HockeyInfo Saison-Vorschau 2020/21: Eine neue Ära beim EHC Biel

Der EHC Biel hat sich in den letzten Jahren vom Playout-Team zu einem Meisteranwärter entwickelt. Zwei grosse Figuren, die an diesem Weg beteiligt waren, sind in diesem Sommer aber zurückgetreten.

Der grosse Neustart

Mit dem Rücktritt von Jonas Hiller ging in Biel eine vierjährige Ära zu Ende, in der sich die Seeländer von einem Playout-Team zu einem erweiterten Titelanwärter entwickelt haben. Der Mann, der diesen Weg fortsetzen soll, heisst nun Joren van Pottelberghe. Der 23-jährige hat sich nach einem Katastrophenjahr, wo er nach Dänemark und an Kloten ausgeliehen wurde, in der letzten Saison wieder gefangen und einige starke Spiele für den HC Davos bestritten. Allerdings konnte er sich die Aufgabe in Davos mit Sandro Aeschlimann und zuvor mit Gilles Senn teilen. In Biel steht ihm mit Elien Paupe ein weniger starker Partner zur Seite, wodurch der Druck mehrheitlich auf ihm lastet. Erfahrung als Nummer 1 hat van Pottelberghe auf höchstem Niveau nicht, weshalb es für ihn eine neue, und sicherlich keine leichte Aufgabe wird.

Der Verlust überwiegt: Jonas Hiller tritt nach vier Jahren beim EHC Biel im Alter von 38 Jahren zurück. (JustPictures)

Die gleichen Vorderleute

Immerhin darf van Pottelberghe auf in etwa dieselbe Abwehr vor ihm zählen, wie dies auch Hiller schon tat. Der einzige Abgang heisst Rajan Sataric. Der 28-jährige Verteidiger ist eigentlich zu gut für die Swiss League, so richtig etabliert hat er sich in der National League allerdings auch nicht. Ihn zieht es nach Rapperswil. Mit Riccardo Sartori haben die Bieler einen Ersatz verpflichtet, der zwar schon knapp 200 Spiele in der höchsten Schweizer Liga bestritten, zuletzt aber auch aufgrund Verletzungspechs nur noch Platz in der Swiss League gefunden hat. Um das Kader in der Breite zu verstärken, kehrt zudem Yanick Stämpfli aus der EVZ Academy zurück zu seinem Jugendklub.

Rücktritt einer Bieler Legende

Nach unglaublichen 19 Jahren trat Mathieu Tschantré im Sommer aus dem Profisport zurück. Der 36-jährige Stürmer hatte seine ganze Karriere inklusive Jugend beim EHC Biel verbracht und war zwölf Jahre lang Captain der ersten Mannschaft. Mit seinem Rücktritt geht viel Erfahrung und Leadership verloren, die so einfach nicht zu ersetzen ist. 

Mit Damien Riat haben die Seeländer zudem einen Nationalspieler verloren, der einen Vertrag in der NHL unterschrieben hat, beim Saisonstart aber an Genf ausgeliehen wird. Als Ersatz wurde Fabio Hofer verpflichtet, der in Ambri bewiesen hat, dass er nicht nur in der etwas schwächeren österreichischen Liga Tore erzielen kann, sondern genauso gut auch in der Schweizer National League. 

Doch mit vier Ausländern

Bei den Bielern war lange unklar, mit wie vielen Ausländern sie in die Saison starten können. Nur Toni Rajala und Marc-Antoine Pouliot hatten weiterlaufende Verträge. Schliesslich verpflichteten die Bieler Petteri Lindbohm, der die letzten zwei Jahre in Lausanne aktiv war, und verlängerten den Vertrag mit David Ullström. Letzterer stiess während der letzten Saison in die Schweiz und sammelte in 28 Partien 30 Skorerpunkte für Biel.

Zuzüge:

  • Joren van Pottelberghe (G)
  • Riccardo Sartori (V)
  • Yannick Stampfli (V)
  • Petteri Lindbohm (V)
  • Tino Kessler (S)
  • Fabio Hofer (S)

Abgänge:

  • Jonas Hiller (G)
  • Rajan Sataric (V)
  • Anssi Salmela (V)
  • Damien Riat (S)
  • Mathieu Tschantré (S)
  • Jan Neuenschwander (S)
  • Peter Schneider (S)

Ausländer:

  • Petteri Lindbohm (V)
  • Toni Rajala (S)
  • Marc-Antoine Pouliot (S)
  • David Ullström (S)

Kleinere Brötchen backen

Die Bieler haben sicherlich einiges an Erfahrung verloren in diesem Sommer, die nicht einfach so ersetzt werden kann. Die Mannschaft wurde durch die Rücktritte und die vielen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs vor allem verjüngt. Die ehemaligen U20-Nationalspieler Valentin Nussbaumer und Gilian Kohler hoffen auf eine grössere Rolle in dieser Spielzeit. 

Mit einem Blick auf die Mannschaftsliste fehlen den Bielern aber die richtigen Vorzeige-Kämpfer. Damien Brunner, Luca Cunti, Jason Fuchs und Michael Hügli sind zwar hervorragende Edeltechniker, sie entscheiden die Spiele aber nicht über den Kampf. Es besteht oftmals die Gefahr, dass wenn es nicht läuft, es schliesslich gar und gar nicht läuft. In den letzten Jahren waren die Bieler im Verlaufe einer Saison meist sehr inkonstant. Da sehr viel Routine verloren gegangen ist, besteht diese Gefahr umso mehr.

HockeyInfo glaubt, dass die Bieler nach drei Jahren, in denen jeweils die Qualifikation in den Top 5 abgeschlossen wurde, wieder kleinere Brötchen backen müssen und es in diesem Jahr nur für die Pre-Playoffs reicht: Platz 9

HockeyInfo Saisonprognose:

1. ZSC Lions

2. HC Genf-Servette

3. EV Zug

4. HC Lugano

5. Lausanne HC

6. HC Davos

 

7. HC Fribourg-Gottéron

8.

9. EHC Biel

10. SC Rapperswil-Jona Lakers

11. HC Ambri-Piotta

12. SCL Tigers




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