Saisonrückblick 2020/21 - Beim SC Bern folgen nach den fetten die mageren Jahre

Der SC Bern hätte in der vergangenen Saison die Playoffs verpasst und wollte sich rehabilitieren. Allerdings verlief der Saisonstart katastrophal und nur dank einem guten Schlussspurt konnten noch die Pre-Playoffs geschafft werden. In den nächsten Jahren werden die Berner nicht mehr als Topfavoriten ins Meisterrennen gehen.

Best Player

Beim Lausanne HC wurde Cory Conacher während der Saison nicht glücklich. Für den SC Bern war dies ein besonderer Glücksfall und wurde zu einem regelrechten Schachzug, den 31-jährigen Kanadier zu verpflichten, nachdem der Vertrag mit dem Schweden Ted Brithén aufgelöst worden war. Im Vergleich zu den Waadtländern wissen die Berner, was sie an Conacher haben. In der Saison 2015/16 sammelte dieser in 62 Partien 61 Skorerpunkte und wurde mit dem SCB Schweizer Meister. Gleich im ersten Spiel mit Bern erzielte Conacher ein Tor und bereitete zwei weitere vor. Er verlieh dem Meister von 2019 einen neuen Schub und war mit 22 Punkten in 19 Partien mit dafür verantwortlich, dass das Team noch in die Pre-Playoffs vorstiess. 

Beim Lausanne HC sammelte Cory Conacher in 21 Partien 14 Skorerpunkte. Trotzdem waren sie nicht zufrieden mit ihm und gaben ihn ab. (JustPictures)

Die Überraschung

Dass Mika Henauer zu den grössten Schweizer Talenten seines Jahrganges gehört, das wusste man schon seit längerem. Der Verteidiger mit Jahrgang 2000 war bereits in der vergangenen Saison zu seinem Debüt in der höchsten Schweizer Liga gekommen, verbrachte aber den grössten Teil der Saison beim HC Langenthal. In dieser Saison wurde er als fester Bestand der ersten Mannschaft eingeplant. Zu Beginn der Saison erhielt er allerdings noch nicht das nötige Vertrauen und war teilweise gar überzählig. Als er dann wieder ins Lineup zurückgekehrt war, stand er gleich im Powerplay im Einsatz. Das Vertrauen zahlte er ab dann mehr als zurück. 17 Skorerpunkte sammelte Henauer in seiner ersten vollständigen Saison in der National League und war damit hinter Calle Andersson der produktivste Verteidiger des Teams. Seine Zukunft liegt vor ihm. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der Youngster noch entwickelt.

Die Enttäuschung

Jahrelang gehörte Simon Moser zu den Leistungsträgern beim SCB. Seit drei Jahren trägt er gar das «C» auf der Brust und ist einer der grössten Führungsspielern des Teams. Die letzten fünf Spielzeiten sammelte er jeweils mindestens über 30 Punkte pro Saison. In dieser Spielzeit kam er selten in Fahrt. Nach den ersten zehn Partien hatte er nur einen Treffer und einen Assist auf seinem Konto. Gegen Ende der Qualifikation durfte er zwar wieder vermehrt in der ersten Linie auflaufen, nachdem er längere Zeit nur in der dritten Sturmreihe verbracht hatte. Wirklich regelmässig ins Skoren kam er jedoch nicht. Am Ende der Qualifikation hatte Moser nur 19 Skorerpunkte auf seinem Konto und auch in den Playoffs ist er mit nur drei Torbeteiligungen nicht ins Rampenlicht gerückt. 

Ausblick in die Zukunft

Beim SC Bern gibt es in diesem Sommer erneut einen Umbruch. Viele Spieler verlassen den Verein. Inti Pestoni, André Heim und Yanik Burren wechseln allesamt nach Ambri. Miro Zryd hat bei den SCL Tigers unterschrieben. Simon Sterchi konnte sich in der National League nicht durchsetzen und wechselt zu La Chaux-de-Fonds zurück in die Swiss League. Kyen Sopa erhält keinen neuen Vertrag mehr, genauso wie die Ausländer Jesper Olofsson und Tomi Karhunen. Hingegen haben die beiden Kanadier Dustin Jeffrey und Cory Conacher einen weiterlaufenden Vertrag. 

Die Abgänge wurden bisher nicht kompensiert. Einzig der Zuzug von Daniel Manzato ist bekannt, sodass die Berner nicht nochmals eine Ausländerlizenz im Tor opfern müssen. Tatsächlich werden die Berner wohl vermehrt auf Nachwuchsspieler setzen. Sowohl die Verteidigung mit sieben, als auch der Angriff mit elf Spielern ist dünn besetzt. Dazu stossen noch zwei Ausländer. Als Topfavorit wird der SCB demnach nicht in die Saison starten.

Zuzüge

  • Daniel Manzato (G, Genf)

Abgänge

  • Tomi Karhunen (G, ?)
  • Miro Zryd (V, Langnau)
  • Yanik Burren (V, Ambri)
  • Inti Pestoni (S, Bern)
  • André Heim (S, Bern)
  • Simon Sterchi (S, La Chaux-de-Fonds)
  • Jesper Olofsson (S, Langnau)
  • Kyan Sopa (S, ?)

Ausländer

  • Dustin Jeffrey (S)
  • Cory Conacher (S)



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