Conference Final-Vorschau: Schaffen Niederreiter und Meier den Sprung in den Stanley Cup Final?

Während am Freitag die Weltmeisterschaft beginnt, spielen noch vier Teams in der NHL um den Stanley Cup. Dabei vertreten sind (zum Leide der Nationalmannschaft) auch zwei Schweizer. Wir zeigen die Conference Final-Paarungen.

Carolina Hurricanes - Boston Bruins

Vor zehn Jahren standen die Carolina Hurricanes zum letzten Mal überhaupt in den Playoffs. Auch damals erreichten sie den Conference Final und schalteten im Halbfinal den jetzigen Conference Final Gegner aus, die Boston Bruins. Von den Hurricanes war einzig der heutige Captain Justin Williams (37) dabei. Auf Seiten der Bruins standen vier Spieler im Kader, die heutige prägende Rollen haben: Patrice Bergeron (33), David Krejci (33), Zdeno Chara (42) und Tuukka Rask (32).

Vor allem letzterer zeigt in diesen Playoffs eine überragende Form. Torhüter Rask hat in 13 Spielen eine sagenhafte Fangquote von 93.8 %. Mit ihm fallen oder stehen die Bruins. Er hatte bereits 2011 den Stanley Cup Titel mit den Blues geholt, auch wenn er damals in den Playoffs kein Spiel bestritten hatte.

Das Tor der Hurricanes wird vom 35-jährigen Curtis McElhinney verteidigt. Er ersetzt die verletzte Nummer 1 Petr Mrazek und hat das bisher hervorragend getan. In drei Spielen kommt McElhinney auf eine Fangquote von 94.7 %. Allerdings war der Halbfinal-Gegner, die New York Islanders, nicht gerade für offensiven Glanz bekannt.

Das Team von Nino Niederreiter könnte im ersten Spiel sicherlich etwas die frischeren Beine haben. Sie haben die Islanders mit einem Sweep aus den Playoffs geworfen, während Boston die Columbus Blue Jackets erst im sechsten Spiel bewältigt hat.

Wie das bei einem Spitzenteam auch der Fall sein sollte, hängt die Torproduktion nicht nur von einer Linie ab. Zwar sticht bei den Bruins die Linie um Brad Marchand (13 Skorerpunkte), David Pastrnak (11) und Patrice Bergeron (8) heraus, doch auch das Secondary Scoring ist mehr vorhanden als auch schon.

Die Ausgeglichenheit von Carolina ist sehr erstaunlich. Verteidiger Jacob Slavin führt die Skorerliste mit elf Assists an. Dahinter folgen mit Teuvo Teräväinen, Warren Foegele, Sebastian Aho und Jordan Staal gleich vier Spieler mit neun Skorerpunkten. Niederreiter steht nach elf Spielen bei vier Skorerpunkten und damit etwas unter den Erwartungen.

Die Bruins sind sicherlich das erfahrenere Playoff-Team. Doch die Hurricanes haben sich in einen Lauf gespielt, der nur schwer zu bremsen ist. Aus Schweizer Sicht darf man natürlich hoffen, dass Niederreiter und Co. so bald wie möglich die weisse Fahne schwenken müssen. Denn so könnte der Bündner möglicherweise noch die Nati an der WM verstärken.

St. Louis Blues - San Jose Sharks

Sowohl die St. Louis Blues als auch die San Jose Sharks haben sieben Spiele benötigt, um den Sprung in den Conference Final zu schaffen. Die Blues besiegten die Dallas Stars nach dem Siegtreffer von Pat Maroon in der zweiten Verlängerung, während die Sharks die Colorado Avalanche eliminierten. Damit setzten sich jeweils die leichten Favoriten durch.

Nun sind für viele Experten die San Jose Sharks leicht der Favorit. Sie haben mit Brent Burns (14 Skorerpunkte) und Erik Karlsson (12) zwei der weltbesten Verteidiger in ihren Reihen. Doch auch die Offensivspieler zeigen sich in guter Laune. Tomas Hertl und Logan Couture haben je neun Tore erzielt und fünf vorbereitet. Timo Meier ist mit drei Toren und sieben Assists der fünftbeste Playoff-Skorer.

Timo Meier steigert praktisch mit jedem Spiel seinen Marktwert für die Vertragsverlängerung im Sommer. (Matt Cohen/Icon Sportswire)

Doch auch die St. Louis Blues haben zwei gefährliche Verteidiger in ihren Reihen. Alex Pietrangelo und Colton Parayko haben schon elf bzw. sieben Punkte auf ihrem Konto. Topskorer der Blues ist allerdings Jaden Schwartz. Er hat in diesen Playoffs bereits acht Treffer erzielt.

Die Torhüterposition ist etwa gleichwertig besetzt. Martin Jones auf Seiten der Sharks hat sich schon lange in der NHL etabliert, der Sprung zum absoluten Spitzentorhüter ist ihm aber noch nicht gelungen. Bisher weist er eine Fangquote von 91 % auf. Nun bietet sich ihm die Möglichkeit, sich endgültig zu beweisen.

Auf der anderen Seite steht mit dem 25-jährigen Jordan Binnington ein Torhüter im Kasten, der Mitte Saison erst zu seinem zweiten NHL-Einsatz kam, aber sogleich überzeugte und seither die klare Nummer 1 ist. In den Playoffs hat er bisher alle 13 Partien bestritten und weist eine Fangquote von 91.5 % auf.

Es wird auf jeden Fall eine heisse Angelegenheit zwischen zwei Teams, die seit mehreren Jahren zu den Geheimfavoriten auf den Stanley Cup zählen. Eines dieser Teams kommt mit einem Finaleinzug dem jahrelangen Ziel, Stanley Cup Sieg, einen Schritt näher.


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