Saisonrückblick 19/20 - Der HC Davos auf alten Spuren

Nach einem Jahr Playouts hat sich der HC Davos wieder gefangen und sich in der Qualifikation sogar das Heimrecht für einen allfälligen Playoff-Viertelfinal gesichert. Sie sind damit auf dem Weg zu alter Stärke.

Best Player

Perttu Lindgren ist wieder zurück. Nachdem der finnische Stürmer fast die komplette Saison 17/18 aufgrund einer komplizierten Verletzung verpasst hatte, brauchte er in der vergangenen Saison etwas Anlaufzeit, bis er wieder einigermassen in Form kam. Gegen Saisonende fand er dann immer mehr zu seinem alten Spiel.

In dieser Saison war dem 32-Jährigen nicht mehr anzusehen, dass er zuvor so lange gefehlt hatte. Lindgren spielte auf sehr hohem Niveau und trug dazu bei, dass die Saison der Davoser deutlich besser lief als noch die vergangene. Mit 40 Punkten aus 48 Spielen wurde er zum dritten Mal Topskorer des HCD.

In der Saison 15/16 war Lindgren mit 62 Punkten hinter Pierre-Marc Bouchard der zweitbeste Skorer. (JustPictures)

Die Überraschung

Bereits zum Ende der vergangenen Saison hatte Benjamin Baumgartner gezeigt, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. In der Platzierungsrunde inklusive Playout-Final sammelte er in elf Spielen acht Skorerpunkte. Deshalb erstaunte es nicht, dass der erst 19-jährige Stürmer mit Jahrgang 2000 die Saison in der ersten Mannschaft in Angriff nahm. 

Baumgartner war von Anfang an in den Top Six gesetzt und überraschte mit seiner Abgebrühtheit im jungen Alter. An der U20-WM auf zweithöchster Stufe zeigte Baumgartner mit Österreich, dass er mindestens eine Klasse besser war als alle anderen. Mit 27 Punkten in 37 National League-Einsätzen drängte er sich gar noch für den NHL Draft 2020 auf. 

Die Enttäuschung

Nach einem Jahr in der kanadischen Juniorenliga OHL kehrte Nando Eggenberger im Sommer zu seinem Jugendklub zurück. Der mittlerweile 20-jährige verzeichnete bereits vor seinem Amerika-Abenteuer über 60 Spiele in der höchsten Schweizer Liga und sammelte dabei auch schon zehn Skorerpunkte. Die Erwartungen an den ehemaligen Captain der U20-Nati waren dementsprechend hoch, doch Eggenberger konnte sie in keinster Weise erfüllen. Bei Davos gelangen ihm in 20 Spielen keine Skorerpunkte, bevor er an die Rapperswil-Jona Lakers abgegeben wurde. 

Saisonfazit und Blick in die Zukunft

Der HC Davos ist nach einem Jahr in den Playouts wieder über den Strich geklettert. Die Bündner haben sich dabei mit dem dritten Rang sogar das Heimrecht für einen allfälligen Playoff-Viertelfinal erkämpft. Der Neuanfang mit dem Duo Wohlwend-Raffainer ist in der ersten Saison definitiv geglückt.

In der kommenden Saison will die neue Führung bestätigen, dass sie den HC Davos wieder zum alten Erfolg führen kann. Dafür wurde allerdings erst ein Transfer getätigt. Torhüter Robert Mayer stösst mit einem Vierjahresvertrag ins Bündnerland. Dafür muss Joren van Pottelberghe den Klub verlassen. Er tritt das Erbe von Jonas Hiller in Biel an. Ebenfalls nach Biel zieht es Tino Kessler, der zeitweise bereits während der Saison dorthin ausgeliehen wurde. Thierry Bader (Bern) und der grösstenteils an die Rockets ausgeliehene Jerome Portmann (Olten) verabschieden sich ebenfalls.

Auf den Ausländerpositionen war eigentlich alles schon geregelt, doch Mattias Tedenby verlässt den Klub nun dank einer Ausstiegsklausel im Vertrag. Für ihn wird momentan ein Ersatz gesucht. 

Ansonsten dürften noch die von der Plattform «Südostschweiz» vermeldeten Vertragsverlängerungen mit Felicien Du Bois und Dario Meyer offiziell bekannt gegeben werden. Dann würde das Kader bereits zwei Torhüter, acht Verteidiger und 14 Stürmer umfassen, was etwa der Normalfall ist. Es dürften allerdings noch einige Spieler für die Ticino Rockets verpflichtet werden.

Zuzüge

  • Robert Mayer (G)

Abgänge

  • Joren van Pottelberghe (G)
  • Tino Kessler (S)
  • Jerome Portmann (S)
  • Thierry Bader (S)
  • Mattias Tedenby (S)

Ausländer

  • Magnus Nygren (V)
  • Perttu Lindgren (S)
  • Aaron Palushaj ()



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