Playoff-Viertelfinal Vorschau 2019 - Schafft Genf den Coup gegen Bern?

Am Samstag findet die erste Runde der diesjährigen Playoff-Viertelfinals statt. Bis dahin macht HockeyInfo eine Vorschau aller vier Duelle. Heute: Qualifikationssieger Bern trifft auf Last-Minute Qualifikant Genf.

Gegen Bern noch keine Serie gewonnen

Chris McSorley hat vermutlich gar nicht mehr mitgezählt. Wie viele bittere Niederlagen musste der kanadische Trainer mit Genf-Servette gegen den SC Bern schon einstecken? Sechs Playoff-Serien gab es zwischen den beiden Klubs bisher und jedes Mal setzte sich der SCB durch. Kein Wunder antwortete McSorley am Montag nach der Qualifikation auf die Frage, was Genf gegen dieses Bern machen muss, mit etwas Humor: «Am ersten Tag gehen wir vielleicht in die Kirche und beten ein bisschen.» Na dann wird ja alles gut gehen.

Bern ist nicht gerade McSorleys Lieblingsgegner. (bild: MySports)

In dieser Saison setzte sich Bern in drei von vier Duellen gegen Genf durch, einmal erst nach Verlängerung. Abgesehen von einem 7:0 Kantersieg waren die restlichen drei Spiele meist ziemlich knapp. In der vergangenen Saison endete in der Regular keine Partie mit mehr als einem Tor Unterschied, viermal (von damals sechs Spielen) ging es in die Verlängerung. Trotzdem gewannen die Berner die Viertelfinal-Serie 2018 deutlich mit 4:1.

Damals stand aber nicht Chris McSorley an der Bande, sondern Craig Woodcroft, der als Trainer keine Playoff-Erfahrungen hatte. McSorley kennt die Schweizer Playoffs und weiss, wie man erfolgreich sein kann. Sein Glück ist zudem, dass seine Genfer praktisch tot waren. Vor drei Spielen lagen sie mit dem Grossteil ihres Körpers im Grab, in den Playouts. Doch sie sind wieder auferstanden und zum Leben erweckt worden. Auch gegen die ZSC Lions waren sie im Mitteldrittel schon fast tot geschrieben, als sie über 100 Sekunden mit 5 gegen 3 agieren konnten und kein Bein vors andere brachten. Trotzdem haben sie später noch den Siegtreffer erzielt und sich für die Playoffs qualifiziert.

Berns Hockeymaschine über ein Jahr ohne Titel

Auf Berner Seite sieht das Ganze etwas anders aus. Die Hauptstädter haben sich zum dritten Mal in Serie zum Sieger der Regular Season gekürt. Wir alle wissen, dass Kari Jalonen in den vergangenen drei Jahren aus dem SC Bern eine Hockeymaschine gebaut hat. Das letztjährige Ausscheiden im Halbfinal soll nur ein Betriebsunfall gewesen sein. In diesem Jahr wird wieder der Meistertitel erwartet. Das Potential dazu haben die Berner auf jeden Fall, daran gibt es rein gar nichts auszusetzen. Ansonsten blieben die Berner über zwei Jahre ohne Titelerfolg.

Vor allem in den kampfbetonten Berner Derbys hatte Jalonens Hockeymaschine erstaunlich Mühe. (TOPpictures/Alexander Raemy)

Doch auch eine Maschine ist nicht unantastbar. Die SCL Tigers haben das in dieser Saison mehrmals bewiesen. Dabei verschenkt der SCB einen Derbysieg nicht freiwillig, das toleriert das Publikum normalerweise nicht. Und trotzdem mussten sie sich in vier von sechs Partien geschlagen geben.

Prognose

In dieser Serie hängt vieles von den ersten zwei Spielen ab. Genf startet mit zuletzt drei Siegen in Serie in die Playoffs. Sie laufen schon seit einer Woche auf Hochtouren. Bern hingegen hat vier der letzten sechs Partien verloren und etwas den Schwung rausgenommen. Gelingt es den Genfern am Samstag in Bern zu reüssieren, ist vieles möglich. Wenn nicht, ist aber auch noch nichts verloren. Sie müssen auf jeden Fall das erste Heimspiel gewinnen und in der Les Vernets Halle die Emotionen so richtig kochen lassen. Dann haben sie die Berner etwas in der Hand und können mit ihnen spielen.

Liegt Bern nach zwei Playoff-Spielen allerdings mit 2:0 in Führung, dann werden sie sich souverän in den Halbfinal spielen.

Endresultat in der Serie: 4:3 für den SC Bern


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