Saisonanalyse 2018/19 - Die zu hohen Erwartungen in Fribourg

Nach der irrelevanten Platzierungsrunde dürfen die Spieler endlich in die Ferien gehen und die unter den Erwartungen gebliebene Saison vergessen. HockeyInfo macht eine kurze Saisonanalyse zu jedem Team.

Best Player - HC Fribourg-Gottéron

Die Erwartungen an ihn waren höher wie diejenigen an die ganze Saison. Trotzdem war Reto Berra einer der besten Einzelspieler im Kader von Fribourg-Gottéron. Der Torhüter hatte eine überdurchschnittliche Fangquote von 92.01 % und erhielt am zweitwenigsten Gegentore pro Spiel (2.21) aller Stammtorhüter. Berra hat keine Schuld daran, wenn seine Vorderleute keine Tore zustande bringen. Hinten hat er - abgesehen von ein paar wenigen Flops - gehalten, was er halten kann. Dass Fribourg am drittwenigsten Gegentreffer zugelassen hat, ist zum Teil ebenfalls Berra zuzuschreiben.

Einige Flops schmälern etwas die sonst überaus gute Saison von Reto Berra. (TOPpictures/Andy Buettiker)

Die Überraschung

Der 24-jährige Flavio Schmutz hat bereits in der letzten Saison bewiesen, dass er in der höchsten Schweizer Liga skoren kann. xxx Punkte in xxx Spielen sind zwar kein überragender Wert, doch Schmutz ist in erster Linie auch nicht für das Skoren zuständig. Der Center trug in der Qualifikation mit einer Quote von 58.52 % dazu bei, dass Fribourg mit Abstand das beste Bully-Team war.

In der vergangenen Saison wurde der Stürmer oftmals auf den Flügeln eingesetzt. In dieser Saison verbrachte er einen Grossteil in der vierten Sturmlinie auf der Mittelachse und brachte dort bei 5 gegen 5 die Stabilität ins Spiel. Schmutz ist ein Mitgrund, weshalb die Fribourger in dieser Saison so wenige Tore zugelassen haben.

Die Enttäuschung

Einem einzelnen Spieler die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre etwas übertrieben. Julien Sprunger hat zwar einmal mehr die 20-Tore-Marke geknackt, blieb aber trotzdem etwas hinter den Erwartungen. Samuel Walser fand seine Form vor zwei Jahren auch in einem neuen Umfeld nicht. Andrei Bykov hatte wie fast jedes Jahr mit Verletzungen zu kämpfen. Matthias Rossi erwischte auch schon bessere Jahre.

Allgemein ist wohl die Fribourger Offensive die grösste Enttäuschung in dieser Saison. Die Drachen erzielten am drittwenigsten Tore der gesamten Liga. Die Ausländer Michal Birner (nach 9 Spielen gegangen), Jacob Micflikier, Charles Bertrand, Jim Slater und Andrew Miller waren nie im Stande, den Unterschied auszumachen. Sie waren zwar keine absoluten Totalausfälle, doch von den Ausländern wird - vor allem beim anspruchsvollen Fribourg - mehr erwartet. Keiner ist nach Punkten pro Spiel in den Top 25 der Ausländer-Skorerliste zu finden.

Die Saisonausbeute

Auf dem Papier war Fribourg-Gottéron zu Beginn der Saison einer der Transfersieger. Mit Reto Berra sollte das Torhüterproblem endlich gelöst sein. Zudem verstärkten die Verteidiger Noah Schneeberger und Philippe Furrer die Defensive sowie Samuel Walser und Lukas Lhotak die Offensive. Der Plan ging nicht auf und Fribourg musste zum dritten Mal innert fünf Jahren den Gang in die Playouts antreten.

Es war sicherlich eine enttäuschende Spielzeit für Fribourg, nachdem man die Saison zuvor noch auf dem fünften Platz abgeschlossen hatte. Das Saisonziel «besser abschliessen als im letzten Jahr» wurde deutlich verpasst. Die Ausländer blieben unter den Erwartungen und das einstige Zauberduo Julien Sprunger und Andrei Bykov wird auch nicht mehr jünger. Zudem brachten Furrer und Schneeberger nicht den gewünschten offensiven Input, auch wenn ersterer einen Grossteil der Saison verletzungsbedingt verpasst hatte.

Die Zukunft

Für die kommende Saison hat Fribourg nominell weniger stark aufgerüstet. Mit Adrien Lauper und Jérémie Kamerzin kehren zwei Spieler zurück, die bereits mehrere Jahre in Fribourg verbracht haben. Lauper wird den hinteren Linien etwas mehr Wasserverdrängung geben, während Kamerzin einst an seine punktbeste Saison im Trikot der Drachen anknüpfen soll.

In der Verteidigung werden Sebastian Schilt und der Norweger Jonas Holos den Klub verlassen. Zudem tritt Laurent Meunier nach über 20 Jahren im Profisport zurück.

Interessant wird sein, wen Fribourg in der kommenden Saison auf den Ausländerpositionen präsentieren wird. Momentan ist das Blatt noch leer. Ryan Gunderson und David Desharnais sollen zwei zukünftige Importspieler der Fribourger sein. Der schwedische Verteidiger Gunderson spielt momentan in der SHL bei Brynäs und Desharnais wechselte auf diese Saison hin von der NHL in die KHL. Während des Lockouts 2012/13 bestritt Desharnais bereits 16 Spiele für die Drachen.

Dann ist da noch Yannick Rathgeb, der in dieser Saison sein Glück in der NHL versucht hat, aber bisher nur sporadisch in der AHL zum Einsatz kommt. Er hat aber noch einen Vertrag für die kommende Saison mit den New York Islanders. Eine Rückkehr in die Schweiz scheint aber nicht ausgeschlossen zu sein.

Zuzüge: 

  • Jérémie Kamerzin (D)
  • Adrien Lauper (F)

Abgänge:

  • Sebastian Schilt (D)
  • Jonas Holos (D)
  • Laurent Meunier (F)

Ausländer: 

  • keine

Die Analyse des letzten Feriengängers:


Leser-Kommentare