HockeyInfo Saison-Vorschau 2021/22: Die Bestätigung des HC Genf-Servette

Der HC Genf-Servette erreichte in der vergangenen Saison doch etwas überraschend den Playoff-Final und will diesen Erfolg nun bestätigen.

Abgang des Playoff-Helden

Nach nur einem Jahr verlässt Daniel Manzato die Genfer wieder. Der 37-jährige Schlussmann war dank starken Leistungen mitverantwortlich für den Final-Einzug und somit sicherlich ein kleiner Verlust. Sein Ersatz kommt aus dem eigenen Nachwuchs und heisst Stéphane Charlin. Das 20-jährige Nachwuchstalent verbrachte die letzte Saison mit La Chaux-de-Fonds und bestritt 30 Spiele in der Swiss League, wobei er eine Fangquote von 90.4 Prozent aufzuweisen hatte. Neben Gauthier Descloux bildet er nun das Goalie-Duo der Genfer. Descloux gehört mit 25 Jahren mittlerweile zu den besten Torhütern der Liga. In der letzten Saison wies er eine Fangquote von 92.7 Prozent auf, die viertbeste der Qualifikation.  

Ausgeglichene Mischung

Hinten treten die Genfer fast genau gleich an wie in der vergangenen Saison. Einzig Enzo Guebey verlässt das Team in Richtung Zürich. Dafür ist U20-Nationalspieler Giancarlo Chanton mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden, der aber sogleich wieder an Langenthal ausgeliehen wird, wo der 18-jährige Verteidiger bereits in der vergangenen Saison zum Einsatz gekommen war. Neben den jungen, talentierten Simon Le Coultre (22), Sandis Smons (22) und Roger Karrer (24) haben die Westschweizer einige Routiniers wie Arnaud Jacquemet (33), Marco Maurer (33) und Jonathan Mercier (35) im Team, was die Kaderzusammenstellung ausgeglichen gestaltet.

Die Genfer haben in der vergangenen Saison gleich fünf Spieler gehabt, die mindestens 13 Skorerpunkte gesammelt haben. Einer davon ist Simon Le Coultre, der mit vier Treffern am zweitmeisten Tore erzielt hat. (JustPictures)

Kern bleibt bestehen

Auch im Angriff sind die Veränderungen minimal. Benjamin Antonietti (30) ersetzt John Fritsche (29), dessen Vertrag nicht verlängert worden ist. Auch Timothy Kast verlässt den Klub. Ansonsten bleibt der Kern um die Nationalspieler Tanner Richard (28), Joël Vermin (29) und Noah Rod (25) in der kommenden Saison noch bestehen. Der Rückkehr von Vermin zum SC Bern ist bereits in trockenen Tüchern. Interessant wird sein, ob die talentierten Stéphane Patry (21) und Mathieu Vouillamoz (21) endgültig grössere Rollen im Team einnehmen können. Vor allem letzterer zeigte sehr starke Playoffs und erzielte vier Tore. 

Suche nach dem Omark-Ersatz

Eigentlich hatte Genf-Servette sein Ausländer-Quartett bereits beisammen. Und dann doch wieder nicht. Denn Linus Omark hat den Klub gebeten, aus familiären Gründen nach Schweden zurückzukehren. Allerdings soll der 34-jährige Schwede in der Saison 2022/23 wieder für Genf auflaufen. Eine komplizierte Angelegenheit, bei der aber klar war, dass Genf einen Ersatz für Omark gebraucht hatte. Diesen haben sie kürzlich in Valtteri Filppula gefunden. Der 37-jährige Finne hat über 1’2000 Spiele in der NHL absolviert und etwa halb so viele Punkte gesammelt. Auch der zweite Neuzugang ist nicht mehr der Jüngste. Marc-Antoine Pouliot wechselt im Alter von 36 Jahren von Biel zu Genf. Er ersetzt den zurückgetretenen Marc Fehr. Die Qualitäten von Stürmer Daniel Winnik und Verteidiger Henrik Tömmernes sind seit mehreren Spielzeiten bekannt. Sie zählen beide zu den besten Ausländern der Liga und können ein Spiel entscheiden.

Zuzüge:

  • Marc-Antoine Pouliot (Biel, S)
  • Benjamin Antonietti (Lausanne, S)
  • Valtteri Filppula (NHL, S)

Abgänge:

  • Daniel Manzato (Bern, T)
  • Enzo Guebey (GCK, V)
  • John Fritsche (?, S)
  • Timothy Kast (Bern?, S)
  • Linus Omark (SHL, S)
  • Eric Fehr (Rücktritt, S)

Ausländer:

  • Henrik Tömmernes (V)
  • Marc-Antoine Pouliot (S)
  • Daniel Winnik (S)
  • Valtteri Filppula (S)

Genfer Bestätigung als Spitzenteam

Nach der Qualifikation in der vergangenen Saison hatte kaum jemand erwartet, dass der HC Genf-Servette bis in den Playoff-Final vorstossen würde. Sie hatten davon profitiert, dass die letzten Runden aufgrund einiger Quarantäne-Fälle nicht mehr durchgeführt worden waren und sich dadurch direkt für die Playoffs qualifiziert. Ansonsten wäre es noch eine spannende Angelegenheit geworden. In den Playoffs haben sie dann aber gezeigt, dass sie bereit sind, wenn es härter wird und wenn es zählt. 

In diesem Jahr hielten sich die Genfer auf dem Transfermarkt im Vergleich zu anderen Jahren deutlich zurück. Es wird versucht, immer mehr ihren starken Nachwuchs in die erste Mannschaft zu integrieren. Das Kader ist allein mit den gestandenen National League-Spielern deshalb auch nicht besonders breit aufgestellt. Dadurch bietet sich die Chancen für die jungen Talente, die vermutlich grösstenteils in die Swiss League ausgeliehen und sich dort weiterentwickeln werden, um baldmöglichst als Stammkraft in der National League tätig zu sein.

Seitdem mit Patrick Emond ein neuer Trainer an der Bande steht, haben die Genfer gezeigt, dass sie in der Meisterschaft wieder ein Wörtchen mitreden können. Ausserdem stellt sich weiterhin die Frage, ob und falls ja, ab wann Marc-Antoine Pouliot die Schweizer Lizenz erhält. Damit würden die Genfer praktisch mit fünf Ausländern spielen. Deshalb glaubt HockeyInfo, dass sich der HC Genf-Servette erneut für die direkten Playoffs qualifizieren kann und die Bestätigung als Spitzenteam schafft.

Platz 5

HockeyInfo Saisonprognose:

1. EV Zug

2. ZSC Lions

3. HC Lugano

4. Lausanne HC

5. HC Genf-Servette

6. HC Davos

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7. HC Fribourg-Gottéron

8. SC Rapperswil-Jona Lakers

9. 

10.

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11.

12. SCL Tigers

13. HC Ajoie




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