Schwieriger Start für die Schweizer in der AHL

Vier Schweizer hatten im Sommer einen Vertrag mit einer NHL Organisation unterschrieben. Erwartungsgemäss mussten sie nun den Saisonstart mit dem Farmteam bestreiten. Wie die ersten Wochen verlaufen sind, lest ihr hier:

Michael Fora (Charlotte Checkers)

Der WM-Silberheld hat sich den Start in Amerika sicherlich anders vorgestellt. Im Trainingscamp der Carolina Hurricanes wurde Michael Fora bereits nach dem ersten Kaderschnitt ins Farmteam geschickt. In der AHL war er zum Saisonstart gleich einmal überzählig. Auch im zweiten Spiel fand der Verteidiger keinen Platz im Kader der Charlotte Checkers. In der dritten Partie wurde Fora erstmals berücksichtigt. Ihm gelangen zwar keine Skorerpunkte, er konnte sich aber eine Plus-1-Bilanz notieren lassen.

Für das letzte Spiel wurde Fora erneut nicht aufgeboten. Damit ist sein Amerika Abenteuer bisher ernüchternd. Er duelliert sich derzeit wohl mit dem 26-jährigen Slowaken Michal Cajkovsky um den sechsten Platz in der Defensive. Fora hat aber einen Nachteil: Den Checkers läuft es momentan mit vier Siegen aus vier Spielen so gut, dass sie die Aufstellung gar nicht ändern müssen. Und wie heisst es so schön: Never change a winning team.

Yannick Rathgeb (Bridgeport Sound Tigers)

Auch Yannick Rathgeb hat wie Fora einen schwierigen Start in Amerika hinter sich. Nur wäre er schon froh, überhaupt einen Einsatz auf dem Konto zu haben. Der Verteidiger, der auf diese Saison hin ebenfalls den Sprung nach Übersee gewagt hatte, wurde von den Bridgeport Sound Tigers noch gar nicht eingesetzt. Damit ist er der einzige Verteidiger im Kader der Tigers, der ohne Spielminuten dasteht. Sicherlich frustrierend für den 22-Jährigen, der sich bei den Islanders berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im Kader machen konnte, da die Islanders genau einen Offensivverteidiger wie ihn gesucht hatten.

Rathgeb wird umso enttäuschter sein, da sein Team ohne ihn nicht einmal Sieg an Sieg reiht. Die Tigers mussten in vier Spielen dreimal als Verlierer vom Feld gehen und befinden sich damit eher am Ende der Tabelle. Dem Schweizer bleibt nichts anderes übrig als weiter hart zu trainieren und sich ans kleinere Eisfeld zu gewöhnen.

Vincent Praplan (San Jose Barracuda)

Es war im Sommer bereits abzusehen, dass es für Vincent Praplan sehr schwierig werden würde, einen Platz im Kader der San Jose Sharks zu finden. Nichtsdestotrotz will er sich beim Farmteam für höhere Aufgaben empfehlen. In fünf Spielen brachte er es bisher auf zwei Assists und eine Plus-3-Bilanz. Damit ist der Flügelspieler bei den Barracudas skorermässig aber nur im Mittelfeld positioniert, da sein Team mit vier Siegen aus fünf Spielen sehr gut in die Saison gestartet ist.

Vincent Praplan will sich auch wieder ins Radar der Nationalmannschaft spielen. (TOPpictures/Andy Buettiker)

Tobias Geisser (Hershey Bears)

Tobias Geisser ist der vierte und jüngste Neuling in der AHL. Der 19-Jährige, der vor einem Jahr in der vierten Runde gedraftet worden war, soll in diesem Jahr erste Erfahrungen auf dem kleineren Eisfeld machen. Mit den Hershey Bears hat er zwei Spiele bestritten, musste aber immer wieder überzählig zuschauen. In den zwei Spielen weist der Verteidiger eine Minus-2-Bilanz auf. Geisser kämpft mit dem 23-jährigen Colby Williams, dem 20-jährigen Lucas Johansen, dem 30-jährigen Routinier Logan Pyett und dem 23-jährigen Kristofers Bindulis um die letzten zwei Plätze in der Verteidigung.

Jonas Siegenthaler (Hershey Bears)

Einen Platz bei den Hershey Bears auf sicher hat Jonas Siegenthaler. Der Verteidiger musste den Saisonstart trotz einer sehr starken Vorbereitung mit den Washington Capitals in der AHL verbringen. Dort kam er zu sechs Einsätzen. Skorerpunkte konnte er keine sammeln. Siegenthaler wurde aber vom Trainer der Capitals auch nicht aufgrund seiner offensiven, sondern wegen seiner defensiven Qualitäten hochgelobt.

Seine Hershey Bears konnten in der Nacht auf Donnerstag nach fünf Pleiten zum Start den ersten Sieg einfahren. Deshalb ist Siegenthaler mit einer Minus-1-Bilanz gar nicht so schlecht bedient. Trotzdem müsste er in so einer Mannschaft mehr Verantwortung übernehmen, um in dieser Saison sein NHL Debüt feiern zu können.

Jonas Siegenthaler will in dieser Saison sein Debüt für den Stanley Cup Sieger geben. (David Kirouac/Icon Sportswire)

Calvin Thürkauf (Cleveland Monsters)

Thürkauf beginnt wie Siegenthaler seine zweite Saison in der AHL. Der Start verlief aber nicht sehr vielversprechend. Nach drei absolvierten Partien musste er zuletzt zweimal von der Tribüne aus zuschauen. Der Center hat zwar keine Punkte verzeichnet, weist aber eine Plus-1-Bilanz auf. Nun darf der 21-Jährige hoffen, in den nächsten Partien wieder auf dem Feld zu stehen. Denn Cleveland hat die drei Partien mit ihm allesamt gewonnen, die vergangenen zwei ohne ihn aber verloren.


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