Saisonrückblick 19/20 - Die ZSC Lions sind wieder dort, wo man sie erwartet

Die ZSC Lions haben die Regular Season wider den Erwartungen auf dem ersten Platz abgeschlossen. HockeyInfo sucht jeweils den Best Player, die Überraschung und die Enttäuschung der Saison und wirft bereits einen Blick in die Zukunft.

Best Player - ZSC Lions

Das Spiel der ZSC Lions zweifellos am meisten geprägt hat Pius Suter. Der 23-jährige Nationalspieler, der in der letzten Saison seine schwächste Spielzeit in der Schweiz erlebt hatte, zeigte sich in dieser Saison von seiner besten Seite. In 50 Spielen erzielte Suter satte 30 Saisontore, sammelte weitere 23 Assists und wurde zum Ligatopskorer. Damit machte er logischerweise einige NHL-Organisationen auf sich aufmerksam. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der variabel einsetzbare Stürmer die Lions im Sommer dank einer Klausel in seinem Vertrag in Richtung Nordamerika verlassen wird. Bei Suter heisst es: Wenn nicht jetzt, wann dann. 

Pius Suter glänzt dank Schnelligkeit, Stocktechnik und Killer-Instinct. Zudem vermag er sich auch in Zweikämpfen durchsetzen. (JustPictures)

Die Überraschung

Der Transfer von Dario Trutmann wurde im Sommer fast ein bisschen belächelt. Doch der 27-jährige Verteidiger, der aus Lausanne zu den Stadtzürchern gestossen war, stabilisierte die Defensive deutlich. Mit Trutmann erhielten die Lions bei 5-gegen-5 pro 60 Minuten am wenigsten Gegentore (1.44). Zudem zeigte er sich auch in der Offensive produktiv. Er war einer von 17 Spielern, die mindestens zehn Skorerpunkte gesammelt haben. Dank den starken Leistungen erhielt Trutmann gar sein erstes A-Nati-Aufgebot und absolvierte seine ersten A-Länderspiele.

Die Enttäuschung

Die grösste Enttäuschung der ZSC Lions war Dave Sutter. Nachdem der 28-jährige Verteidiger in seiner ersten Saison bei den Zürchern einen guten Einstand gegeben hatte, zeigte er sich in der vergangenen Saison bereits ziemlich unsicher. Doch anstatt sich wie seine Teamkollegen wieder zu verbessern, wurde er in der Hierarchie weiterhin nach hinten gereicht. In 32 Spielen stand er im Schnitt nur fünf Minuten auf dem Eis. Sutter machte innerhalb zwei Jahren einige Schritte vom Nationalmannschafts-Prospect zurück um Hinterbänkler.

Saisonfazit und Blick in die Zukunft

Die ZSC Lions absolvierten eine äusserst zufriedenstellende Regular Season. Nachdem sie im Vorjahr die Playoffs verpasst hatten, beendeten sie die Quali 2019/20 auf dem ersten Platz. Dank klugen Transfers wie denjenigen von Garrett Roe, Dominik Diem oder Dario Trutmann und dem richtigen Trainer sind wieder dort, wo man sie grundsätzlich erwartet. 

Die grössten Fragezeichen für die kommende Spielzeit sind Ligatopskorer Pius Suter sowie der 20-jährige Tim Berni. Wechseln beide nach Nordamerika in die NHL, geht natürlich deutlich etwas an Substanz verloren. Ansonsten bleibt das Kader in etwa erhalten. Johan Morant ersetzt den abwandernden Dave Sutter. Mit Ludovic Waeber als Backup von Lukas Flüeler steht das Schweizer Goalie-Duo wieder etwas besser da. Zudem ist Verteidiger Luca Capaul ein Transfer für die Zukunft. Weitere Transfers sind eigentlich nicht mehr zu erwarten, zumal bereits zwei Torhüter, acht Verteidiger und 14 Stürmer unter Vertrag stehen.

Eines wird sich in der kommenden Saison auf jeden Fall wieder ändern: In dieser Saison konnten die Lions völlig ohne Druck aufspielen, in der nächsten wird der Erfolgsdruck wieder etwas vorhanden sein. Ob sie dann mit diesem umgehen können?

Zuzüge

  • Ludovic Waeber (G)
  • Luca Capaul (V)
  • Johan Morant (V)

Abgänge

  • Dave Sutter (V)

Ausländer

  • Maxim Noreau (V)
  • Garrett Roe (S)
  • Marcus Krüger (S)
  • Frederik Pettersson (S)



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