Stellungnahme der SCL Tigers: Ticketing-Einnahmeverlust bis zu 60 Prozent

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung von heute Mittwoch darüber entschieden, welche Vorschriften für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern ab dem 1. Oktober 2020 gelten werden. Für die Spiele der National League gelten nebst Sitzplatzpflicht und klar geregelte Personenströme unter anderem Maskenpflicht und eine Kapazitätsbegrenzung von höchstens zwei Drittel der verfügbaren Sitzplätze. Nun wird die neue Ausgangslage geprüft und danach fällt die Entscheidung, welches der vorbereiteten Szenarien umgesetzt werden kann. Das entsprechende Schutzkonzept erfordert anschliessend eine kantonale Bewilligung.

In den letzten Tagen wurden verschiedene Szenarien erarbeitet, mit welchen die im Rahmenschutzkonzept der Liga festgehaltenen Vorgaben mehrheitlich eingehalten werden könnten: digitale Erfassung der Kontaktdaten der Besucher, keine Stehplätze, nur nummerierte Sitzplätze, kein Gastsektor, Maskentragpflicht im ganzen Stadion sowie die allgemein gültigen Hygiene- und Abstandsregeln.

Die Umwandlung von Stehplätzen in Sitzplätze hat zur Folge, dass die nominelle Kapazität der ILFISHALLE von 6000 auf knapp 4200 reduziert werden muss. In den letzten Jahren war bei den Heimspielen der SCL Tigers die durchschnittliche Auslastung wesentlich höher als 90%. Mit der maximal zulässigen Auslastung von zwei Drittel auf die reduzierte Kapazität, verringert sich die durchschnittliche Zuschauerzahl von über 5400 (ohne COVID-19-Massnahmen) auf rund 2700. Somit sinken die Einnahmen aus dem Ticketing in der Grössenordnung von 60%. Nicht berücksichtigt sind dabei die Auswirkungen auf die Gastronomie.

Auf Grund der zu erwartenden Einschränkungen der zulässigen Auslastung musste der Verkauf der Saisonkarten bei etwas mehr als 3600 eingestellt werden. Zum Vergleich: in der letzten Saison wurden 4500 Karten verkauft. „Bei einer zulässigen Auslastung von zwei Drittel ist es uns nicht möglich, die von den Kunden bezahlten Leistungen vollständig zu erfüllen, da die Fans nicht alle Heimspiele besuchen könnten.“, sagt Geschäftsführer Peter Müller. Dies trifft auch auf die Erbringung der Werbeleistungen in der ILFISHALLE zu.

Die Auswirkungen sind ebenfalls im Bereich der Anlässe neben dem Eishockey massiv. Vor allem die bis Ende Jahr gebuchten Anlässe wurden bereits verschoben oder sogar abgesagt. In diesem Bereich wird mit einer Einbusse von gegen 80% gerechnet.

„Unsere Haltung ist, politische Entscheidungen nicht zu kommentieren. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgabe mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen das bestmögliche zu machen – für unsere Fans, Sponsoren, Partner und die ganze Tiger-Familie.“, meint Müller zu den Beschlüssen und ergänzt, „wir sind grundsätzlich geübte und fitte Kletterer, aber keine Bergsteiger. Was uns bevorsteht, kann mit einer Besteigung der Eigernordwand verglichen werden. Ungesichert, ohne grosse Hilfsmittel und Proviant sowie der Unsicherheit, dass sich die Rahmenbedingungen stetig ändern können. Wir nehmen die Herausforderung an im Bewusstsein, dass es ohne Unterstützung sehr, sehr schwer werden wird.“

Die neue Ausgangslage wird in den nächsten Tagen geprüft und anschliessend fällt die Entscheidung, welches der vorbereiteten Szenarien umgesetzt werden kann. Selbstverständlich werden die Fans, Sponsoren und Partner laufend über den Stand der Arbeiten mit den jeweiligen Auswirkungen informiert.




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