Das Schiedsrichterwesen muss verbessert werden - HockeyInfo als CEO: Teil 3

Während am Montag der erste und am Mittwoch der zweite Diskussionspunkt bei einem Amtsantritt von HockeyInfo als CEO von Swiss Ice Hockey veröffentlicht wurde, folgt heute der dritte Teil.

Das Schiedsrichterwesen professionalisieren und verbessern

Wie oft wird im Schweizer Eishockey seinen Unmut über die Schiedsrichter geäussert. Kaum ein Spiel wird beendet, ohne dass es während dem Match Pfiffe gegen die Schiedsrichter gibt. Der Schiedsrichter-Job ist wohl einer der schwierigsten im Sport, vor allem bei so einer schnellen Sportart wie Eishockey. Das Tempo hat sich in den letzten Jahren konstant erhöht. Die läuferischen als auch die technischen Fähigkeiten haben sich extrem verbessert und so kommt es häufiger zu schwer interpretierbaren Situationen, in denen die Schiedsrichter in der TV-Wiederholung unglücklich aussehen.

Oftmals sind Zuschauer und Schiedsrichter nicht gleicher Meinung. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

HockeyInfo findet, dass die Zuschauer bei vier Offiziellen auf dem Feld weniger Fehlentscheide und mehr Konstanz erwarten dürfen. Dies fängt vor allem dann an, wenn ein Stockschlag in einer Situation schnell gepfiffen wird, während bei den nächsten zwei mindestens so offensichtlichen Stockschlägen die Szene ungeahndet bleibt. Es fehlt häufig an einer klaren Linie.

In der Schweiz haben wir neun Vollzeit-Schiedsrichter, alle als Head beschäftigt. Bei bis zu sechs Spielen pro Tag reicht dies nicht, um in jedem Spiel zwei Profis zu engagieren. Deshalb beschäftigt Swiss Ice Hockey weitere 71 Part-Time Schiedsrichter, welche nebendran noch einen anderen Job ausführen.

Allen Respekt gegenüber denjenigen Offiziellen, die das Schiedsrichteramt nicht 100 % ausüben, doch man merkt ihnen an, dass teilweise das nötige Fingerspitzengefühl fehlt. In schwierigen Situationen richtig entscheiden, muss geübt und gefördert werden. Und genau dort würde HockeyInfo ansetzen.

Es braucht mehr Profi-Schiedsrichter, die genau wissen, was sie machen. Falls sie nicht selbst ausgebildet werden können, müssen sie halt vom Ausland importiert werden. Gute Beispiele dafür sind Marcus Vinnerborg und Anssi Kalevi Salonen, die einen sehr guten Job machen. Vinnerborg ist aber leider seit bald einem Jahr aufgrund einer Gehirnerschütterung ausgefallen.

Bessere Schiedsrichter wären auch im Sinne der Klubs. Deshalb müssten alle Klubs ihren finanziellen Beitrag an die Schiedsrichterausbildung leisten und diese genauso fördern wie es der Verband tut. Nicht nur Swiss Ice Hockey muss bei der Schiedsrichterausbildung in die Pflicht genommen werden, genauso müssen es die Klubs.

Einführung eines Situation Rooms

Zudem würden wir einen «Situation Room» einführen. Diesen gibt es nämlich schon in der NHL. In Toronto stationiert werden Coaches Challenges und Video Reviews von externen Schiedsrichtern untersucht und den Offiziellen im Stadion mitgeteilt.

In der Schweiz wäre dies auch möglich. Offsides, Torhüterbehinderungen, Torlinienentscheide und schwierige Szenen könnten von einem aussenstehenden Schiedsrichter besser beurteilt werden. Dies würde aber natürlich auch Zugriff auf ähnlich gute Kamera-Einstellungen wie in der NHL erfordern. Zudem stärkt es die Entscheidungen, da sie immer von den gleichen Personen gefällt werden. Im Sport geht es nicht um die Fehler, welche durch die Menschlichkeit der Schiedsrichter passieren, sondern um ein Regelbuch, das in jeder Situation gleich angewendet wird.


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