Schweizer NL-Spieler und NHL-Stars äussern sich zur geplanten Liga-Reform

Das Schweizer Eishockey und dessen nachhaltige Entwicklung ist eines der Kernanliegen der Swiss Ice Hockey Players’ Union (SIHPU). Die umstrittene Liga-Reform und die damit einhergehende Erhöhung des Ausländer-Kontingents hätte einschneidende Folgen auf die Nachwuchsförderung. Die SIHPU hat aus diesem Anlass rund 300 aktive Spieler der National League sowie Schweizer NHL-Söldner zur geplanten Reform befragt. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache.

Die Online-Umfrage wurde an rund 300 Spieler der National League (NL) verschickt und umfasste 11 Fragen zur Thematik der geplanten Erhöhung des sogenannten Ausländer-Kontingents, die Regelung bezüglich Lizenz-Schweizer sowie die Schliessung der Liga (bzw. die Abschaffung eines Auf- oder Absteigers in der NL). Der Rücklauf war mit über 80% ein Erfolg, wie auch Jonas Hiller, Präsident SIHPU und ehemaliger NHL- und NL-Spieler sagt: "Es freut uns natürlich, dass sich so viele Spieler Zeit für die Umfrage genommen haben. Überrascht waren wir jedoch nicht, denn es ist unsere Aufgabe, die Interessen der NL-Spieler nach aussen zu vertreten. Da die Reform einschneidende Konsequenzen hätte, sahen wir uns in der Pflicht, in der aktuellen öffentlichen Diskussion auch den direkt Betroffenen eine Stimme zu geben.”

Über 90% sind gegen die Reform

Die Ergebnisse sind eindeutig. Über 90% der Spieler sind gegen eine Erhöhung des Ausländer-Kontingents und glauben, dass die Massnahmen die nachhaltige Entwicklung des Schweizer Eishockey verschlechtern würde. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Der Nachwuchs bildet die Basis einer erfolgreichen Eishockeynation. Doch ohne Spielpraxis für heimische Spieler in der obersten Liga wird diese Basis geschwächt, was mittel- bis langfristig einen negativen Einfluss auf die Qualität haben wird. Auch die propagierten Kosteneinsparungen bei den Löhnen ist aufgrund der Nettolohnpolitik mit Vorsicht zu geniessen – so sind denn auch 89% der NL-Spieler überzeugt, dass die Aufstockung des Ausländer-Kontingents sowie die Abschaffung der "Lizenz-Schweizer", die Lohnkosten nicht senken würde. 

Auch Schweizer NHL-Stars kritisch

Auch der weltbeste Verteidiger, Roman Josi (Nashville Predators), sowie Gaëtan Haas (Edmonton Oilers) haben sich per Video-Statement zum Thema geäussert: Video Roman Josi und Video Gaëtan Haas.​ Sie plädieren ebenfalls beide dafür, von einer Erhöhung des Ausländer-Kontingents (vier auf acht bis zehn Spieler/Team) abzusehen, da dies der Schweizer Nachwuchsförderung nachhaltig schaden würde. Auch für sie ist klar, dass ihre eigene Karriere weniger erfolgreich verlaufen wäre, hätte es zu ihrem Karrierebeginn in der NL ein erhöhtes Ausländer-Kontingent gegeben.

Jonas Hiller, Präsident SIHPU: "Das Schweizer Eishockey liegt der SIHPU am Herzen. Viele Mitglieder der Spielervereinigung haben es dank einer nachhaltigen Juniorenförderung zum Profispieler gebracht und wissen, wovon sie sprechen. Die SIHPU wünscht sich daher zumindest eine aktive Einbindung in den Entscheidungsprozess.”




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