Saisonrückblick 2020/21 - Die letzte Saison in der altehrwürdigen Valascia des HC Ambri-Piotta

Der HC Ambri-Piotta bestritt seine letzte seine in der altehrwürdigen Valascia. Eine grosse Feier abhalten durfte man nicht - und konnte man sportlich ebenso nicht.

Best Player 

Ein ganzes Jahr musste Diego Kostner aufgrund einer Verletzung, die er sich im ersten Meisterschaftsspiel in der Saison 2019/20 zugezogen hatte, pausieren. Alle waren froh, als der Vorzeigekämpfer wieder zurückgekehrt ist. Nach einem dürftigen Start - in 14 Partien erzielte er nur einen Treffer - kehrte der 28-jährige Italiener zu alter Stärke zurück. Noch mehr sogar, er bestritt die beste Saison seiner Karriere. Neun Tore und 14 Assist sammelte er in 50 Partien und war damit insgesamt viertbester Skorer der Mannschaft. Aber nicht nur in der Offensive half Kostner seiner Mannschaft, auch in der eigenen Zone war er stets ein sicherer Wert. Von der Aussagekraft der Plus-Minus-Bilanz einmal abgesehen: Er zeigte seinen hoch angesehenen Mitspielern Brian Flynn (-25) oder Marco Müller (-24), dass man auch viele Tore erzielen kann, ohne viele zu erhalten und wies am Ende nur eine Minus-1-Bilanz auf, die beste aller regelmässig eingesetzten Spielern von Ambri.

Grösstenteils wurde Diego Kostner in der dritten oder vierten Linie eingesetzt - und trotzdem sammelte er 23 Skorerpunkte. (JustPictures)

Die Überraschung

Im Gegenteil zu seinem Vater Thomas Östlund, der in den 90er-Jahren fünf Spielzeiten das Tor des HC Fribourg-Gottéron gehütet hatte, war sein Name bisher nur Insidern bekannt: Viktor Östlund. Der 26-jährige Schwede mit Schweizer Lizenz pendelte in seiner Karriere viel zwischen der Schweiz und Schweden hin und her, fand aber nie einen festen Stammplatz. Vor zwei Jahren verpflichtete Ambri den Torhüter für die Ticino Rockets. Aufgrund der Verletzungsanfälligkeit von Benjamin Conz kam Östlund sowohl in der vergangenen als auch in dieser Saison zu einigen Einsätzen in der National League. Dabei zeigte er, dass er sich auch in der höchsten Schweizer Liga bewähren kann. In neun Einsätzen - sechs davon von Beginn an - überzeugte er mit einer Fangquote von 92.4 Prozent. Damit war er gar der statistisch beste Torhüter der Tessiner. 

Die Enttäuschung

Er wurde als der grosse Rückkehrer angekündigt: Daniele Grassi. Das Eigengewächs der Leventiner kehrte nach je zwei Jahren in Kloten und Bern zurück zu seinem Stammklub. Obwohl er fast eine ganze Saison wegen einer Verletzung verpasst hatte, waren die Erwartungen riesig, womöglich etwas zu gross. Der 28-jährige Stürmer sammelte zwar doch elf Skorerpunkte, davon jedoch nur drei Treffer, wobei einer ein Empty-Netter war. Zudem leistete sich Grassi einige Zwei-Minuten-Strafen zu viel, sodass er am Ende 17 Mal in der Kühlbox sass.

Ausblick in die Zukunft

Trainer Luca Cereda hat nach dem letzten Saisonspiel bereits angekündigt, dass die Saison in den nächsten Tagen gründlich analysiert wird. Viele Personalien sind noch offen, insgesamt 13 Verträge laufen aus. Dazu werden die Personalien Stanislav Horansky und Dario Rohrbach ebenfalls noch zu diskutieren geben. Ersterer konnte sich unter Cereda nicht in der National League durchsetzen und wurde bereits Mitte Saison an Olten in die zweithöchste Liga ausgeliehen. Dario Rohrbach kam gegen Saisonende ebenfalls nicht mehr zum Einsatz und wurde zu den Ticino Rockets verbannt. Beide haben noch einen Vertrag, doch wie sieht ihre Zukunft aus? Genau das werden Sportchef Paolo Duca und Trainer Luca Cereda in diesen Tagen wohl besprechen. 

Zuzüge wurden - wie das in Ambri bekannt ist - während der Saison noch keine offiziell gemacht. Gerüchten zufolge soll aber der verlorene Sohn, Inti Pestoni, zurück in seine Heimat finden. Dies wäre wohl einer der grössten Schweizer Transfers der letzten Jahre von den Tessinern. Ebenso sollen André Heim und Yanik Burren vom SCB ins Tessin wechseln. Auch von Dario Bürgler war zuletzt die Rede.

Abgänge sind ebenfalls noch nicht bekannt, ausser dem Rücktritt von Michael Ngoy und dem Abgang von Jiri Novotny in seine Heimat Tschechien. Damit geht natürlich viel Erfahrung verloren, allerdings zählten beide nicht mehr zu den Leistungsträgern. 

Auf den Ausländerpositionen hat einzig Matt D’Agostini einen weiterlaufenden Vertrag. Ob der 34-jährige Kanadier nach seiner langen Verletzung - er absolvierte nur acht Spiele - allerdings noch einmal weiter macht, ist unklar. Ob mit Julius Nättinen, der mit 14 Toren in den ersten elf Spielen ausschliesslich in der ersten Phase der Meisterschaft zu überzeugen vermochte, verlängert wird, weiss man ebenfalls noch nicht. 

Die noch wichtigere Frage als alle zuvor zusammen ist natürlich: Kann der Geist der altehrwürdigen Valascia auch ins neue Stadion mitgenommen werden? Wie sehr können die Fans das Team dort nach vorne treiben? Alles Fragen, die erst in der kommenden Saison geklärt werden können.

Zuzüge

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Abgänge

  • Michael Ngoy (V, Rücktritt)
  • Jiri Novotny (S, Heimat)

Ausländer

  • Matt D'Agostini (S)



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