Saisonrückblick 19/20 - Die grosse Chance des EHC Biel

Der EHC Biel zählt dank zwei Playoff-Halbfinal-Einzügen mittlerweile zu den Grossen im Schweizer Eishockey. In dieser Saison verpassten die Seeländer aufgrund des Coronavirus eine einmalige Chance.

Best Player

Auch im Alter von 38 Jahren zählte Jonas Hiller zu den besten Spielern des EHC Biel. Mit seiner Routine und seiner ruhigen Ausstrahlung verlieh er dem Team in jedem Spiel die gewünschte Sicherheit in der Defensive. Seine Fangquote von 91.76 Prozent ist die fünftbeste der Liga. Auch in den Advanced Stats spielt Hiller vorne mit und wehrte über fünf Tore über dem Durchschnitt ab. Nicht nur als Spieler, sondern auch als Führungspersönlichkeit nahm Hiller eine wichtige Rolle ein. Sein Rücktritt schmerzt daher besonders.

Jonas Hiller war Biels Lebensversicherung. (JustPictures)

Die Überraschung

Selten kann man während der Saison noch einen Importspieler verpflichten, der das gesamte Team besser macht. David Ullström stiess erst Mitte Oktober zu den Bielern, schlug allerdings voll ein. In 28 Spielen erzielte der 30-jährige Schwede zehn Tore, legte 20 Treffer auf und sammelte damit im Schnitt mehr als einen Punkt pro Spiel. Hinter Roman Cervenka und Garrett Roe hat er den besten Punkteschnitt der Liga.

Die Enttäuschung

Zum dritten Mal verliess Anton Gustafsson im Sommer die SCL Tigers. Dieses Mal hiess seine neue Destination Biel. Mit den Seeländern wollte der 30-jährige Schwede mit Schweizer Lizenz vorne mitspielen und um den Meistertitel kämpfen. Allerdings trug er dazu sehr wenig bei. Mit nur drei Toren und einem Assist leistete Gustafsson kaum einen Beitrag dazu, dass seine Mannschaft im oberen Drittel der Tabelle spielte. Zudem stand er pro 60 Minuten Eiszeit bei über drei Gegentoren auf dem Eis.

Saisonfazit und Blick in die Zukunft

Der EHC Biel verzeichnete wie so oft einen hervorragenden Saisonstart und spielte lang um die Spitze mit. Aufgrund eines Zwischentiefs verloren die Seeländer allerdings den Anschluss an die Top 4. Mit 79 Punkten haben sie schlussendlich genau gleich viele Punkte gesammelt wie vor einem Jahr. 

Dass in dieser Saison keine Playoffs stattfinden, hat den Bielern besonders weh getan. Im Hinblick auf die kommende Saison geht nämlich doch etwas an Substanz verloren. Die Rücktritte von Jonas Hiller und Mathieu Tschantré sind nicht nur ein Verlust auf dem Eis, sondern vor allem neben dem Eis und in der Kabine. Zudem wechselt mit Damien Riat ein Nationalspieler nach Nordamerika. Die Abgänge von Jan Neuenschwander und Rajan Sataric scheinen auf dem Papier zwar nicht so bedeutend. Allerdings verpassten beide in den letzten zwei Jahren kaum ein Spiel und gehörten klar zum Stammpersonal. 

Immerhin konnten die Abgänge positionstechnisch fast eins zu eins kompensiert werden. Joren van Pottelberghe tritt das Erbe von Hiller an, Fabio Hofer und Tino Kessler kommen im Angriff für Riat, Neuenschwander, Tschantré und Riccardo Sartori ersetzt in der Defensive Rajan Sataric. Das Teamgefüge muss nun zuerst wieder gefunden werden.

Schweizer Transfers dürften kaum mehr zu erwarten sein. Zu zwei Torhütern, sieben Verteidigern und 16 Stürmern werden noch je ein ausländischer Verteidiger und ein Stürmer dazustossen. 

Zuzüge

  • Joren van Pottelberghe (G)
  • Riccardo Sartori (V)
  • Tino Kessler (V)
  • Fabio Hofer (V)

Abgänge

  • Jonas Hiller (G)
  • Rajan Sataric (V)
  • Jan Neuenschwander (S)
  • Mathieu Tschantre (S)
  • Damien Riat (S)

Ausländer

  • Toni Rajala (S)
  • Marc-Antoine Pouliot (S)



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