Saisonanalyse 2018/19 - Die ZSC Lions haben trotz Arno Del Curto versagt

Noch bevor das letzte Spiel der Platzierungsrunde gespielt ist, verabschiedet HockeyInfo die ZSC Lions in die Ferien. Zum Glück, werden sich viele Spieler des Noch-Meisters sagen.

Best Player - ZSC Lions

Es ist sicherlich nicht einfach, nach einem Vereinswechsel gleich in der ersten Saison zum Publikumsliebling zu avancieren. Es ist umso schwieriger, wenn der Vater eine Vereinsikone des Kantonsrivalen ist. Aber Denis Hollenstein gehörte in der total verkorksten Saison der ZSC Lions noch zu den besten Spielern. Mit 33 Punkten (12 Toren) war er Topskorer seines neuen Arbeitgebers, bei welchem er noch bis 2023 unter Vertrag steht. Zusammen mit dem zweiten renommierten Neuzugang im Sommer, Simon Bodenmann, versuchte Hollenstein immer wieder Impulse zu setzen. Schliesslich reichte es trotzdem nicht.

Denis Hollenstein hat nun seine zweite Seuchensaison in Folge hinter sich. (JustPictures/Alexander Raemy)

Die Überraschung

Das Verpassen der Playoffs ist schlicht und einfach die Überraschung der Saison 2018/19. Einzelne Spieler sind nicht besonders herausgestochen. Jérôme Bachofner hatte einige hervorragende Spiele, doch in den letzten Monaten war auch er unsichtbar.

Die Enttäuschung

Die Frage lautet eher: Wer war in dieser miserablen Saison und dem erstmaligen Verpassen der Playoffs seit 2006 keine Enttäuschung? Wie auch in Lugano fand kaum ein Einzelspieler seine beste Form. Wenn die Einzelspieler versagen, dann hätte es das Kollektiv richten müssen. Aber selbst das ist nicht gelungen.

Der Trainerwechsel von Serge Aubin zu Arno Del Curto hatte praktisch keine Wirkung gezeigt. Es stand mit dem Bündner zwar endlich ein grosser Trainer an der Bande, der vom Publikum akzeptiert wird, doch der Umschwung erfolgte trotzdem nicht. Del Curto ist es nicht gelungen, die mit einem hochdekorierten Kader bestückten ZSC Lions in die Playoffs zu führen. Seinen Mut, der ihn einst in Davos geprägt hatte, liess er bei seinem alten Arbeitgeber zurück. Nun gehören beide Seiten zu den Verlierern: Der Meister verpasste die Playoffs und Del Curto musste wohl die grösste Niederlage seiner Karriere einstecken.

Die Saisonausbeute

Trotz einem neuen Saisonkarten-Rekord haben es die ZSC Lions nicht geschafft, die Playoffs zu erreichen. Die Erwartungen waren nach dem gewonnen Meistertitel 2018 natürlich hoch, zumal mit Denis Hollenstein, Simon Bodenmann, Roman Cervenka und Maxim Noreau einige Hochkaräter ins Hallenstadion gezogen waren. Hochmut kommt aber meist vor dem Fall und die Lions haben es tatsächlich vollbracht, dass nach 2014 und dem SC Bern erneut der Meister den Gang in die Playouts antreten musste. Es ist wohl die grösste Schlappe seit der Umbenennung des Klubs zu den ZSC Lions.

Die Zukunft

Bei den ZSC Lions wird es auch im Sommer wieder einen kleinen Umbruch geben. Vom Farmteam stossen Yannick Brüschweiler und Justin Sigrist zur ersten Mannschaft. Zudem wechselt mit Axel Simic ein weiterer U20-Nationalspieler zu den Zürchern. Sie haben sich ebenfalls die Rechte an Marco Pedretti und dem ehemaligen, eigenen Nachwuchstalent, Dominik Diem, gesichert. Die Verteidigung wird etwas überraschend durch Dario Trutmann ergänzt.

Sechs Spieler werden den Meister von 2018 aber auch verlassen. Fabrice Herzog sucht in Davos eine neue Herausforderung und will endlich sein Talent vollkommen ausschöpfen. Jerome Bachofner hat sich vom Geld nach Zug ziehen lassen. Roger Karrer und Marco Miranda wollen in Genf mehr Verantwortung übernehmen. Niklas Schlegel erhält beim SC Bern die Chance, eine Nummer 1 zu sein, nachdem er in Zürich immer im Schatten von Lukas Flüeler gestanden ist. Zudem wird Kevin Klein nach einem zusätzlichen Jahr definitiv zurücktreten und auf seine Ranch in Kanada ziehen.

Neben Klein ist ein Abgang von Roman Cervenka wahrscheinlich. Er erreichte sein bestes Niveau, das er in Fribourg gezeigt hatte, auch wegen einer Lungenembolie nicht. Dominic Moore wurde schon vor zwei Wochen freigestellt. In Zürich weiterhin unter Vertrag sind Fredrik Pettersson und Maxim Noreau. Es sind beide zwei starke Namen auf dem Papier, doch möglicherweise findet Sportchef Sven Leuenberger, dass eine Generalreinigung nötig ist. Beide würden sofort einen neuen Arbeitgeber finden.

Der Abgang von Schlegel werden die Zürcher am meisten spüren. Denn hinter der dauerverletzten Nummer 1 Flüeler befindet sich jetzt nur noch Daniel Guntern. Auch er erhält nach mehreren Jahren bei den GCK Lions einen Vertrag in der ersten Mannschaft. Der 23-Jährige ist allerdings kein Ersatz für Schlegel. Falls Flüeler mindestens so oft ausfällt wie in den letzten Jahren, dann stehen die Zürcher in der kommenden Saison vor einem ernsthaften Goalieproblem.

Zuzüge:

  • Daniel Guntern (G)
  • Dario Trutmann (D)
  • Marco Pedretti (F)
  • Dominik Diem (F)
  • Axel Simix (F)
  • Yannick Brüschweiler (F)
  • Justin Sigrist (F)

Abgänge:

  • Niklas Schlegel (G)
  • Kevin Klein (D)
  • Roger Karrer (D)
  • Marco Miranda (F)
  • Fabrice Herzog (F)
  • Jerome Bachofner (F)

Ausländer: 

  • Maxim Noreau (D)
  • Fredrik Pettersson (F)

Die Analyse des letzten Feriengängers:


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