Saisonrückblick 2020/21 - Schon wieder keine Playoffs für den HC Davos

Der HC Davos beendete die Qualifikation auf Rang 8 und musste in die Pre-Playoffs. Dort sind die Bündner ausgeschieden und spielen deshalb das dritte Jahr hintereinander keine Playoffs.

Best Player

Nach der Weltmeisterschaft 2018, als er mit seinem Jugendfreund Nino Niederreiter auf dem Eis für Furore sorgte, hatte es um Enzo Corvi schon Gerüchte um einen Wechsel in die NHL gegeben. Doch in der Saison darauf lief es ihm (wie auch dem ganzen Team) überhaupt nicht, sodass der Traum von Übersee wohl in den Hinterkopf geraten ist. Über zwei Jahre später legte er die mit grossem Abstand beste Qualifikation seiner Karriere hin. In 44 Partien liess er sich satte 52 Skorerpunkte notieren, womit er hinter Sven Andrighetto der zweitproduktivste Schweizer Spieler war. Der 28-jährige Center erzielte in den ersten nur einen Treffer, überragte aber mit seiner Spielübersicht und bereitete einen Treffer nach dem anderen vor. Als er dann noch seinen Torriecher gefunden hatte, war Corvi einer der besten Spieler auf Schweizer Eis. In dieser Form ist er sicherlich wieder ein Kandidat für die WM.

Manch ein Spieler wünscht sich wohl die Leichtigkeit, mit der Enzo Corvi auf dem Eis herumkurvt. (JustPictures)

Die Überraschung

Es ist schon erstaunlich, wie schnell es im Eishockey gehen kann. Dass Valentin Nussbaumer viel Talent hat, das wusste man schon sehr lange. Doch beim EHC Biel konnte er dieses weder in der vergangenen noch in dieser Saison zeigen. Es kam sogar so weit, dass der 20-jährige Stürmer während der Saison nach Davos getradet wurde. Dort platzte ihm nach über 50 Spielen in der National League endlich der Knoten. Gleich in seinem ersten Spiel sammelte er seinen ersten Assist für Davos. Ausgerechnet im vierten Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Biel erzielte er das erste Saisontor. Nach elf Spiele für die Bündner hatte Nussbaumer zwölf Skorerpunkte auf seinem Konto. Dieser Schnitt konnte er zwar nicht halten, aber mit 18 Punkten aus 23 Partien gelang ihm womöglich endlich der langersehnte Durchbruch auf Profiniveau.

Die Enttäuschung

In der letzten Saison hatte der HC Davos mit Sandro Aeschlimann und Joren van Pottelberghe ein solides und ausgeglichenes Goalie-Duo unter Vertrag. Obwohl beide einen weiterlaufenden Vertrag hatten, konnte man sich die Chance nicht entgehen lassen, mit Robert Mayer einen Nationaltorhüter zu verpflichten, der bereits an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hatte. Gleich mit einem Fünfjahresvertrag wurde Mayer ins Bündnerland gelockt. Dafür wurde van Pottelberghe nach Biel abgeschoben. Doch so wirklich als Nummer 1 durchsetzen konnte sich Mayer nicht. Nur 23 Mal stand er von Beginn an zwischen den Pfosten. In den Pre-Playoffs wurde Mayer nach dem ersten Drittel ausgewechselt und kam in den zwei weiteren Spielen nicht mehr zum Einsatz. Mayer brachte dem HCD, der in der Qualifikation am drittmeisten Gegentore erhalten hat, nicht mehr Sicherheit als zuvor van Pottelberghe.

Ausblick in die Zukunft

Der HC Davos hat wird im Sommer einige Leistungsträger der letzten zwei Jahre verlieren. Der Abgang von Fabrice Herzog ist bereits in Stein gemeisselt, genauso wie der Rücktritt von Félicien Du Bois. Zudem werden die Abgänge von Samuel Guerra zu Lugano und Benjamin Baumgartner zu Lausanne vermutet. 

Allerdings hat der mittlerweile beim SCB arbeitende Raeto Raffainer die Abgänge auf dem Papier gut kompensieren können. In der Defensive kehrt Thomas Wellinger zu seinem Jugendklub zurück und Dominik Egli soll nach zwei ausgezeichneten Jahren in Rapperswil den langjährigen Leistungsträger Du Bois ersetzen. Zusätzlich könnte Jesse Zgraggen, der während der Saison bereits einmal nach Davos ausgeliehen worden war, nun endgültig ins Bündnerland wechseln.

Im Angriff schmerzt der Abgang von Herzog besonders. Mit Julian Schmutz, Raphael Prassl und Axel Simic haben die Davoser aber das Potential verpflichtet, um Herzogs 30 Skorerpunkte zu ersetzen. Dazu fühlt sich Überraschungsmann Nussbaumer fast wie ein Neuzugang an, obwohl er bereits die halbe Saison mit den Bündnern verbrachte. Damit dürfte der Schweizer Markt abgeschlossen sein.

Auch auf den Ausländerposition gibt es eine Rochade. Einzig Verteidigungsminister Magnus Nygren bleibt und hat seinen Vertrag gleich um drei Jahre verlängert. Vorne werden Aaron Palushaj, der oft aufgrund kleinen Verletzungen fehlte, Teemu Turunen, welcher in der Schweiz nicht den gleichen Einfluss aufs Spiel hatte wie noch in seiner Heimat und der während der Saison dazu gestossene David Ullström wohl kein neues Arbeitspapier erhalten. Ein möglicher Zuzug soll Matej Stransky sein. Der 27-jährige Tscheche verblüffte am Spengler Cup 2019 mit seiner physischen Spielweise und setzte sich auch punktemässig ins Rampenlicht. Es wird spannend zu sehen sein, wen der neue Sportchef Jan Alston noch verpflichten wird. 

Zuzüge

  • Thomas Wellinger (V, Lugano)
  • Dominik Egli (V, Rapperswil)
  • Julian Schmutz (S, Langnau)
  • Axel Simic (S, ZSC Lions)
  • Raphael Prassl (S, ZSC Lions)

Abgänge

  • Félicien Du Bois (V, Rücktritt)
  • Fabrice Herzog (S, Zug)

Ausländer

  • Magnus Nygren (V)



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