Saisonvorschau 2022/23: HC Davos - Das Talent ist von vorne bis hinten vorhanden

Bald geht's wieder los: Die Eishockey-Saison 2022/23 startet bereits in weniger als einem Monat. Die meisten Transfers sind getätigt, die Mannschaften trainieren wieder auf Eis und die ersten Testspiele sind Geschichte. Werfen wir einen Blick auf die Teams. Heute im Fokus: HC Davos

Verhältnismässig lange ist es her, seit der HC Davos zuletzt um den Schweizer Meistertitel mitgespielt hat. In der letzten Saison erreichten sie erstmals seit 2017 wieder den Playoff-Halbfinal. Zwar sind sie auch in dieser Saison nicht der absolute Topfavorit, vor Saisonbeginn ein paar Franken auf den Rekordmeister setzen, könnte sich aber durchaus lohnen. Nennenswerte Schweizer Abgänge gab es nämlich nicht. Aber die Mannschaft wurde wie bereits im letzten Sommer punktuell sehr gut verstärkt, wenn man einen Blick auf die potentielle Aufstellung wirft:

Eine Fantasy-Aufstellung des HC Davos aufgrund der vergangenen Saison, Testspielen der Saison 2022/23 und Spekulation.

Das beste Goalie-Duo der Liga?

Im Tor gibt es keine Veränderung. Die grosse Frage ist, ob Sandro Aeschlimann seine unglaubliche Saison wiederholen kann. Eine Fangquote von über 94 Prozent ist im Normalfall in der Regular Season eigentlich fast utopisch. Der 27-jährige Schlussmann spielte so überragend, dass er den aus Nordamerika zurückkehrenden Gilles Senn auf die Bank verdrängte und in den Playoffs alle elf Spiele im Tor stand. Senn wiederum enttäuschte eher nach seiner Rückkehr. Immerhin absolvierte er zwei Spiele in der NHL für die New Jersey Devils. Findet er sein Spiel und hält Aeschlimann sein Niveau, dann haben die Davoser wohl das beste Goalie-Duo der Liga.

Zwei Nationalspieler in der Defensive

Die ersten drei Verteidigerpaare sind extrem gut besetzt. Mit dem Zuzug von Michael Fora haben die Davoser neben Dominik Egli einen zweiten Nationalspieler in ihren Reihen. Dazu haben sie eine der zusätzlichen Ausländerlizenzen für einen zweiten Verteidiger eingelöst. Der 31-jährige Klas Dahlbeck ist keineswegs ein Offensivverteidiger, sondern seine Stärke liegt in der Defensive. Für die Offensive ist neben den zwei erwähnten Schweizer Nationalspieler Magnus Nygren zuständig. Der Marathonmann aus Schweden wird bereits seine sechste Spielzeit in der National League bestreiten und vermutlich einmal mehr zu den produktivsten Verteidiger der Liga gehören. Nicht zu vergessen sind die beiden 22-jährigen Oliver Heinen und Davyd Barandun, die trotz ihres jungen Alters bereits über 120 Spiele in der höchsten Liga bestritten haben. Letzterer will endlich den nächsten Schritt machen, nachdem er vor zwei Jahren nach vier U-Weltmeisterschaftsteilnahmen mit der Schweiz zu den grössten Talenten des Landes gezählt hat. Zuletzt stagnierte seine Entwicklung jedoch. 

Starke Schweizer Offensivreihe

Die Offensivlinien sind über weite Strecken ebenfalls beeindruckend. Die Identifikationsfiguren Andres Ambühl, Enzo Corvi und Marc Wieser zählen seit Jahren zu den Leistungsträgern und werden auch in der kommenden Saison sehr wahrscheinlich zu den besten Davosern zählen. Daneben übernehmen die ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Chris Egli und Yannick Frehner immer grössere Rollen. Beide wollen nach zwei Saison mit jeweils über 15 Skorerpunkten erstmals die 20er-Marke knacken. 

Diese haben in der letzten Saison Julian Schmutz und Raphael Prassl sogar übertroffen. In ihrer zweiten Saison beim HCD wollen sie diese Leistungen natürlich bestätigen. Solch produktive Spieler in den Bottom Six zu haben, ist natürlich eine enorm gute Ausgangslage für Trainer Christian Wohlwend. Valentin Nussbaumer ist ein weiterer Spieler, dem das offensive Potential in die Wiege gelegt wurde. Jedoch verpasste er einen Grossteil der letzten Saison verletzungsbedingt. Von ihm dürfen die Fans viel erwarten.

Schmerzhafter Abgang gut kompensiert

Die grösste Angriffswaffe der Davoser sind jedoch die Ausländer. Zwar haben sie mit Matthias Bromé ihren Topskorer verloren - der Abgang trotz laufendem Vertrag schmerzt -, mit Leon Bristedt haben sie jedoch einen ähnlich wirbligen Ersatz aus der SHL verpflichtet. Zwar nur 172 cm gross gewachsen, skorte der 27-jährige Schwede in der Regular Season genau einen Punkt pro Spiel. Die fehlende Masse Bristedts kompensiert dafür der zweite neue Angreifer Joakim Nordström. Der 188 cm grosse und 93 cm Schwede bringt Erfahrung von fast 500 NHL-Partien, einem Stanley Cup Sieg und einer WM-Goldmedaille mit. Er ist kein geborener Skorer, er bringt jedoch einiges an Wucht in die ansonsten nicht allzu grosse Offensive der Bündner. 

Nicht unerwähnt bleiben darf das Power-Duo Dennis Rasmussen und Matej Stransky. Beide sind über 190 cm gross - es sind die zwei einzigen Stürmer über 190 cm der Davoser - und haben in der letzten Saison eine dominierende Rolle in der Schweizer Liga gespielt. Stransky wurde mit 26 Toren der beste Torschütze der Regular Season. Auch in den Playoffs hatte er gemeinsam mit Ambühl am meisten Tore auf seinem Konto. Kann er die 30-Tore-Marke knacken? Falls ja, dürfen sich die Fans des HCD auf eine sehr erfolgreiche Saison freuen.

Prognose HockeyInfo

Die Qualität des HCD zieht sich wie ein roter Faden durch einen Buch-Bestseller. Von vorne bis hinten haben die Davoser Puzzlestücke, die zu den besten der Liga gehören können: überragende Torhüter, starke Schweizer Verteidiger, ausgezeichnete Ausländer, produktive Stürmer und vielversprechende Talente. Auch in der Breite stehen die Davoser gut da: Simon Knak, einer der besten Schweizer Spieler mit Jahrgang 2002, und Jannik Canova, dasselbe gilt für ihn mit Jahrgang 2001, sind auf dem Papier nur in der vierten oder fünften Linie zu finden. Machen sie den nächsten Schritt, dann verfügen die Davoser sowohl qualitativ als auch quantitativ um eines der besten Kader der Liga. Zudem lassen sie einige Spieler bei den Ticino Rockets zum Einsatz kommen, um zu wachsen und Verantwortung zu übernehmen. 

HockeyInfo sagt deshalb: direkte Playoff-Qualifikation mit Heimvorteil




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