Saisonvorschau 2022/23: EHC Kloten - Wer überrascht, wer enttäuscht nach dem Aufstieg?

Noch zehn Tage bis die Eishockey-Saison 2022/23 startet. Die meisten Teams befinden sich im Schlussspurt der Saisonvorbereitung oder haben bereits die ersten Champions Hockey League-Partien absolviert. Heute im Fokus: EHC Kloten

Endlich haben sie ihr Ziel erreicht: Nach vier Jahren in der Swiss League ist der EHC Kloten wieder in die höchste Schweizer Liga aufgestiegen. Die Flughafenstädter haben die letzten drei Jahren klar und deutlich dominiert und deshalb kommt der Aufstieg, vereinfacht durch die Erhöhung der Anzahl Teams, auch nicht unverdient.

 Eine Fantasy-Aufstellung des EHC Kloten aufgrund der vergangenen Saison, Testspielen der Saison 2022/23 und Spekulation.

Wenn man den Kader des EHC Kloten betrachtet, fällt die extreme Breite auf. Demensprechend ist es auch extrem schwierig, eine Aufstellung vorherzusehen. Mit über fünf Linien im Angriff und der Verteidigung und sieben Ausländern ist es eines der breitesten der National League. Einziges Problem: Die Mannschaft ist teils für die Swiss League, teils für die National League ausgerichtet. Lange wusste Sportchef Patrik Bärtschi nicht, in welche Richtung er die Mannschaft zusammenstellen soll.  

Die grösste Chance, auch in der National League viel Eiszeit zu bekommen, haben sicherlich Dario Meyer, Michael Loosli, Andri Spiller und Simon Kindschi. Sie haben alle bereits National League-Erfahrung gesammelt, sind aber bisher gescheitert. Trotzdem sind sie jung genug, um den Durchbruch bei einem erneuten Anlauf zu schaffen. Andere wie Schlussmann Sandro Zurkirchen, Alexei Dostoinov, Matteo Nodari und Flurin Randegger waren unter anderem aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters in der höchsten Liga nicht mehr erwünscht. Sie wollen sich natürlich erneut beweisen. Dazu kommen Schützlinge wie Fabian Ganz, Niki Altorfer oder Jeffrey Füglister, die höchstens sporadisch zu Einsätzen in der höchsten Liga gekommen sind, in der Swiss League aber jahrelang zu den besseren Spielern gehört haben.

Nur zwei Absteiger übrig

Vom Abstiegsteam im Frühling 2018 sind einzig Steve Kellenberger und Marc Marchon übrig geblieben. Der mittlerweile 27-jährige Marchon ist wohl neben Meyer Klotens grösste Schweizer Waffe. Es sind die beiden einzigen Spieler, die in der Swiss League praktisch einen Punkt pro Spiel geskort haben. Damit Kloten konkurrenzfähig ist, braucht es von beiden auch in der höchsten Liga viele Torbeteiligung. 

Marc Marchon hat sich in den letzten Jahren stets verbessert und ist wohl Klotens wichtigster Schweizer Spieler in der kommenden Saison. (JustPictures)

Vorteilhafter Zeitpunkt zum Aufsteigen

Neben den Importspielern scheint dies in den ersten zwei Linien sicherlich machbar zu sein. Der Aufstieg kommt für Kloten durch die Erhöhung der Ausländerzahl sowieso zu einem relativ guten Zeitpunkt. Mit neuerdings sechs Importspielern gab es mehr Möglichkeiten auf dem Transfermarkt als normalerweise bei einem Aufstieg. Und tatsächlich gibt es da einige interessante Namen im Team. Miro Aaltonen hatte in der KHL fast einen Punkt pro Spiel gesammelt und Arttu Ruotsalainen zählte zu den besten Spielern der AHL. In derselben Linie können die beiden Finnen ein extrem gefährliches Duo sein. 

Ähnlich wie Ajoie vor einem Jahr hat Kloten auch einen seiner Ausländer aus der Swiss League-Saison mit ins Oberhaus genommen. Eric Faille wird mit 33 Jahren erstmals in einer qualitativ so guten Liga wie der National League spielen. Ebenfalls wird dem jungen Jonathan Ang, letzte Saison bei Thurgau, eine Chance gegeben. Der 24-jährige Center war letztes Jahr drittbester Skorer der Swiss League. 

In der Defensive gelang den Klotener ein echter Coup: Lucas Ekestahl Jonsson, der gerade die beste Saison seiner Karriere absolviert und für einen Verteidiger starke 46 Punkte in 65 Partien geskort hatte, stösst mit 26 Jahren in einem sehr guten Hockeyalter zum Aufsteiger. Mit Rögle gewann der Schwede in der letzten Saison die Champions Hockey League. Er wird für Klotens Auslösung von hinten sowie das Powerplay essentiell sein. Denn allzu viel Offensivpotential steckt in Klotens Defensive auf Schweizer Seite nicht. Es ist gut vorstellbar, dass er der Spieler mit der meisten Eiszeit des Teams ist und auch ligaweit vorne mitmischen wird.

Ein bisschen Druck von Jonsson Schultern könnte Jordan Schmaltz nehmen. Er ist leider nicht so erfolgreich wie sein Bruder und NHL-Star Nick Schmaltz, konnte im vergangenen Jahr nach seinem erstmaligen Wechsel nach Europa in der finnischen Liga so viele Punkte sammeln wie noch nie in seiner Karriere. Der 28-jährige Amerikaner könnte dementsprechend für eine Überraschung sorgen. 

Tatsächlich war Kloten das erste Team, dass angekündigt hatte, mit sieben Ausländern in die Saison zu starten. Dies aus dem Grund, dass mit Juha Metsola ein finnischer Torhüter verpflichtet worden ist. Der 33-Jährige zählte in den letzten sieben Jahren zu den besten seines Faches in der KHL. Seine bescheidenen 177 cm sind für einen Torhüter eher untypisch, aber die fehlende Wasserverdrängung macht er mit einer unglaublichen Beweglichkeit und starken Reflexen weg. 

HockeyInfos Prognose

Kloten hat eine Mannschaft zusammengestellt, die in der National League zumindest über weite Strecken mithalten kann und die gut genug ist, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Das breite Kader hilft dem Aufsteiger sicherlich, die richtigen Puzzlestücke auf das Eis zu stellen. Denn oftmals kommt es vor, dass der eine nach dem Aufstieg enttäuscht, ein anderer wiederum völlig überraschend ähnlich gute Leistungen in einer höheren Liga liefern kann. Ergänzt mit den teilweise grossen Namen der Ausländer bietet sich die Möglichkeit, sich nicht ausschliesslich nach hinten fokussieren zu müssen.

HockeyInfo sagt deshalb: Saisonende nach der Regular Season




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