg zu tun wie Davos. Die Mannschaft besteht grösstenteils aus profilierten Swiss League-Spielern, die dort nie etwas mit dem Abstieg zu tun hatten. Einzig Roman Schlagenhauf (Ambri, Kloten) kennt dieses ungute Gefühl von der sportlichen Existenz bedroht zu sein. Selbst für die Veteranen Timo Helbling und Sven Lindemann wird der Kampf gegen den Abstieg noch einmal etwas neues sein in ihren langen Karrieren, auf das sie vermutlich gerne verzichtet hätten.

Roman Schlagenhauf ist in seiner Karriere andauernd im Abstiegskampf. (Just Pictures)

Auf der anderen Seite steht der HC Davos, der zum ersten Mal überhaupt seit 25 Jahren den Gang in die Playouts antreten musste und nun direkt ins kalte Wasser geworfen wird. Die Davoser haben ebenfalls nur wenige Spieler in ihren Reihen, die den Existenzkampf kennen: Inti Pestoni, der mit Ambri jährlich gegen den Abstieg gekämpft hat, kommt einem natürlich als erstes in Sinn. Zudem kamen im Sommer Lukas Stoop und Thierry Bader von Absteiger Kloten ins Bündnerland. Das war’s schon.

Rapperswil machte den besseren Eindruck in der Platzierungsrunde

Seit mehreren Wochen haben sich die beiden Teams also auf etwas vorbereitet, dass sie noch gar nicht kennen. In der völlig irrelevanten Platzierungsrunde machten die Lakers aber den etwas besseren Eindruck. Die Resultate dürfen keineswegs überbewertet werden, doch die St. Galler haben immerhin vier der sechs Partien gewonnen. Davos hingegen siegte nur einmal und verlor gleich beide Spiele gegen den heutigen Gegner.

In der Regular Season hatte Davos noch sechs der letzten acht Spiele gewonnen. Es schien, als hätten die Bündner den Tritt wieder gefunden. Nach der Platzierungsrunde stehen sie aber wieder mit vielen Fragezeichen da.

Die Direktduelle in der Qualifikation entschieden die Davoser alle vier für sich. Die Bündner gaben nur einen Punkt her, als sie ein Spiel erst im Penaltyschiessen für sich entschieden hatten. Waren die zwei Niederlagen in der Platzierungsrunde gegen Rapperswil also nur Taktik und Bluff? Es wäre eine schlechte Idee der Davoser gewesen, denn sobald Rapperswil mit viel Selbstvertrauen agieren kann, spielen sie deutlich besser. Das haben sie in den letzten zwei Austragungen des Cups bewiesen. Im Cupfinal 2018 wurden die Davoser von der Lakers regelrecht überrannt. Davos hätte es nicht dazu kommen lassen dürfen, dass die Lakers Selbstvertrauen tanken konnten und nun schon fast als Favorit in dieses Duell steigen.

 

Haris Witolinsch will mit dem HCD immer noch das Ruder herumreissen. (Just Pictures)

Passiert tatsächlich das scheinbar Unmögliche?

Vom Abstieg sind auf den ersten Blick beide Teams wenig gefährdet. Mit Olten und Kloten sind die grössten Aufstiegskandidaten bereits ausgeschieden. Das kann Rapperswil und Davos etwas den Druck von den Schultern nehmen, aber natürlich auch in eine gewisse Bequemlichkeit führen. Das wärer für beide Teams extrem gefährlich.

Der Playout-Final wird nicht so einseitig sein, wie das vielleicht auf dem Papier der Fall zu sein scheint. Wenn Davos das heutige, erste Spiel verlieren sollte, dann werden sie ins Zittern kommen. Auf der anderen Seite ist wie bereits erwähnt das Gegenteil der Fall: Wenn Rapperswil in Spiellaune kommt, sind sie ein gefährlicher Gegner. Und schliesslich ist da noch ein wichtiger Fakt, was die Heimspiele betrifft. Davos muss praktisch vor leerer Kurve antreten, da hunderten von Fans ein Stadionverbot aufgebrummt wurde.

Das scheinbar Unmögliche kann also tatsächlich Realität werden. Der Rekordmeister wird den Gang in die Ligaqualifikation antreten und sich in Acht nehmen müssen.

Die Prognose im Playout-Final: Davos - Rapperswil 3:4


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