Diese Schweizer Spieler sind zum Start der neuen Saison positiv aufgefallen

Zwei Wochen nach dem Meisterschaftsstart nimmt die Tabelle, aber auch die Skorerliste immer mehr Formen an. Der Teamerfolg zählt zwar am meisten, doch ein persönlich gelungener Start ist wie jedes Jahr nur von Vorteil. Welche Schweizer Spieler spielen bisher über den Erwartungen und haben überrascht?

Yannick Blaser (7 Spiele, 1 Tor + 4 Assists)

Nach einem Muskelabriss der Adduktoren sowie einem Bauchwandriss musste Yannick Blaser die vergangene Saison frühzeitig beenden. Doch bereits in der Vorbereitung zeigte der 30-jährige Verteidiger mit drei Toren und zwei Assists aus sechs Vorbereitungsspielen, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. 

Nun hat der Emmentaler einen genauso guten Saisonstart hinter sich. Mit einem Treffer und vier Vorlagen in den ersten sieben Meisterschaftsspielen hat er bereits seine drittbeste Skorerausbeute in einer Saison egalisiert. Blaser ist momentan der punktbeste Verteidiger sowie Schweizer Spieler der Langnauer. Nur Harri Pesonen und Chris DiDomenico haben mehr Punkte gesammelt. Dank seinem knallharten Schuss wird der Verteidiger auch regelmässig im Powerplay eingesetzt. Bei den Anzahl Schüssen aufs Tor spielt er ebenfalls ganz vorne mit (16, viertbester Wert der Tigers). Wenn der immer wieder von Verletzungen geplagte Blaser endlich einmal eine ganze Qualifikation durchspielen kann, dann dürfte er ohne Probleme seinen Punkterekord (12) brechen.

Was bei seinem produktiven Saisonstart fast vergessen geht: Blaser kann trotz seiner durchschnittlichen Statur für einen Verteidiger nicht nur skoren, sondern auch ordentlich einstecken. 15 geblockte Schüsse sind ligaweit der drittbeste Wert. 

Deniss Smirnovs (8 Spiele, 1 Tor + 6 Assists)

Dass Deniss Smirnovs in diesem Tempo weiterskoren wird, hätte man nicht unbedingt erwartet. Doch der Lette mit Schweizer Lizenz behauptet sich trotz der Rückkehr von Tanner Richard in der ersten Linie neben Daniel Winnik und Tommy Wingels. 

Erstaunlich ist auch, dass von seinen sechs Vorlagen fünf erste Assists sind. Damit ist er ligaweit die Nummer 1 bei allen Spielern mit Schweizer Lizenz.

Mehr zu Smirnovs findest Du in diesem Artikel:

Benjamin Baumgartner (3 Spiele, 1 Tor + 3 Assists)

Während der schwachen letzten Saison wurde beim HC Davos mit Benjamin Baumgartner ein weiterer Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft eingebaut. Der 19-jährige Österreicher mit Schweizer Lizenz konnte dermassen überzeugen, dass er sich gleich für einen Vertrag in der ersten Mannschaft aufdrängte. Und nicht nur das: Baumgartner hat sich einen Platz in der Aufstellung erkämpft. Er bestritt bisher drei Partien und schoss dabei ein Tor und bereitete drei weitere vor. Gegen Biel fehlte er krankheitshalber. 

Ursprünglich ist Baumgartner auf der Mittelachse zu Hause. Da Davos mit Andres Ambühl, Enzo Corvi und Perttu Lindgren über drei ausgezeichnete Center verfügt, wurde er aber auf den Flügeln eingesetzt. Da der Youngster mit 176 cm und 76 kg kein Brocken ist, kommt ihm diese Umstellung vermutlich sogar etwas zugute. Baumgartner hat seinen Platz in der zweiten Linie neben Lindgren und Marc Wieser gefunden und spielt dort eine wichtige Rolle. Zwei seiner drei sind erste Assists.

Nach seinen starken Auftritten hat sich der Stürmer mit Jahrgang 2000 sicherlich für den «Youngster of the Year»-Award ins Spiel gebracht.

Dominik Egli (6 Spiele, 0 Tore + 8 Assists)

Nachdem sich Dominik Egli vor einem Jahr beim EHC Biel nicht durchsetzen konnte, wollte er in dieser Saison bei den Rapperswil-Jona sein Glück versuchen. Und tut dies bis jetzt hervorragend. 

In der eher unterdurchschnittlich besetzten Defensive ohne ausländischen Verteidiger profitiert der 21-jährige davon, dass er einer der wenigen mit etwas Offensivdrang ist. Deshalb hat sich Egli auch von Beginn an einen Platz im Powerplay gesichert und zeigt, dass er sich diesen auf jeden Fall verdient hat. 

Nach sechs Spielen hat der junge Verteidiger bereits acht Assists auf seinem Konto. Die Hälfte davon sind zwar nur zweite Assists, was seine Leistung aber keineswegs schmälert. Egli spielt sehr intelligent und findet bei seinen Abschlüssen stets die Lücke in Richtung Tor. Seine Schüsse sind nicht extrem scharf, dafür umso präzise und deshalb für die Torhüter meist gefährlicher. Oftmals provoziert er unkontrollierbare Abpraller, die seinen präsenten Mitspielern eine Chance eröffnen.

Natürlich muss in diesem Sinne auch Roman Cervenka erwähnt werden. Der tschechische Ausnahmekönner war bei Eglis Skorerpunkten oftmals auch am Geschehen beteiligt. Man hat das Gefühl, dass die beiden seit Jahren zusammen auf dem Eis stehen. Sie füttern sich stets wieder mit öffnenden Pässen und verstehen sich fast schon blind.

Guillaume Maillard (8 Spiele, 2 Tore + 2 Assists)  

Spätestens seit der U20-WM vor zwei Jahren wusste man, dass Guillaume Maillard ein sehr talentierter Offensivspieler ist. Mit vier Torvorlagen war er der zweitbeste Skorer im Schweizer Team. 

Die letzte Saison verbrachte Maillard erstmals mehrheitlich in der National League. Doch der Durchbruch gelang ihm noch nicht. Mit dem Amtsantritt seines ehemaligen Juniorentrainers Patrick Emond als Headcoach der Genfer blüht der 20-Jährige nun richtig auf. Nach acht Meisterschaftsspielen steht er bei zwei Toren und zwei Assists. Damit hat er seine Ausbeute von der letzten Saison bereits egalisiert. 

Maillard erhält extrem viel Eiszeit unter Emond. Er zählt unangefochten zur zweiten Powerplay-Formation und bringt dort mit seiner Präsenz vor dem gegnerischen Tor Unruhe in die gegnerische Verteidigung. Die Hälfte seiner Punkte hat er mit einem Mann mehr gesammelt.

Die neue Strategie der Genfer nach der Beförderung von Emond geht bisher vollkommen auf. Wie Smirnovs profitiert auch Maillard enorm vom Vertrauen seines neuen Trainers. Spielt er weiter wie bis anhin, dann liegt eine Ausbeute von bis zu 20 Punkten im Bereich des Möglichen.

Es bleibt zu erwähnen, dass sich gute Spieler nicht nur durch Skorerpunkte auszeichnen und viele andere Aspekte des Spiels wichtig sind. Und trotzdem ist es für jeden Spieler schön und gibt ihm enorm Selbstvertrauen, wenn er sich  auf dem Skorersheet sieht.


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