Wechsel der Ortsgruppe ein Grund für das mittelmässige Abschneiden des EV Zug?

Als im Sommer der neue Spielplan bekannt wurde, gab es vor allem eine Auffälligkeit: Der EV Zug ist neu in der Gruppe Mitte, während sich der SC Rapperswil-Jona Lakers nun in der Gruppe Ost befindet. Nach dem mittelmässigen Saisonstart des EVZ und der Niederlage gestern gegen Biel liegt die Frage nahe, ob die Zuger in der Vergangenheit möglicherweise etwas von diesen Ortsgruppen profitiert haben. 

Seit der Saison 2007/08 gibt es in der National League sechs zusätzliche Runden. Die Klubs wurden nach ihrem Standort jeweils in drei Vierergruppe eingeteilt, welche aber veränderbar sind. Innerhalb der Gruppe wird gegen jeden Gegner ein zusätzliches Heim- und Auswärtsspiel ausgetragen. In dieser Saison sind die Ortsgruppen wie folgt eingeteilt:

  • Gruppe West: Genf, Lausanne, Fribourg, Bern

  • Gruppe Mitte: Biel, Langnau, Zug, Zürich

  • Gruppe Ost: Ambri, Lugano, Davos, Rapperswil

Vor dem Saisonstart war Zug praktisch der alleinige Favorit auf den Qualifikationssieg, nachdem man sich auf dem Papier deutlich verstärkt und dem dreimaligen Quali-Sieger Bern Torhüter Leonardo Genoni ausgespannt hat. Nach dem schwachen Saisonstart der Berner läge der Quali-Sieg umso näher.

Doch auch der EV Zug hat bisher nicht vollends überzeugen können und befindet sich kurz vor Meisterschaftshälfte nur im Mittelfeld der Tabelle. Aktuell weist man gar den schlechtesten Punkteschnitt seit dem Gang in die Playouts im Jahr 2014 auf (was auch mit der gesteigerten Ausgeglichenheit der Liga zusammenhängt).

Möglicherweise hat der Rückgang der Punkte aber auch mit dem Gruppenwechsel zu tun. In den letzten drei Jahren waren die Innerschweizer jeweils mit Ambri, Lugano und Davos in einer Gruppe und absolvierte gegen jene Gegner sechs Partien. Neuerdings heissen die Gegner Zürich, Biel und Langnau. Wirft man einen Blick auf die vergangenen drei Spielzeiten, lagen die neuen Gegner den Zugern tatsächlich weniger.

 

Vergleicht man die jeweils dritt-, zweit-, und liebsten Gegner, sprich Langnau - Ambri, Biel - Davos und Zürich - Lugano, dann sieht man klar, dass Zug gegen die Mannschaften aus der neuen Gruppe weniger erfolgreich war. Durchschnittlich sammelten sie in den letzten drei Jahren 0,2 Punkte weniger pro Spiel gegen Zürich, Biel und Langnau als gegen Ambri, Lugano und Davos.

Wie sieht’s in dieser Saison aus?

Statistisch kann man also behaupten, dass der Gruppenwechsel für die Zuger in der Theorie nicht von Vorteil war. Doch im Eishockey sind schon so manche Theoretiker gescheitert. Wie sieht es also in der laufenden Saison auf dem Eis aus?

Ambri war wie gewohnt ein sicherer Punktelieferant: Zwei Spiele, zwei Siege nach 60 Minuten. Auf Davos traf man erst einmal, verlor dabei knapp mit 4:5 in der regulären Spielzeit. Gegen Lugano gab es jeweils einen Sieg und eine Niederlage nach Verlängerung bzw. Penaltyschiessen. Im Schnitt gab es gegen diese drei «Ost-Teams» 1.8 Punkte pro Spiel.

In dieser Saison zum neuen Lieblingsgegner wurden die ZSC Lions: Drei Spiele, drei Siege, einer davon nach Verlängerung. Gegen Biel verlor man zwar zweimal nach Verlängerung, gewann aber einmal nach 60 Minuten. Und gegen Langnau gab es je einen Sieg und eine Niederlage. Punkteschnitt gegen die «Mitte-Teams»: 2.0 Punkte pro Spiel.

Schliesslich lässt sich dann doch nicht so viel auf den Wechsel der Ortsgruppe zurückführen. Bisher dürften die Zuger gar ganz zufrieden sein mit der Umstellung, bis Saisonende kann aber noch sehr viel passieren. Ob dann die Statistik am Ende doch wieder recht hat? Wir werden es sehen.


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