HockeyInfo Saison-Vorschau 2021/22: Das Starensemble des Lausanne HC

Der Lausanne HC hat unter seinen neuen Besitzern die aggressive Transferpolitik gnadenlos fortgeführt und ein auf dem Papier sehr talentiertes Team zusammengestellt. Das Ziel ist und bleibt der Meistertitel.

Starkes Goalie-Duo

Während Luca Boltshauser in seinen ersten zwei Jahren hinter Sandro Zurkirchen beziehungsweise Tobias Stephan die Nummer 2 gewesen war und nicht über ein Dutzend Starteinsätze erhalten hatte, erhielt er in der vergangenen Saison erstmals mehr Vertrauen. Zwar bestritt er weiterhin weniger Spiele als Stephan, in seinen 23 Einsätzen wies der 28-jährige Schlussmann eine gute Fangquote von 92.0 Prozent auf. Der neun Jahre ältere Stephan war mit 92.8 Prozent gefangener Schüsse auf sein Gehäuse von allen regelmässig eingesetzten Torhütern der statistisch beste der Liga. So überrascht es nicht, dass Lausanne in der letzten Saison nur 125 und somit noch vor dem EVZ am wenigsten Gegentreffer zugelassen hatte.

In seinem letzten Vertragsjahr will sich Tobias Stephan bestimmt noch einmal für eine Vertragsverlängerung aufdrängen. (JustPictures)

Langes Warten auf die Ankunft

Seit über einem Jahr war die Unterschrift von Andrea Glauser im Trockenen. Trotzdem mussten sich die Waadtländer lange bis zu seiner Ankunft gedulden, da er in der vergangenen Saison noch einen Vertrag bei den SCL Tigers zu erfüllen hatte. Der 25-jährige Verteidiger verpasste die Hälfte der letzten Saison verletzt, zählt aber zu den vielversprechendsten Schweizer Spielern auf seiner Position. Die Konkurrenz ist jedoch gross. Mit Joël Genazzi (33), Lukas Frick (26) und Fabian Heldner (25) hat Lausanne gleich drei Nationalspieler in den eigenen Reihen. Die Verträge mit den ehemaligen WM-Teilnehmern und mittlerweile auch etwas ins Alter gekommenen Noah Schneeberger (33) und Robin Grossmann (34) wurden deshalb nicht verlängert bzw. gar aufgelöst. 

Einmal mehr viel Talent verpflichtet

Auch im Angriff haben die Lausanner ihre Zuzüge vor allem aufgrund einer Eigenschaft ausgesucht: viel Talent. Aus Biel ist Jason Fuchs verpflichtet worden. Der 25-jährige Stürmer sammelte bei seinem ehemaligen Arbeitgeber gut einen halben Punkt pro Spiel und hat die letzten Jahre immer wieder an den Prospect-Games der Nati teilgenommen. Fast noch torgefährlicher ist Benjamin Baumgartner. Der Österreicher mit Schweizer Lizenz ist mit 21 Jahren bereits ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft und ist folglich auch für die Olympia-Qualifikation aufgeboten worden. Mit Damian Riat haben die Waadtländer zudem erneut ein Schweizer Spieler aus Nordamerika ausleihen können. Etwas überraschend neben den drei grossen Verpflichtungen erscheint der Name von Fabio Arnold. Der 25-jährige Flügel absolvierte die letzte Saison für den EHC Winterthur und sammelte erstmals über 20 Skorerpunkte in der Swiss League. 

Start mit fünf Ausländern

Als einzige Mannschaft schien der Lausanne HC in der letzten Saison nicht wirklich sparen zu müssen. Insgesamt lösten sie sieben Ausländerlizenzen ein. Verteidiger Vladimir Roth und die Stürmer Brian Gibbons, Libor Hudacek und Charles Hudon verlassen den Klub aber bereits wieder. Trotzdem starten die Lausanner mit fünf Ausländern in die Saison. Mark Barberio (31) und Cory Emmerton (33) haben weiterlaufende Verträge. Zudem wurde mit Martin Gernat ein weiterer ausländischer Verteidiger verpflichtet. Der 28-jährige Slowake ist in der National League bereits aus der Saison 2017/18 bekannt, als er gegen Saisonende zu den Lausanner stiess. Phil Varone (30) und Jiri Sekac (29) haben zuvor noch nie in der Schweiz gespielt. Sie stossen beide aus der KHL in die National League. Sekac hat zuletzt mit Avangard Omsk den KHL-Titel gewonnen. 

Zuzüge:

  • Viktor Östlund (Ambri, T)
  • Andrea Glauser (Langnau, V)
  • Martin Gernat (Czech, V)
  • Fabio Arnold (Winterthur, S)
  • Benjamin Baumgartner (Davos, S)
  • Jason Fuchs (Biel, S)
  • Damien Riat (AHL, S)
  • Phil Varone (KHL, S)
  • Jiri Sekac (KHL, S)

Abgänge:

  • Noah Schneeberger (?, V)
  • Robin Grossmann (Biel, V)
  • Vladimir Roth (Czech, V)
  • Etienne Froidevaux (Biel, S)
  • Benjamin Antonietti (Genf, S)
  • Libor Hudacek (KHL, S)
  • Charles Hudon (NHL, S)
  • Brian Gibbons (SHL, S)

Ausländer:

  • Mark Barberio (V)
  • Martin Gernat (V)
  • Cory Emmerton (S)
  • Phil Varone (S)
  • Jiri Sekac (S)

Auf dem Papier stark

Der Lausanne HC hielt sich auf dem Transfermarkt einmal mehr nicht zurück und tätigte vielversprechende Transfers. Sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff haben die Lausanner Spieler verpflichtet, die sich bereits einen Namen in der National League gemacht haben, aber trotzdem noch ziemlich jung sind und viel Potential haben. Die Abgänge auf der anderen Seite schmerzen wenig bis gar nicht, abgesehen derjenige von Denis Malgin. Allerdings ist nicht klar, ob der 24-jährige Center die Schweiz überhaupt verlässt. Bis anhin hat er noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden. Es ist denkbar, dass er eine weitere Saison bei den Lausannern bleibt. Dies würde das Kader noch einmal deutlich verstärken. 

Dass die Waadtländer auf dem Papier das Potential haben, um ganz vorne mitspielen zu können, steht ausser Frage. Das grösste Fragezeichen ist, und das nun schon seit einigen Jahren, wie die Stimmung in der Mannschaft ist und ob es einen Teamgeist gibt, der die Spieler auch ihr wahres Potential abrufen lässt. Der neue Headcoach John Fust versucht genau das zu bezwecken. Seit 2017 ist er nun der fünfte Trainer, der sich an der Bande des Starensambles versucht.

In der letzten Saison belegte Lausanne trotz der besten Defensive nur den vierten Platz nach der Regular Season. Obwohl das Kader auf dem Papier noch stärker aussieht, glaubt HockeyInfo nicht daran, dass Lausanne gar um den Qualifikationssieg mitreden kann. Die direkte Playoff-Qualifikation sollte hingegen kein Problem sein.

Platz 4

HockeyInfo Saisonprognose:

1. EV Zug

2.

3. HC Lugano

4. Lausanne HC

5.

6. HC Davos

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7. HC Fribourg-Gottéron

8.

9.

10.

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11.

12. SCL Tigers

13. HC Ajoie




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