Western Conference - Diese NHL-Schweizer kämpfen um den Stanley Cup

Ab dem 1. August geht in der NHL der Kampf um den Stanley Cup 2020 mit Pre-Playoffs und Round-Robin los. Insgesamt zehn Schweizer befinden sich in den jeweils 30-köpfigen Kadern, welche gestern bekannt gegeben worden sind. Wir schauen heute die sechs Schweizer der Western Conference an, welche Rolle sie spielen und wo ihr Team im Kampf um den Titel steht.

Gaëtan Haas - Kampf um Einsätze

Dass Gaëtan Haas gleich in seiner ersten NHL-Saison Playoffs spielen wird, durfte bei seinem Wechsel zu den Edmonton Oilers nicht unbedingt erwartet werden. Denn diese haben den Einzug in die Post-Season nur einmal in den letzten 13 Jahren geschafft. Obwohl die Chancen in dieser Saison sehr gut gestanden sind, heisst es nun vorerst Pre-Playoffs gegen die Chicago Blackhawks. Sicherlich keine leichte Aufgabe, denn die Hawks wissen bestens, wie man Playoffs spielt, während die Playoff-Erfahrung bei den Oilers eher bescheiden ist. 

Haas hat eigentlich reichlich Playoffs-Erfahrung, jedoch nur in der Schweiz. Obwohl er in der Regular Season zu stolzen 58 Einsätzen kam, wird es für ihn keineswegs leicht werden, sich einen Platz in der Mannschaft zu erkämpfen. Da sich die Oilers vor der Trade Deadline mit den Stürmern Tyler Ennis und Andreas Athanasiou verstärkt haben, ist die Konkurrenz deutlich grösser geworden.

Philip Kurashev - erste NHL-Einsätze direkt in den Playoffs?

Etwas überraschend taucht auch Philipp Kurashev im 30-köpfigen Playoff-Kader auf. Dies hat damit zu tun, dass die NHL-Teams logischerweise die besten Spieler aus dem Farmteam ebenfalls nominieren. Und bei den Rockford IceHogs war der 20-jährige Schweizer - trotz kurzen Anfangsschwierigkeiten und einer längeren Verletzungspause - einer der besten. Trotzdem steht in den Sternen, ob er überhaupt zu Einsätzen und somit zu seinem NHL-Debüt kommen wird.

Auf jeden Fall wird es eine sehr heisse Angelegenheit zwischen den Blackhawks und den Oilers werden. Beide Teams verfügen über eine hervorragende Offensive, stehen defensiv aber nicht immer ganz so sicher. Eine Prognose ist bei fast allen Begegnungen äusserst schwierig.

Roman Josi - er soll’s richten

Im Vergleich zu den letzten Jahren haben die Nashville Predators eine wenig überzeugende Spielzeit absolviert und hätten wohl bis am Ende um eine Playoff-Teilnahme zittern müssen. Dies trotz der persönlich besten Spielzeit von ihrem Captain Roman Josi. Der Schweizer Nationalspieler lief praktisch während der ganzen Saison in Hochform auf - während seine Teamkollegen eher unter ihren gewohnten Leistungen blieben -  und sammelte in 69 Spielen 65 Skorerpunkte. Wenn es für einen langen Run der Predators reichen sollte, dann nur über Josi.

In den Pre-Playoffs treffen die Predators auf die Arizona Coyotes. Die Coyotes sind nach sieben Jahren ohne Playoffs heiss auf eine lange Post-Season und haben durch die Trades von Phil Kessel und Taylor Hall gut aufgerüstet. Aber nicht die Offensive, sondern die Defensive ist das Herzstück der Mannschaft. Dank dem blendend funktionierenden Goalie-Duo Darcy Kuemper und Antti Raanta haben die Coyotes am drittwenigsten Gegentore der gesamten Liga erhalten. 

Roman Josi ist einer der besten Verteidiger der Liga. (Devin Manky/Icon Sportswire)

Yannick Weber - keine tragende Rolle

Während bei den Predators kein Weg an Roman Josi vorbeiführt, sieht die ganze Sache bei Yannick Weber anders aus. Der 31-jährige Schweizer war nicht immer gesetzt und kam nur zu 41 von 69 möglichen Einsätzen. Eine tragende Rolle wird er in der Best-of-Five Serie gegen Arizona kaum einnehmen. 

Luca Sbisa - gesetzt oder überzählig?

In der nicht mit grossen Namen bestückten Defensive der Winnipeg Jets weiss man nicht so genau, welche Rolle Luca Sbisa in den Pre-Playoffs einnehmen wird. Erst nach Saisonbeginn zu den Jets gestossen, entwickelte sich Luca Sbisa - auch aufgrund diverser Verletzungen - zu einem Eckpfeiler der Mannschaft und erhielt zwischenzeitlich über 20 Minuten Eiszeit pro Spiel. Doch vor der Corona-Pause ging seine Eiszeit spürbar zurück. Mit dem Trade von Dylan DeMelo erhielt der 30-jährige Schweizer nämlich weitere Konkurrenz in der Defensive. Nun ist er auf der Kippe zwischen einem Stammplatz und der Tribüne. Da der Spielplan sehr dicht ist, wird er auf jeden Fall zu seinen Einsätzen kommen.

Ob die Winnipeg Jets die Pre-Playoffs gegen die Calgary Flames überstehen, ist ebenfalls schwierig zu beantworten. Sie spielten eine weniger starke Regular Season als die letzten zwei Jahre und hatten ihren Playoff-Platz keineswegs auf sicher. Genau gleich sah die Situation allerdings auch bei den Flames aus, die lange Zeit nicht in Fahrt gekommen waren.

Kevin Fiala - in der Hauptrolle

Die Hoffnungen der Fans der Minnesota Wild liegen ganz klar auf Kevin Fiala. Der 24-jährige Schweizer hat sich in den Spielen vor der Corona-Pause zum unangefochtenen Topskorer der Wild geschossen und dafür gesorgt, dass Minnesota nun überhaupt die Pre-Playoffs absolvieren kann. Mit 54 Punkten in 64 Spielen verzeichnete er einen neuen persönlichen Punkterekord.

Das Team der Wild zeichnet sich grundsätzlich aber nicht durch Einzelspieler aus - obwohl Fiala nun in die Rolle des lange ersehnten «Game Changers» schlüpfen könnte -, sondern vor allem durch die Breite. 16 Spieler haben mindestens 20 Skorerpunkte gesammelt. Dies zeigt, dass alle vier Sturmreihen offensiv für Torgefahr sorgen können. Die Vancouver Canucks, welche die beste Saison seit vier Jahren spielen und bei denen Sven Bärtschi freiwillig auf die Playoffs verzichtet, haben vermutlich mit Elias Pettersson, Bo Horvat, etc. die besseren Einzelspieler, ob es in der Tiefe reicht, wird sich zeigen.




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