So startete Sven Andrighetto in seine erste KHL-Saison

Als erst dritter Schweizer seit der Neuausrichtung im Jahr 2009 wechselte Sven Andrighetto im Sommer in die KHL zu Avangard Omsk. Dort hat er einen vielversprechenden Start hinter sich.

Es sollte ein Neuanfang sein für Sven Andrighetto. Der 26-jährige Schweizer unterschrieb vor etwas mehr als zwei Monaten einen Zweijahres-Vertrag beim russischen Spitzenteam Avangard Omsk und kehrte der NHL, der besten Liga der Welt, den Rücken zu. 

Insgesamt acht Jahre lebte Andrighetto in Nordamerika. Zwei Jahre verbrachte er relativ sorgenfrei in der QMJHL, ehe er 2013 von den Montréal Canadiens gedraftet wurde. Danach arbeitete er sich stetig weiter nach oben, in Montréal gelang es ihm jedoch nicht, sich einen festen Platz in der NHL zu erspielen. Dies änderte sich, als er anfangs 2017 zu den Colorado Avalanche getradet wurde. Seit dem Vereinswechsel musste er nie mehr in der AHL auflaufen, allerdings gelang ihm der totale Durchbruch in der besten Liga der Welt genauso wenig. 

Es fehlte Andrighetto an der Konstanz, die ein wahrer Superstar auszeichnet. Er zeigte immer wieder sehr gute Partien und sammelte auch seine Punkte (NHL-Schnitt von 0.38 Punkten pro Spiel). Doch nach Gründen zu suchen, weshalb es eben doch nicht ganz geklappt hatte, ist sehr schwierig. Denn an den Weltmeisterschaften 2018 und 2019 zeigte der Flügelspieler, dass er sehr viel Talent besitzt und sich gegen die besten der Welt durchsetzen könnte. Dieser Tapetenwechsel tat ihm vermutlich gar nicht schlecht.

Start nach Mass und bald Schweizer Rekordtorschütze?

Nach neun Spielen mit Avangard steht der Schweizer bei zwei Toren und vier Assists. Damit ist Andrighetto der viertbeste Skorer seines Teams. Es war sicherlich ein Start nach Mass. Bereits im ersten Spiel sammelte er seinen ersten Assist. Im fünften Spiel erzielte er dann sein erstes Tor. Mit durchschnittlich knapp 18 Minuten Eiszeit pro Spiel steht er deutlich mehr, ja fast doppelt so viel auf dem Eis wie bei seinem letzten Arbeitgeber. Es zeigt die Wertschätzung und Wichtigkeit, die Andrighetto bei seinem neuen Klub bereits erlangt hat.

Im Vergleich zu seiner Zeit in Colorado hat Andrighetto in Omsk mittlerweile auch zwei konstante Linienpartner gefunden. Nach anfänglichen Rotationen lief er zuletzt immer mit dem russischen Center Kirill Semyonov auf. Der 24-Jährige profitiert ebenfalls von der Präsenz des Schweizers. Nach neun Spielen hat Semyonov fünf Punkte auf dem Konto. Macht er mit diesem Schnitt weiter, wird er Ende Saison einen neuen persönlichen Punkterekord aufstellen.

Sein Flügelpartner war in den ersten Partien Sergei Shirokov. Doch nach dessen Verletzung erhält nun der 23-jährige Semyon Koshelev das Vertrauen in den ersten zwei Sturmreihen. Mit vier Punkten hat der Russe seine Ausbeute der letzten Saison bereits egalisiert.

Man darf durchaus behaupten, dass sich Andrighettos Wechsel in die KHL bisher für beide Seiten bezahlt gemacht hat. Avangard steht nach neun Partien an der Spitze ihrer Division. Ligaübergreifend befinden sie sich an vierter Stelle. Sven Andrighetto hat sicherlich auch seinen Anteil daran. 

Skort der 26-Jährige übrigens weiter wie bisher, dann dürfte er bald Schweizer Rekordschütze in der KHL sein. Sein einziger Konkurrent ist Verteidiger Goran Bezina, welcher in der Saison 2016/17 mit vier Toren und elf Assists in 56 Spielen den bisherigen Rekord aufgestellt hat. Der dritte Schweizer, der jemals in der KHL aktiv war, ist Martin Gerber. Den WM-Silbertorhüter von 2013 hat er logischerweise schon hinter sich gelassen.


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