HockeyInfo Saison-Vorschau 2021/22: Die SCL Tigers machen das Beste aus ihren Möglichkeiten

In der vergangenen Saison ging es bei den SCL Tigers nur ums blanke Überleben. Dementsprechend blieben sie auf dem Transfermarkt lange unauffällig, stellten aber schliesslich trotzdem ein ordentliches Kader zusammen.

Die Nummer 1 bleibt

Es war eine der wichtigsten Personalfragen in der vergangenen Saison. Bleibt Ivars Punnenovs ein Tiger oder will er um den Titel mitspielen? Schliesslich entschied er sich, eine weitere Saison in Langnau zu bleiben. Wenn der 27-jährige Lette mit Schweizer Lizenz fit bleibt, wird er einen grossen Teil der Spiele bestreiten. Luca Zaetta, mit 21 Jahren einer der jüngsten Torhüter der Liga, zeigte in seiner ersten Saison in der National League die eine oder andere vielversprechende Parade, konnte sich aber noch nicht richtig etablieren. Zudem steht mit Damian Stettler ein Torhüter mit Jahrgang 2001 aus dem eigenen Nachwuchs bereit, um weitere Spielpraxis auf Profi-Niveau zu sammeln.

Langsamer Umbruch in der Defensive

Lange zählten die SCL Tigers unter Heinz Ehlers auf einen soliden Kern in der Defensive, der aber langsam zu schmelzen beginnt. Frederico Lardi gab im Frühling seinen Rücktritt bekannt. Andrea Glauser wurde nach Lausanne gelockt. Alain Bircher, der kaum eingesetzt wurde, zieht es weiter nach Rapperswil.

Mit Janis Elsener wird einem jungen Spieler die Chance gegeben, regelmässig in der National League zu Eiszeit zu kommen. Der in Olten unter Vertrag gestandene Verteidiger gab beim SC Bern in der vergangenen Saison bereits sein Debüt in der höchsten Spielklasse. Einer der grössten Schweizer Transfers ist in diesem Sommer die Rückkehr von Miro Zryd, dessen Vertrag beim SCB aufgelöst worden ist. Allerdings fehlt der 26-jährige Verteidiger zu Beginn noch verletzt.

Beim SC Bern durfte Miro Zryd gegen Saisonende gar das Powerplay von der blauen Linie aus lenken. (JustPictures)

Viele zweite Chancen 

Im Angriff verzeichnen die Langnauer einige Abgänge. Der schmerzhafteste ist derjenige von Julian Schmutz, der regelmässig Punkte gesammelt hat. Benjamin Neukom, Raphael Kuonen, Loïc In-Albon, Stefan Rüegsegger und Toms Andersson hatten eher Nebenrollen inne. Dadurch ergeben sich Chancen für andere Spieler, denen der Durchbruch in der National League noch nicht wirklich gelungen ist. Michael Loosli (26) und Livio Langenegger (22) sind zwei Beispiele dafür. Loosli schaffte es bei den Lakers nicht regelmässig ins Lineup und wurde teils an Thurgau in die Swiss League ausgeliehen. Gleiches galt für Langenegger, der beim EV Zug nur eine Nebenrolle hatte, aber zu den Leadern der Academy zählte. Der dritte und letzte Neuzugang in der Offensive heisst Kay Schweri. Der 24-jährige Stürmer absolvierte die beste Saison seines Karriere bei den Lakers, suchte aber trotzdem einen neuen Arbeitgeber. 

Drei bekannte Namen

Die Ausländerpostionen haben die Langnauer im Sommer komplett neu besetzt, wobei die drei der vier Namen nicht unbekannt sind. Harri Pesonen kehrt nach einem Jahr bereits von seinem KHL-Abenteuer zurück. Der 33-jährige Finne zählte vor seinem Abgang zu den besten Ausländern der Liga. Nachdem er letzte Saison für den SCB gespielt hat, ist auch Victor Oloffson vielen in der National League bekannt. Der 29-jährige Schwede sammelte 28 Skorerpunke in 38 Spielen für den Kantonsrivalen. Alexandre Grenier stand zuletzt in der DEL im Einsatz, beendete die Saison 2019/20 allerdings mit dem Lausanne HC und buchte in zehn Spielen acht Punkte.

Der vierte Neue im Bunde heisst Aleksi Saarela. Der 24-jährige Finne war in der vergangenen Saison mit 23 Toren einer der besten Torschützen in seiner Heimat. Zuvor stellte Saarela bereits in der AHL sein Talent unter Beweis und kam zu ersten Einsätzen in der NHL. Dorthin will er auch wieder zurück.

Zuzüge:

  • Janis Elsener (Olten, V)
  • Miro Zryd (Bern, V)
  • Kay Schweri (Lakers, S)
  • Michael Loosli (Lakers, S)
  • Livio Langenegger (Zug, S)
  • Jesper Olofsson (Bern, S)
  • Harri Pesonen (KHL, S)
  • Alexandre Grenier (DEL, S)
  • Aleksi Saarela (Liiga, S)

Abgänge:

  • Frederico Lardi (Rücktritt, V)
  • Andrea Glauser (Lausanne, V)
  • Alain Bircher (Lakers, V)
  • Julian Schmutz (Davos, S)
  • Benjamin Neukom (Rapperswil, S)
  • Raphael Kuonen (Visp, S)
  • Stefan Rüegsegger (Langenthal, S)
  • Toms Anderson (La Chaux-de-Fonds, S)
  • Loïc In-Albon (La Chaux-de-Fonds, S)
  • Ben Maxwell (SHL, S)
  • Robbie Earl (???, S)
  • Marcus Nilsson (SHL, S)

Ausländer:

  • Jesper Olofsson (S)
  • Harri Pesonen (S)
  • Alexandre Grenier (S)
  • Aleksi Saarela (S)

Das Beste aus den Möglichkeiten gemacht

Die letzte war eine sehr schwierige Saison für die SCL Tigers, die sich sehr früh schon vom Kampf um die Playoffs verabschieden mussten. Aufgrund der unsicheren Corona-Situation zeigte sich auch die Kaderplanung sehr schwierig. Auf dem Schweizer Markt haben sie für ihre Möglichkeiten das Beste herausgeholt. Trotzdem liest sich das Schweizer Kader als eines der schwächsten der Liga. Das Ausländerquartett darf hingegen durchaus als gut bis sehr gut eingestuft werden. Die Qualitäten eines Pesonen sind durchaus bekannt. Saarela hat das Potential, um den nächsten Dominik Kubalik zu werden und in ein bis zwei Jahren in der NHL zu spielen. Grenier bringt mit seiner Physis eine Komponente mit, die in der ganzen Liga nur sehr wenige Spieler haben.

Falls die Ausländer ihr volles Potential abrufen und die Schweizer über sich hinauswachsen können, sowie das neue System unter Trainer Jason O’Leary umgesetzt werden kann, liegt durchaus eine Überraschung der Emmentaler drin. Allerdings sieht HockeyInfo diese Wahrscheinlichkeit relativ klein. Deshalb werden die Tigers auch in dieser Saison nur im Kampf um die Pre-Playoffs involviert sein, diese aber verpassen.

Platz 12

HockeyInfo Saisonprognose:

1.

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6. HC Davos

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7. 

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12. SCL Tigers

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