HockeyInfo Saison-Vorschau 2021/22: Die Rapperswil-Jona Lakers sind attraktiv geworden

Die SC Rapperswil-Jona Lakers haben sich nach dem Aufstieg in die National League Jahr für Jahr gesteigert und in der letzten Saison dank den Pre-Playoffs gar die Playoffs erreicht. Dort sind sie erst im Halbfinal an Meister Zug gescheitert.

Bewährte Kräfte

Auf der Torhüterposition hat sich bei den Lakers nichts verändert. Seit dem Wiederaufstieg und somit zum vierten Mal starten sie mit dem Goalie-Duo Melvin Nyffeler und Noël Bader in die Saison. Die Rollenverteilung ist dabei klar. Der 25-jährige Bader konnte sich in der letzten Saison während des Ausfalls seines Konkurrenten mit einer Fangquote von 88.8 Prozent nicht wirklich aufdrängen, weshalb Nyffeler die klare Nummer 1 sein und einen Grossteil der Spiele absolvieren wird. Diskussionen wird es auch wieder um seine Zukunft geben. Der 26-jährige Schlussmann, der sich in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt hat, verlängerte seinen Vertrag nur um eine Saison bis Ende 2021/22, womit die Gerüchteküche bald wieder ihren Anfang nehmen könnte. 

In der Defensive haben die Lakers mit der zweitschlechsten Abwehr der letzten Saison sicherlich noch Verbesserungspotential. Melvin Nyffeler hält zwar ausgezeichnet, kann aber auch nicht die ganze Arbeit alleine verrichten. (JustPictures)

Eine sehr junge Abwehr

Einige Änderungen gibt es jedoch in der Reihe vor den Torhütern. Mit Mauro Dufner (26), Dominik Egli (22), Flurin Randegger (33) und Daniel Vukovic (35) haben die Lakers gleich die Hälfte aller in der vergangenen Saison eingesetzten Verteidigern verloren. Ersetzt werden diese Abgänge mit den drei ehemaligen U20-WM-Teilnehmern David Aebischer (20), Nathan Vouardoux (20) und Inaki Baragano (19) sowie Alain Bircher (24). Aebischer tat sich in Fribourg nach seiner Rückkehr aus der amerikanischen Juniorenliga schwer und wurde gegen Ende Saison nicht mehr eingesetzt. Vouardoux und Baragano haben beide noch keine Einsätze auf Profi-Niveau gehabt und werden somit in der kommenden Saison ihr Debüt feiern. Letzterem ist der Durchbruch in der National League nach zwei Jahren in Langnau noch nicht wirklich gelungen. 

Gestandene National League-Stürmer

Erstmals seit dem Wiederaufstieg haben die St. Galler gestandene National League-Stürmer zu sich locken können, die nicht auf dem Abstellgleis gestanden sind. Vom Meister EVZ kommt Yannick-Lennart Albrecht (27), der mit 24 Skorerpunkten keine Hauptrolle, aber trotzdem eine wichtige Rolle beim Gewinn des Kübels inne hatte. Aus Lugano stösst Dominic Lammer zum Team. Auch der 28-jährige Stürmer hatte keine überaus grosse Rolle, gab der Tessiner Mannschaft aber Kadertiefe und war immer für einen Skorerpunkt gut. Ebenfalls aus dem Tessin wechselt Sandro Zangger (27) zurück zu seinem Jugendklub, genauso wie Benjamin Neukom (30). Beide stammen aus Jona und kennen den Klub bereits aus dem Nachwuchs. Mit Yannick Brüschweiler (22) wechselt ein weiteres Talent zu den Lakers, das bisher nur wenig Chancen in der National League erhielt, aber in der Swiss League mit den GCK Lions fast einen Punkt pro Spiel gesammelt hat.

Wichtigste Personalie bleibt

Die Lakers können auch in der kommenden Saison auf ihren wichtigsten Einzelspieler der letzten zwei Jahre zählen: Roman Cervenka hat seinen Vertrag gleich um zwei Jahre verlängert. Der Tscheche zählte trotz seinen 35 Jahren weiterhin zu den besten Ausländern der Liga, konnte 49 Partien der Regular Season - und damit so viele wie seit seiner Ankunft in der Schweiz nie - bestreiten und sammelte über einen Punkt pro Spiel (51). Weniger für seine Punkte, sondern vor allem für seine Leadership bekannt ist Andrew Rowe (33). Der Captain der letzten zwei Jahre hat seinen Vertrag auch um zwei Jahre verlängert. Nachdem Steve Moses wohl die ganze Saison ausfällt, haben die Lakers Zach Mitchell als Ersatz verpflichtet. Der 28-jährige vielseitig einsetzbare Stürmer spielte die letzten zwei Spielzeiten in der KHL und war zuvor in der AHL aktiv.

Nach dem Abgang von Dominik Egli setzen die Lakers wieder auf einen ausländischen Verteidiger. Den haben sie in Emil Djuse gefunden. Der 27-jährige Schwede spielte in der vergangenen Saison in der KHL und sammelte in 49 Spielen 28 Skorerpunkte. 

Zuzüge:

  • Inaki Baragano (Lausanne, V)
  • Nathan Vouardoux (Lausanne, V)
  • Alain Bircher (Langnau, V)
  • David Aebischer (Fribourg, V)
  • Emil Djuse (KHL, V)
  • Yannick-Lennart Albrecht (Zug, S)
  • Dominic Lammer (Lugano, S)
  • Sandro Zangger (Lugano, S)
  • Benjamin Neukom (Langnau, S)
  • Yannick Brüschweiler (GCK Lions, S)
  • Zack Mitchell (S, KHL)

Abgänge:

  • Dominik Egli (Davos, V) 
  • Julian Payr (?, V)
  • Daniel Vukovic (?, V)
  • Mauro Dufner (Fribourg, V)
  • Flurin Randegger (Kloten, V)
  • Frantisek Rehak (Langenthal, S)
  • Kay Schweri (Langnau, S)
  • Michael Loosli (Langnau, S)
  • Lukas Lhotak (Langenthal, S)
  • Martin Ness (Ajoie, S)
  • Kevin Clark (DEL, S)

Ausländer:

  • Emil Djuse (V)
  • Roman Cervenka (S)
  • Andrew Rowe (S)
  • Steve Moses (S)
  • Zack Mitchell (S)

Neue Spieler, neuer Trainer, neue Saison

Die Rapperswil-Jona Lakers haben in diesem Sommer einen mehr oder weniger grossen Umbruch gehabt. Fast zwei komplette Linien sind ausgetauscht worden, allerdings sind viele dieser Spieler keine absoluten Leistungsträger gewesen. Aber nicht nur das: Auch ein neues Trainerduo steht an der Bande, nachdem Jeff Tomlinson die Mannschaft in seinen sechs Jahren als Headcoach von der Swiss League in die National League zurückgeführt und sich Jahr für Jahr gesteigert hat. Neu wird der Schwede Stefan Hedlund die Mannschaft führen. Er kennt die Schweiz bereits aus seiner Zeit als Headcoach der EVZ Academy beziehungsweise Assistent des EV Zug. Seine Aufgabe ist es, aus einer durchaus funktionierenden Mannschaft, die in der letzten Saison den Playoff-Halbfinal erreicht hat, ein noch besseres Team zu formen. Er muss mit den vielen jungen Spielern arbeiten, die teilweise wenig bis keine Erfahrung in der National League haben, oder ihre Durchbruch-Saison bestätigen müssen wie zum Beispiel Marco Lehmann oder Nando Eggenberger.

Alles in allem liest sich das Kader der Lakers so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die junge Abwehr ist zwar ein gewagtes Experiment, allerdings haben diese Spieler auf Nachwuchsstufe allesamt bewiesen, dass sie zu den besten ihres Jahrganges gehören. Deshalb ist HockeyInfo der Meinung, dass die Lakers erneut einen Schritt nach vorne machen werden.

Platz 8

HockeyInfo Saisonprognose:

1. EV Zug

2. ZSC Lions

3. HC Lugano

4. Lausanne HC

5.

6. HC Davos

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7. HC Fribourg-Gottéron

8. SC Rapperswil-Jona Lakers

9.

10.

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11.

12. SCL Tigers

13. HC Ajoie




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