HockeyInfo Saison-Vorschau 2020/21: Der Lausanne HC unter neuen Voraussetzungen

Der Lausanne HC hatte einen turbulenten Sommer, in dem es einen erneuten Besitzerwechsel gegeben hat. Die neuen Besitzer um Petr Svoboda haben sich wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt gleich stark in Szene gesetzt und Dinge getan, die es zuvor in der Schweiz kaum gegeben hat.

Unveränderte Goalie-Situation

Im vergangenen Sommer verpflichteten die Lausanner Tobias Stephan. Dieser zeigte, dass er zu den besten seines Faches in der Schweiz gehört. Mit einer Fangquote von 92.4 Prozent zählte er einmal mehr zu den Top 3 der Liga in dieser Statistik. Da die Playoffs leider abgesagt worden waren, konnte er allerdings nicht beweisen, dass er auch ein Meistergoalie sein kann. Denn bekanntlich wird ihm immer wieder vorgeworfen, es nicht zu sein. Mit 36 Jahren wird er vermutlich nicht alle Spiele bestreiten, was aber kein Problem ist. Denn mit Luca Boltshauser steht eine Nummer 2 zur Verfügung, die in der National League etabliert ist.

Tobias Stephan will beweisen, dass er auch Playoffs kann. (JustPictures)

Voreiliger Transfer

Eigentlich sollte Aurelien Marti die kommende Saison im Dress des HC Lugano bestreiten. Doch nach nur zwei Testspielen wechselte er bereits wieder die Farben. Weshalb? Der 26-jährige Verteidiger unterschrieb bereits einen Vertrag für die Saison 2021/22 beim Lausanne HC, seinem Jugendklub. Für Lugano war dies ein No-Go, weshalb sie das Gespräch mit den Westschweizern gesucht haben und schliesslich Matteo Nodari gegen Marti getradet haben. So fand Marti über einen Umweg ins Tessin schliesslich doch noch zurück zu seinem Jugendklub.  

Grosser Umschwung im Sturm

Mit den Abgängen von Tyler Moy und Joel Vermin haben die Lausanner sicherlich an individueller Klasse verloren. Doch eigentlich waren diese zwei Trades sehr sinnvoll. Zwischenzeitlich hatte Lausanne einen extrem dünn besetzten Angriff. Mit Guillaume Maillard, Floran Douay und Tim Bozon haben sie nun zwar nicht die absoluten Ausnahmekönner erhalten, alle drei können ihre zehn Skorerpunkte pro Saison sammeln und geben der Mannschaft die benötigte Tiefe. Petr Cajka hingegen könnte durchaus bereits in dieser Saison eine grössere Rolle einnehmen. Der 19-jährige Tscheche, der im Sommer die Schweizer Lizenz erlangt hat, ist ein grosses Talent und könnte durchaus ein Kandidat für den Rookie des Jahres werden. 

Drei Ex-NHLer

Gleich drei neue Ausländer durften die Lausanner ihren Fans in diesem Sommer vorstellen. Alle drei absolvierten die letzte Saison in der NHL bzw. in der AHL. Einer davon ist ein Altbekannter: Cory Conacher spielte in der Saison 2015/16 für den SC Bern, sammelte 61 Punkte in 62 Spielen und wurde mit den Berner Schweizermeister. In der NHL wollte es aber nicht wirklich klappen. Genauso wie bei Brian Gibbons. Der 32-jährige Amerikaner kam abgesehen von zwei Spielzeiten nie wirklich über die Rolle als Ergänzungsspieler in der NHL hinaus und absolvierte den grössten Teil seiner Karriere in der AHL. Der Neuzugang mit der meisten NHL-Erfahrung ist Mark Barberio, obwohl auch der 30-jährige Kanadier nur eine Saison mehr als 50 Spiele in der besten Liga der Welt bestritten hatte.

Zuzüge:

  • Justin Krüger (V)
  • Aurelien Marti (V)
  • Mark Barberio (V)
  • Ken Jäger (S)
  • Mauro Jörg (S)
  • Floran Douay (S)
  • Guillaume Maillard (S)
  • Petr Cajka (S)
  • Tim Bozon (S)
  • Cory Conacher (S)
  • Brian Gibbons (S)

Abgänge:

  • Matteo Nodari (V)
  • Petteri Lindbohm (V)
  • Philip Holm (V)
  • Tim Traber (S)
  • Yannick Herren (S)
  • Tyler Moy (S)
  • Joel Vermin (S)
  • Alexandre Grenier (S)
  • Vadim Pereskokov(S)
  • Dustin Jeffrey (S)

Ausländer:

  • Mark Barberio (V)
  • Cory Emmerton (S)
  • Brian Gibbons(S)
  • Cory Conacher (S)

Grosse Wundertüte

Der Lausanne HC ist in dieser Saison eine grosse Wundertüte. Trotz den Abgängen hätten die Waadtländer vom Spielermaterial her immer noch das Potential, um den Meistertitel zu spielen. Allerdings hatte man von aussen betrachtet immer wieder das Gefühl, es werden mit viel Geld und ohne System einfach überdurchschnittliche Spieler zusammengekauft. Mit den neuen Besitzern wird sich dies vermutlich ändern. Petr Svoboda, der über 1’000 NHL-Partien bestritten hat und seine Partner, sind sicherlich sehr stark NHL-geprägt, was man im Sommer gut gesehen hat. Denn Spielertrades gab es zuvor kaum in der National League. Es stellt sich die Frage, ob diese Taktik auch in der Schweiz funktioniert, mit dem Wissen, wenn’s nicht läuft, dann wirst du getradet? 

Bei Lausanne stellt sich die Frage, ob nach dem radikalen Umbruch der Kabinenfrieden weiterhin gewährleistet ist und ob sich die neuen Spieler auch dem Klub angehörig fühlen. Dies wird sich logischerweise erst im Verlaufe der Saison zeigen. Für HockeyInfo gehört Lausanne sicherlich in die Playoffs. Allerdings wird sich die Mannschaft erst finden müssen und deshalb nicht gleich in der ersten Saison ganz vorne mitspielen: Platz 5.

HockeyInfo Saisonprognose:

1. ZSC Lions

2. HC Genf-Servette

3. EV Zug

4. HC Lugano

5. Lausanne HC

6. HC Davos

 

7. HC Fribourg-Gottéron

8.

9.

10. SC Rapperswil-Jona Lakers

11. HC Ambri-Piotta

12. SCL Tigers




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