HockeyInfo Saison-Vorschau 2020/21: Der neue HC Davos unter Raffainer und Wohlwend

Der HC Davos zeigte eine gute erste Saison unter der neuen sportlichen Führung. Am liebsten würde man die letzte Saison wiederholen, doch der Spielplan bietet in diesem Jahr keine Vorteile mehr. 

Die grosse Verwunderung

Eigentlich hatte der HC Davos in der vergangenen Saison mit Sandro Aeschlimann und Joren van Pottelberghe ein starkes Goalie-Duo, welches weiterlaufende Verträge besessen hätte. Aus dem Nichts verkündeten die Bündner dann aber die Verpflichtung von Robert Mayer für satte fünf Jahre. Der 30-jährige Torhüter bestritt zwar bereits drei Weltmeisterschaften mit der Schweiz. Trotzdem ist er keine unangefochtene Nummer 1 wie zum Beispiel Genoni oder Berra. Nach sechs Jahren in Genf bildet er nun das Goalie-Duo mit Sandro Aeschlimann in Davos. Dafür liessen die Bündner van Pottelberghe zum EHC Biel ziehen.

Youngster in den Fussstapfen der Routiniers

In der Defensive gab es bei Davos gar keine Änderungen. Dies ist auch nicht nötig, da mit Dominic Buchli (22), Davyd Barandun (20) und Oliver Heinen (20) seit längerem einige Talente aus dem eigenen Nachwuchs im Kader der ersten Mannschaft stehen. Die Bündner erhoffen sich, dass sich das Vertrauen in die Nachwuchsspieler bald auszahlt. Denn mit Felicien DuBois (36), Lorenz Kienzle (32) und Lukas Stoop (30) stehen auch Spieler unter Vertrag, die langsam im Herbst ihrer Karriere angekommen sind und die es mittel- oder langfristig - am liebsten mit dem eigenen Spielermaterial - zu ersetzen gibt.

Mit 17 Jahren hat Davyd Barandun sein Debüt in der National League gegeben. Der mittlerweile 20-jährige nahm an vier U-Weltmeisterschaften teil, wurde zuletzt aber durch Verletzungen etwas zurückgeworfen. Kann er nun den nächsten Schritt gehen? (JustPictures)

An Breite verloren

Alles in allem war es für den HC Davos ein ruhiger Transfersommer. Im Angriff stiessen - abgesehen vom aus der WHL ausgeliehenen Simon Knak - keine weiteren Stürmer mit Schweizer Lizenz zum Team. Mit Tino Kessler und Thierry Bader gab es aber doch zwei Abgänge. Auch wenn die beiden jungen Stürmer in der letzten Saison nicht immer gesetzt waren, verliert der Rekordmeister damit an Kaderbreite, die in dieser Spielzeit so besonders wichtig sein könnte. 

Abgang mit Wunschspieler kompensiert

Eigentlich hatten die Davoser bereits vier ausländische Spieler unter Vertrag für diese Saison. Doch dann machte Mattias Tedenby von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte in die KHL. Der 30-jährige Stürmer war mit 37 Skorerpunkten der zweitbeste Punktesammler der Mannschaft.

Mit Teemu Turunen holte Davos ihren Wunschspieler als Ersatz. Der finnische Flügelspieler ist erst 24 Jahre jung, hat in den letzten zwei Jahren in seiner Heimat in 117 Spielen 119 Skorerpunkte gesammelt. Er gilt als smarter Vorbereiter, kann aber fast genauso gut Tore erzielen. Im Vergleich zu Tedenby ist Turunen aber weniger schnell und weniger beweglich auf den Kufen.

Zuzüge:

  • Robert Mayer (G)
  • Teemu Turunen (S)
  • Simon Knak (S, Leihe)

Abgänge:

  • Joren van Pottelberghe (G)
  • Otso Rantakari (V)
  • Tino Kessler (S)
  • Thierry Bader (S)
  • Jerome Portmann (S)
  • Mattias Tedenby (S)
  • Jesse Mankinen (S)

Ausländer:

  • Magnus Nygren (V)
  • Perttu Lindgren (S)
  • Aaron Palushaj (S)
  • Teemu Turnunen (S)

Die Prognose 

Die Davoser haben sich nach der katastrophalen Saison 18/19 durchaus wieder gefangen und haben sich in der vergangenen Saison sogar das Heimrecht in den Playoffs erspielt. Allerdings muss man sicherlich auch beachten, dass die Davoser wegen des Umbaus ihres Stadions einen sehr günstigen Spielplan hatten und in der ersten Saisonhälfte praktisch immer mit frischen Beinen wie in die Spiele starten konnten. Die gute Saison nur auf den Spielplan abzuschieben, wäre aber auch falsch. Mit Raeto Raffainer als Sportchef und Christian Wohlwend als Trainer haben die Bündner die richtigen Leute am richtigen Ort. 

Allzu viel agierte die neue sportliche Führung auf dem Transfermarkt nicht. Sie setzen auf mehr oder weniger das gleiche Kader in der letzten Saison. Da dieses weiterhin einiges an Potential aufweist, glaubt HockeyInfo daran, dass es Davos erneut in die Playoffs schaffen wird. So gut wie in der letzten Saison schliessen sie aber nicht mehr ab: Platz 6

HockeyInfo Saisonprognose:

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6. HC Davos

 

7. HC Fribourg-Gottéron

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