Saisonrückblick 19/20: Fribourg-Gottéron auf dem richtigen Weg

Der HC Fribourg-Gottéron schaffte nach einem Jahr Playouts wieder den Sprung in die Playoffs. Die Drachen befinden sich auf dem richtigen Weg. 

Best Player

Nachdem Jonas Hiller im vergangenen August seinen Rücktritt Ende Saison bekannt gegeben hatte, versuchte der EHC Biel den einstigen Goalie Reto Berra zurückzulocken. Allerdings klärte Berra seine Zukunft kurz nach Saisonstart und verlängerte langfristig beim HC Fribourg-Gottéron. Die Saanestädter konnten froh sein, dass sich 33-jährige Schlussmann für sie entschieden hatte. Denn der ehemalige NHL-Goalie war in dieser Saison die Lebensversicherung der Drachen. Seine Fangquote von 92.4 Prozent ist die drittbeste der Liga, jedoch stand Berra auch deutlich mehr im Einsatz, weshalb die Fanquote um einiges bemerkenswerter ist. 

Die Überraschung

In dieser Saison lief Marc Abplanalp im Alter von 35 Jahren zu Höchstform auf. Mit fünf Toren und acht Assists war der Verteidiger so produktiv wie noch nie in seiner Karriere in der National League. Damit sammelte er mehr Skorerpunkte wie zum Beispiel die arrivierten Kräfte Philippe Furrer oder Jérémie Kamerzin. 

Auf Abplanalp war stets Verlass. Im Herbst seiner Karriere erhielt er bei 5-gegen-5, wo er 12 seiner 13 Skorerpunkte sammelte, immer noch am sechsmeisten Eiszeit des Teams. Defensiv kassierte er nur 2.05 Gegentore pro 60 Minuten Eiszeit, was zu den besten Werten des Teams gehörte. Mit den starken Leistungen hat er sich die Vertragsverlängerung im Januar redlich verdient.

Die Enttäuschung

Eine sehr grosse Enttäuschung in dieser Spielzeit war sicherlich Noah Schneeberger. Der 31-jährige Verteidiger stand so neben den Schlittschuhen, dass er bereits nach zwölf Spielen und ohne Skorerpunkte zu den Rapperswil-Jona Lakers ausgeliehen wurde. Stand jetzt hat er noch einen Vertrag für die kommende Saison in Fribourg. Trotzdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass er noch einmal im Trikot der Drachen auflaufen wird.

Saisonfazit und Blick in die Zukunft

Nach einem schwachen Saisonstart schaffte Fribourg-Gottéron schlussendlich doch noch den Sprung auf die Playoff-Ränge. Sie waren nach dem Jahreswechsel eines der formstärksten Teams. Sportchef Christian Dubé schaffte es gemeinsam mit Berater Sean Simpson eine Mannschaft zu formen, in der jeder füreinander und nicht für sich alleine kämpft und spielt. Dies muss im Hinblick auf die kommende Saison als sehr positiv gewertet werden.

Für diese haben die Fribourger nominell erneut aufgerüstet. Vor allem die Verteidigung soll verjüngt und verstärkt werden: Mit Benoit Jecker, Dave Sutter und David Aebischer stossen drei Verteidiger mit viel Potential zum Team, während die wenig überzeugenden Aurelien Marti und Marco Forrer sowie der zurücktretende Ralph Stalder die Mannschaft verlassen werden. Auf der Goalie-Position ersetzt der 23-jährige Connor Hughes den abwandernden Ludovic Waeber als Backup für Reto Berra in etwa eins zu eins.

Im Angriff wurde mit Yannick Herren ein Stürmer verpflichtet, der weiss, wo das Tor steht. Der 29-jährige Flügelspieler sammelte in seiner besten Saison 38 Skorerpunkte und ist offensiv auf jeden Fall stärker einzuschätzen als Lukas Lhotak und Flavio Schmutz, die zu Rapperswil bzw. Langnau wechseln. Zudem ist offen, ob Gaetan Jobin aus der QMJHL zurück zu seinem Jugendklub stösst. Hinter der Verpflichtung von Chris DiDomenico steht ein grosses Fragezeichnen. Kann er der Mannschaft trotz seiner Hitzköpfigkeit weiterhelfen oder bringt er den endlich gefundenen Teamspirit wieder auseinander? 

Für Fribourg folgt nun auf jeden Fall ein Jahr der Bestätigung. Denn das Ziel ist eindeutig: der Meistertitel.

Zuzüge

  • Connor Hughes (G)
  • Dave Sutter (V)
  • David Aebischer (V)
  • Benoit Jecker (V)
  • Yannick Herren (S)
  • Chris DiDomenico (S)

Abgänge

  • Ludovic Waeber (G)
  • Ralph Stalder (V)
  • Aurelien Marti (V)
  • Marco Forrer (V)
  • Flavio Schmutz (S)
  • Lukas Lhotak (S)

Ausländer

  • Ryan Gunderson (V)
  • Chris DiDomenico (S)
  • Daniel Brodin (S)
  • David Desharnais (S)
  • Viktor Stalberg (S)



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